aufmerksam, glaubhaft

Musical „Martin Luther King“ tourt durch Deutschland

© Stiftung Creative Kirche

Spontan war ich gestern Abend im Musical „Martin Luther King: Ein Traum verändert die Welt“, weil eine Freundin noch eine freie Karte hatte.
Wer Gospel und dynamische Songs mag, wird die Stimmung genießen. Ich empfehle, sich vorher einen kurzen Überblick über das Leben des Baptistenpastors und Menschenrechtlers zu verschaffen, um die Handlung besser zu verstehen. Die Rückblenden sollen Aufschluss geben, verwirrten mich aber eher. Grundsätzlich steht der Kampf für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung im Vordergrund, immer verbunden mit dem Vertrauen darauf, dass Gott die Protestierenden stärkt und schützt. Die Konflikte zwischen den Polizisten und den Demonstrierenden, innerhalb der Gruppe und auch zwischen Männern und Frauen werden gut dargestellt. Dennoch ist das Musical relativ gleichförmig, da die primäre Handlung nun einmal der Befreiungskampf ist.

© Stiftung Creative Kirche

Sehr schade fand ich, dass der Chor aus 1346 komplett hellhäutigen Menschen bestand. Hamburg hat so viele internationale und afrikanischstämmige Gemeinden und Chöre – warum hier nicht aktiv um MitsängerInnen geworben wurde, kann ich mir nicht erklären. Denn dass dort zum Mitsingen eingeladen wurde und niemand gekommen sein könnte, ist unvorstellbar. So oder so – ein Musical über die Rechte der farbigen Minderheit kann und soll meiner Meinung nach nicht aus einem Chor ohne eine einzige farbige Person bestehen (Die Hauptdarsteller waren natürlich farbig, aber tausend weiße Gesichter im Background-Chor stimmen doch sehr nachdenklich).
Kritisch erlebte ich auch, dass bewusst stereotype weibliche Themen eingestreut wurden, um Abwechslung zu schaffen. Dass diese weiblichen Themen daran zu erkennen waren, dass sich die Frauen vom gesparten Busstreik-Geld Schuhe kaufen oder Kings Frau Coretta sich angesichts der Nominierung zum Friedensnobelpreis als Erstes fragt, was sie in Oslo bloß anziehen soll, ist komplett unnötig. Klar ist ein bißchen thematische Abwechslung zwischen dem von Selbstzweifel zerfressenen King und dem gewaltbereiten Malcolm X schön, aber dafür Geschlechterklischees zu bemühen – das hätten sich die rein männlichen Autoren und Regisseure besser ausdenken können.

Immerhin sorgten die Szenen um den Besuch in Ostberlin für einige Lacher und die Musik war wirklich gut. Um auch heute für Gerechtigkeit einzustehen, gingen gelbe Wassereimer von „Brot für die Welt“ durch die Reihen. Gegen eine Spende zum Brunnenbau in Kenia durfte man sich eine CD mit zwei Songs des Musicals heraus nehmen, eine unterstützenswerte Aktion.
Bis Mai tourt das Musical durch Deutschland, vom Schuldkind bis zur Oma werden damit alle Familienmitglieder gut unterhalten.

Die Fotos stammen von der Website „Das Chormusical Martin Luther King“, die Rechte der Fotos liegen bei der Stiftung Creative Kirche. Leider lässt sich das weiße Wasserzeichen mit meinem Namen nicht daraus entfernen, dies ist ein Versehen.

