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Zecken und Schamodder: Wildnispädagogik ausprobiert

Und Zeckengift wirkt doch! Nur, um das vorab festzuhalten, und das Argument „Mückenspray hilft denen, die dran glauben“ zu entkräften. Obwohl ich grundsätzlich das beliebteste Opfer von stechenden Insekten aller Art bin, konnte mein Mann beim abendlichen Absuchen kein einziges Mistvieh entdecken, und das, obwohl die Biester den ganzen Tag auf uns herum gekrabbelt waren.
Nachdem wir diesen lebenswichtigen Punkt geklärt haben, können wir zum Unterhaltsamen übergehen:
In der Fischbeker Heide hatte ich einen sehr spannenden Tag unter dem Motto „Fortbildung Wildnispädagogik“. Da ich mir ständig neue Veranstaltungen für die SeniorInnen ausdenke, ist mein neuster Plan, nächste Woche eine Spaziergangsgruppe der besonderen Art zu eröffnen: Wir werden auf der Wiese turnen, unsere Wahrnehmung schärfen, wilde Kräuter essen und seltsame Fundstücke sammeln. Da kam mir die Veranstaltung des NABU gerade recht, um neben meinen eigenen Einfällen das konzentrierte Wissen der Profis einfließen zu lassen.
Wie viel ich tatsächlich gelernt habe, weiß ich nicht, aber es war ein wunderbares Erlebnis. Keine Ahnung, wann ich das letzte Mal eine Hütte aus Stöckern im Wald gebaut habe. Mit einem Feuerstein eine Flamme entfacht habe ich definitiv noch nie. Oben ist die Hütte meiner Gruppe zu sehen, ich taufte sie „das chaotische Monster“. Sie ist ein hässliches Ungetüm, dafür können SeniorInnen barrierefrei mit ihrem Rollator hineinfahren, so hoch ist der tragende Ast. Eine Familie mit fünf Personen kann auch darin übernachten. Es zieht zwar und regnet rein, aber Platz ist jede Menge.

Währenddessen bauten die Streberinnen nebenan eine super ordentliche Höhle, die kriechend auf dem Bauch betreten und verlassen wird. Dafür ist sie garantiert bis 11 Beaufort sturmfest. Man muss halt wissen, was man will… 😉 Und ich bin im Wald offensichtlich die chaotische, ausgesprochen nachlässige Variante meines üblichen Selbst. Auch schön zu erleben…

Extrem nach Rauch stinkend und mittel-verdreckt kam ich wieder zu Hause an und erzählte meinem Mann, dass ich ihn nächstest Mal unbedingt dabei haben will.
Eine Ehe überlebt ja nicht von allein, genauso wenig wie ein moderner Mensch in der Wildnis. Ehetraining und Überlebenstraining lassen sich doch ideal kombinieren, das festigt das Vertrauen in einander und schafft anhaltende Erinnerungen… Das sollte ich mal als Konzept vermarkten! Jetzt, wo mein Fachbuch über die ganzheitliche Atemgymnastik mit SeniorInnen endlich auf dem Markt ist, brauche ich dringend ein neues Projekt 😉

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Hamburgs heimliche Höhepunkte: Heideblüte im Wittmoor

Ein kleines Quiz für alle Hamburgerinnen:
Sehen wir hier ein Foto aus der Lüneburger Heide in Niedersachsen?
Oder aus der Fischbeker Heide an Hamburgs südlichem Stadtrand?
Oder aus dem Wittmoor an Hamburgs nordöstlichem Stadtrand?

Tatsächlich blüht aktuell die Heide im Wittmoor zwischen Lemsahl-Mellingstedt, Duvenstedt (beides Hamburg) und Norderstedt (Schleswig-Holstein).
Der NABU veranstaltet hier öffentliche Führungen und freut sich anschließend über eine kleine Spende.

Neben Heideflächen gibt es ausgedehnte Wiesen, Waldstreifen, Sümpfe und viele Obstbäume von früheren Siedlern.

