aufmerksam, feminin

Wer hat die Deutungshoheit?

 

Das Schöne an unserer Welt ist, dass Jede in Freiheit ihr eigenes Dasein mit Leben füllt. Und Jede die täglichen Erlebnisse auf ihre eigene Art deutet.
Wer etwas dagegen hat, dass Jede ihren eigenen Wünschen gemäß lebt und sich entfaltet, sind oft „alte weiße Männer“. Sie erheben einen Anspruch auf Deutungshoheit, auf Wissen, auf Entscheidungsmacht und Moral. Ihnen gegenüber stehen Frauen aller Couleur, Kinder, nicht-weiße Männer sowie Menschen mit interessanten Lebensentwürfen jeder Art. Natürlich gibt es auch jede Menge „junge weiße Männer“, die anderen diktieren, wie sie zu leben haben. Genauso wie „farbige Männer“, die mit Menschenrechten sehr lax umgehen.
Grundsätzlich interessant ist und bleibt, dass „alte weiße Männer“ bis heute unsere Gesellschaft bestimmen. Sie legen die Regeln fest. Sie lassen aufsteigen, lassen feuern, schreiben die Tageszeitungen (und stellen Frauen am liebsten mit 24% weniger Gehalt verglichen mit gleichwertigen männlichen Posten ein), lehren an Universitäten, fällen Urteile, regieren Kirchen.
So weit alles bekannt, auch wenn es sich insbesondere männliche Leser in diesem Ausmaß nur selten vor Augen führen – während Frauen es oft genug als Alltagssexismus erleben.

Das wirklich Interessante ist, dass sich die meisten „alten weißen Männer“, die ich kenne, nicht als solche bezeichnen würden. Und schon gar nicht als Gruppe zusammen gefasst werden wollen. Denn sie fühlen sich aufgeklärt und kritisch, sie fühlen sich liberal und modern. Am besten schreiben sie mir noch Leserbriefe und erklären mir väterlich die Welt, im Glauben, sie seien reflektiert und weltgewandt.
Nein.
Sie sind, auch wenn sie es tausendfach verneinen, Teil der Übermacht der „alten weißen Männer“, die bis heute die Welt regieren. Und da natürlich nicht alle die Welt regieren können, dirigieren sie wenigstens ihre Familie und ihre Abteilung.
Wer nicht auf ihre Weisheiten hören will, die sie ungefragt verteilen, wird abgestraft.

Daher heute meine persönliche „Hitliste blöder Sprüche von alten weißen Männern“:
„Was willst du denn jetzt ein Freiwilliges Soziales Jahr machen, wenn du nach dem Studium sowieso heiratest und Kinder bekommst? Reine Zeitverschwendung.“
„Das hat sich Gott so nicht gedacht.“
„Das wirst du noch bereuen.“
„Das halte ich für SEHR gewagt. Beruflich solltest du in eine ganz andere Richtung gehen, das wäre wesentlich solider.“
„Wirklich traurig, dass du keine Kinder bekommen willst. Aber sicher kommt der Wunsch später doch. Sonst wird es dir eines Tage sehr fehlen.“

 

aufmerksam, glaubhaft

Christen: Fremd im eigenen Land

„Es ist Zeit, aus dem Ghetto herauszukommen.“

Christen werden in Europa diskriminiert. Ein Fünfjahresbericht offenbart das Ausmaß dieses schwer zu greifenden Phänomens.

So der Beginn eines Berichtes über die Abwertung des christlichen Glaubensnicht in entfernten Ländern, sondern mitten in Deutschland.
Zu lesen unter
http://www.erf.de/1-542-3717-Artikel.html?PHPSESSID=de525cb2d4360caf51a20162ba70c2b6
Sehr empfehlenswert!

Ähnliches habe ich gestern auf einem Ausflug mit den Mitarbeitern der Praxis erlebt – obwohl sich alle gegenseitige Toleranz versicherten, wurde das Bild der verqueren Christen, die jede Vernunft hinter sich lassen, erzeugt und mehrfach verstärkt.
Ich war so damit beschäftigt, zuzuhören und zu verstehen, was da neben der sachlichen Diskussion an Untertönen und Ressentiments mitschwang, dass ich nicht in der Lage war, einen Kontrapunkt zu setzen. Schade.
Aber genau das charakterisiert die Situation: Alle beteuern, dass sie ganz liberal sind und und jeder glauben kann, was er will. Wenn man wirklich über jemanden stolpert, der glaubt, wird dies oft mit Kopfschütteln und Häme bedacht. Toleranz?!

 

P1050302

 

Christen – altmodisch, versteinert, ein Klotz am Bein der modernen Gesellschaft.
Je schneller ausgestorben, desto besser?