aufmerksam

Stimmungsvolle Songs aus Schweden: Allsång på Skansen

Für alle, die fröhliche Musik aus Skandinavien mögen: Hier versammle ich die Highlights aus der Konzertserie „Allsång på Skansen“ 2018, moderiert von Sanna Nielsen. Im Herzen von Stockholm, auf einer der Inseln, liegt das Open-Air-Museum „Skansen“. Jeden Dienstag im Sommer findet dort ein kostenloses Konzert für alle BesucherInnen des Freizeitparks statt (life übertragen im schwedischen Fernsehen, auch Finnland überträgt). SängerInnen der aktuellen schwedischen und internationalen Charts treten auf und präsentieren ihre aktuellen Hits. Außerdem singen sie zusammen mit der Moderatorin Sanna diverse schwedische Sommerlieder, Oldies, Schlager und Hits. Während dessen laufen die SängerInnen durch das Publikum und lassen alle, an denen sie vorbei kommen, ins Mikrofon singen. Das Wort, das auch nicht-schwedisch Sprechende gut heraus hören, ist „allihoppa“: Alle zusammen.

Ingela, bei Minute 2:50
Ta mig till havet bei Minute 12:00
Var ska vi sova i natt? bei Minute 20:00

Oder: Var ska vi sova i natt  mit Mans Zelmerlöw

Idas sommarvisar bei Minute 23:10
und direkt danach Härligt, härligt, man farligt farligt ab Minute 25:00

Regn här hos mej bei Minute 35:00

Loppan bei Minute 32:20

Thore-Skogman-Medley bei Minute 50:40

Natürlich ist ABBA auch dabei, der Song Ring Ring in der schwedischen Version bei Minute 35:50

Per Gessle: Sommartider und Småstadsprat

Acazar-Medley: Crying at the discotheque, Stay the night

Du är så yeah yeah wow wow
Ein Medley mit diversen Popsongs

aufmerksam

Jippie yeah auf dem Sofa: Wohnzimmerkonzert

Ein Wohnzimmerkonzert mit Robin Zabel und Band erlebte ich am Wochenende. Robin kenne ich noch aus Zeiten, als er ein Teenie war und ich mich am Werner-Otto-Institut auf das Examen zur Logopädin vorbereitete… aus einem anderen Leben also. Seitdem haben sich in beiden Biografien die Ziele verschoben, die Pflicht zum Beruf verwandelte sich in die Sehnsucht nach Berufung. Robin kämpft für eine Zukunft als Musiker, während ich meinen Weg als Quereinsteigerin verfolge.
Gott schreibt auch auf krummen Linien gerade*, das glaube ich ganz fest. Um mutige Menschen und ihre Ziele zu unterstützen, lade ich dazu ein, Robin zu kontaktieren. Seine Lieder bringen Tiefgang und Optimismus – vielleicht zum nächsten Wohnzimmerkonzert bei dir Zuhause!

* Zitat wird Paul Claudel zugeschrieben

aufmerksam

Eintritt frei: Kostenlose Veranstaltungen in Hamburg

Zarte Rose

 

Jetzt habe ich in den letzten Wochen diversen Personen von den „Kulturlotsen“ erzählt und während eines Seminars (als Teilnehmerin) einen Stehgreif-Vortrag darüber gehalten, weil es mir gerade passend schien, und habe mein eigenes Blog dabei völlig außer acht gelassen. Passiert.

Also, die „Kulturlotsen“ sind ein Verein ehrenamtlicher Interessierter, die auf ihrer Website kostenlose Veranstaltungen in Hamburg sammeln. Mit der Hilfe vieler HamburgerInnen, die über ein Formular selbst Events melden können. Diese werden geprüft, um fehlende Informationen ergänzt und online gestellt. Für alle Generationen sind Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Führungen, Filme und vieles mehr im Angebot.
Ziel ist, Menschen mit wenig Geld den Besuch von Veranstaltungen zu erleichtern, indem nur kostenlose Angebote veröffentlicht werden. SeniorInnen, die mit geringer Rente auskommen müssen und gerne in Gesellschaft sind werden ebenso angesprochen wie Kinder mit Migrationshintergrund, die selten Zugang zu kulturellen Angeboten haben. Auch Menschen mit Behinderungen werden mit möglichst vielen Informationen zum Thema „Barrierefreiheit“ versorgt, um ihnen die Teilnahme zu ermöglichen.