Die große Artenvielfalt beinhaltet auch Eidechsen und Kraniche.
Eine geführte Wanderung lohnt sich besonders, um einen ersten Einblick in das Naturschutzgebiet zu bekommen und Wissenswertes über die Geschichte des Moores zu erfahren.

Das Wittmoor ist zu erreichen über die Straße „Fiersbarg“ in Lemsahl-Mellingstedt mit der gleichnamigen Bushaltestelle der Linien 176 und 276. Ebenso über die Straße „Mesterbrooksweg“ in Duvenstedt, gleiche Buslinien. Beide starten bzw. enden am S-Bahnhof „Poppenbüttel“. Oder über Glashütte und die Buslinie 278, die zum U-Bahnhof „Ochsenzoll“ fährt. Oder mit der Buslinie 178, die zwischen der S-Bahnstation „Poppenbüttel“ und der U-Bahnstation „Garstedt“ verkehrt.

Bisher erschienen unter „Hamburgs heimliche Höhepunkte“:

Rund um das Bergedorfer Schloss
Spaziergang zum Wellingsbüttler Torhaus
Grüne Perlen entlang der Alster
Historische Architektur und romantische Ecken am Leinpfad

Ausflug außerhalb Hamburgs zum Dassower See und Pötenitzer Wiek

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Auszeit vom Alltag: Eine Exkursion ins Grüne

Schon lange hatte ich vor, eine Veranstaltung des Naturschutzbunds mitzumachen. In Hamburg geben sie jedes Jahr ein dickes Veranstaltungsheft heraus. Sobald ich es entdecke, markiere ich mir jede Menge Exkursionen:
Biotop-Pflege in den Feuchtwiesen,  Nachtfalter-Wanderungen, Brunft der Hirsche im Wald, Beobachtungen von durchreisenden Zugvögeln, mit dem Kanu auf der Alster paddeln und per Detektor Fledermäuse aufspüren und was es nicht alles gibt. Bisher hatte ich grundsätzlich an genau dem Tag irgend etwas anderes vor, sodass meine letzte NABU-Wanderung in Hamburg über zwanzig Jahre zurück liegt (diverse Wattwanderungen in Urlauben ausgeschlossen). Oder ich fand das Veranstaltungsheft erst im Januar des folgenden Jahrs beim Aufräumen wieder, ähem.
Heute passten Termin und Wetter wunderbar zusammen, sodass ich bei sommerlichen 28°C von der S-Bahn auf dem Wanderweg bis zum Treffpunkt stiefelte. Währenddessen schmierte ich mich noch mit Nervengift Mückenschutz ein und freute mich auf einen Nachmittag jenseits der Stadt.

Im ersten Moment klingt eine Exkursion mit einer Naturschutz-Expertin oder einem Biologen ziemlich öde. Und warum sollte man seine begrenzte Freizeit ausgerechnet für eine Runde „Was singt denn da?“ oder ähnliche Führungen nutzen?
Unterwegs mit den Insekten-Insidern und Pflanzen-Profis finden wir zu einer Aufmerksamkeit der Natur gegenüber, die wir sonst selten erleben.
Einerseits lassen wir auf diese Weise die alten Grübelschleifen hinter uns.
Andererseits sind wir präsent im Hier und Jetzt.
Außerdem finden wir eine neue Achtsamkeit unserer Umgebung gegenüber: Wir schauen uns die Blüten genauer an, auf die hingewiesen wird. Wir lauschen dem Gesang von Vögeln, die wir sonst überhören. Wir entdecken spektakuläre Raupen, die uns trotz ihrer giftigen Farben nie aufgefallen sind.
Kurz: Wir lassen den Alltag meilenweit hinter uns.
Statt mehrerer dicker Scheine, die wir für Wellnessangebote zahlen, reicht in diesem Fall eine kleine Spende für die örtliche Naturschutz-Gruppe und ein nettes Dankeschön an die Fledermaus-Fachleute.

Wer weiblich und halbwegs hübsch ist sowie über ein solides Grundwissen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt verfügt, bekommt hier von links besondere Vogelfedern in die Hand gedrückt und von rechts Feldstecher gereicht…  😉
Also, sehr zu empfehlen, der NABU!