Warum schreibe ich darüber?
Zum Einen, weil ich diesen Verein großartig finde, der sich für die Personengruppen im reichen Stadtstaat Hamburg einsetzt, denen der Zugang zu Kultur oft schwer gemacht wird. Unnötiger Weise, wie das breite Angebot an kostenlosen Möglichkeiten zeigt.

Zum Anderen, weil jeder Verein von Mitarbeit lebt: Durch Menschen, die kostenlose Veranstaltungen melden. Durch Menschen, die hinter den Kulissen redigieren. Und durch Menschen, die zu denen gehören, die etwas abgeben können und den Verein finanziell unterstützen.
In diesem Sinne lade ich herzlich dazu ein, diese sinnvolle Möglichkeit von „Kultur für alle“ zu fördern.

 

Üppige Rose

aufmerksam

Nordisches Weihnachtskonzert im Michel

Heute war ich direkt nach der Arbeit mit meinem Vater im Nordischen Weihnachtskonzert, das von der Dänischen Seemannskirche ausgerichtet wurde und im Michel (Hamburgs Wahrzeichen, offiziell St. Michaelis genannt) stattfand.
Der letzte Besuch im Michel ist schon ewig her, sodass ich ganz verzaubert die Innenarchitektur und die Atmosphäre genoss.

 

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Das Licht war angenehm gedimmt und die Musik wirklich weihnachtlich – besonders schön war natürlich der Lucia-Zug, wo lauter singende Mädchen mit brennenden Kerzen durch die Kirche zogen. Vorn angekommen wurden die Flammen leider ruck zuck ausgepustet, während der Chor weitere Lieder sang, was ich schade fand. Naja, die Deutschen und ihr Sicherheitsbedürfnis (Nicht zu vergessen den historischen Fußboden! Dass der mal nicht leidet!)

Die Musikstile und Liedbeiträge waren sehr unterschiedlich, sodass für jeden Geschmack etwas dabei war. Weniger hanseatisch ausgedrückt: Vieles gefiel uns sehr gut, anderes weniger – mit guten zwei Stunden gab es jedenfalls Musik satt.
Wenn die Darbietung gerade weniger gefiel, gab es ja rund herum genug historische Details, die man sich anschauen konnte 😉

Mir hat es gut gefallen und im nächsten Jahr besuche ich das Konzert gerne wieder.

 

 

 

aufmerksam, feminin

Konzert mit Agnes Obel

Mit meinem Freund besuchte ich ein Konzert von Agnes Obel. Es ist eine Überraschung gewesen, sodass ich vorher nichts von ihr kannte – außer dem Lied in der Werbung mit den roten Blütenblättern.
Das Publikum war bunt gemischt, viele junge Erwachsene zwischen Mitte zwanzig und Mitte dreißig fühlten sich von der Künstlerin angezogen, das Geschlechterverhältnis war fast ausgewogen. Waren die Männer aus Eigeninitiative anwesend oder weil sie ihre Freundinnen begleiteten? Da die Musik sehr verträumt und oft melancholisch war, hätte ich erwartet, dass es vorrangig Frauen gefällt.
Ihre Stücke ähneln sich alle sehr. Sie begleitet sich selbst am Flügel und hat für den Hintergrundgesang und angenehmes unterschwelliges Brummen eine Künstlerin mit Kontrabass dabei. Dadurch, dass sie einige Lieder nach dem ersten Spielen mit Gesang später instrumental wiederholt, fragt man sich, wie viele Lieder sie eigentlich darbietet. Am Ende des Konzertes klingt alles gleich. Da ihre Musik abseits des Mainstreams eingängig und gefällig ist, stört das nicht. Große Überraschungen oder musikalische Neuentdeckungen sollte man innerhalb des Abends jedoch nicht erwarten.
Ich kann das Konzert denen empfehlen, die ruhige Atmosphäre und Romantik mögen – meinen Freund, der sich ganz besonders für die Romantik dieses Abends verantwortlich fühlte, leihe ich aber nicht aus. 😉