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Fit und froh: Power für die Pause in Schule, Therapie und Gruppenstunden

Ob in der Gruppenstunde, der Therapiesitzung, der Reha oder in der Schule:
Regelmäßige Pausen sind wichtig für die Fitness und die Konzentration. Damit auch die Seele profitiert, habe ich „Fit und froh: Power für die Pause“ zusammengestellt. Die Aktionsblätter versammeln ein inspirierendes Zitat, meine Übungen aus dem Lachyoga sowie Lockerungsübungen. Ein anfeuernder Ruf und artikulatorische Übungen wie frische Zungenbrecher runden die Auszeit ab.

Kostenlos zum Herunterladen für Pädagoginnen, Therapeutinnen, Lehrerinnen und Eltern:
Fit und froh 1

Fit und froh 2

Fit und froh 3

Fit und froh 4

Fit und froh 5

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Die Freude am Verpassen: Joy Of Missing Out

Im Englischen gibt es den Begriff „fomo“: Fear of missing out – die Angst, etwas zu verpassen. In den eng getakteten, oft völlig zerissenen Tagen des Alltags macht sich bei manchen ein Wechsel der Blickrichtung bemerkbar. Es entsteht „jomo“: Joy of missing out – die Freude, etwas zu verpassen.
Viele von uns meinen, das was wir tun, würde unser Leben prägen: In welcher Branche wir arbeiten, wofür wir unser Geld ausgeben, womit wir unsere Freizeit füllen. Das stimmt natürlich, doch genauso wichtig finde ich die Aktivitäten, die wir ausklammern.
Ich besitze aus Prinzip kein Smartphone, und mein 16 Jahre altes Handy liegt meistens zu Hause im Arbeitszimmer auf dem Aktenschrank. Oft bekomme ich wochenlang keine SMS. In den Urlaub nehme ich es meist noch nicht einmal mit. Wenn es tagelang ohne Strom irgendwo herum liegt, stört das niemanden. Wer mich sprechen oder treffen möchte, kann das leibhaftig vor Ort oder unterwegs tun. Kann das Festnetz nutzen oder eine Mail schreiben. Die ganze Tyrannei des ständigen „Es-plinkt-und-blinkt-jetzt-schickt-meine-Freundin-ein-Bild-von-ihrem-neuen-Blumentopf-deswegen-werde-ich-alle-11-Minuten-aus-meiner-Konzentration-gerissen“ verpasse ich. Mit aller-allergrößter Freude. Wenn es wichtig ist, erreicht man mich. Wenn es trivialer Blödsinn ist, der deine und meine Zeit stiehlt, nicht.


Wofür verschenkst du deine Zeit nicht? Whats-App, Tagesschau, Netflix-Serien, Werbung, sensationsgeile Überschriften, Shopping?
Wofür gibst du dein Geld nicht aus? Auto, Süßigkeiten, elektronische Geräte für Spiel und Spaß, Markenkleidung, Festivals, Hauskredit?
Welche Meinungen und Trends des aktuellen Zeitgeists verpasst du mit vollem Genuss?

Der Witz ist ja, wie ich schon öfter geschrieben habe, dass wir fast nichts müssen. Wir müssen arbeiten, um unseren Lebensunterhalt zu sichern, und damit Steuern, Krankenkassenbeiträge u.ä. zahlen. Was wir arbeiten, und welchen Wert wir unserer Tätigkeit beimessen, ist eine Frage der eigenen Prioritäten. Wir können gerade so viel arbeiten, dass es zum knappen Überleben reicht, und den Rest der Zeit in einem Selbstversorger-Garten verbringen. Oder mit Flüchtlingskindern spielen. Oder ausgesetzte Tiere retten.
Alles andere ist unsere ureigene Entscheidung.
Und wenn wir andere Menschen Entscheidungen über unser Leben treffen lassen, ist auch das unsere persönliche Wahl.
Wir hätten eine andere gehabt, denn: Wir müssen gar nichts.
Gar nichts.

Niemand zwingt uns, eine Verabredung einzuhalten, auf die wir eigentlich keine Lust haben. Also tatsächlich: Wirklich überhaupt keine Lust haben. Die wir aber nicht absagen mögen, weil dann andere enttäuscht sein könnten. Oder wir im Freundeskreis den Anschluss verpassen könnten, wenn wir schon wieder fehlen.
Das riecht nicht nach Genuss, sondern nach Angst. Wobei die Person, die über unsere Abwesenheit enttäuscht ist, für ihr Gefühl der Enttäuschung selbst die Verantwortung trägt.
Und der Freundeskreis, der ein „Ich möchte heute einfach nur Ruhe haben, viel Spaß bei eurem Treffen, ohne mich“ nicht verträgt, ist vielleicht kein tragbares Netz für mein Herz.

Wer denkt „Eigentlich wollte ich ja mitmachen / hinfahren / unterstützen, aber ich sehne mich so nach einer Auszeit“ kann sich sicher sein, dass das Herz bei der geplanten Aktivität nicht voll dabei sein wird. Und wenn das Herz nicht voll dabei ist, ist es faktisch gar nicht dabei, und dann hat es keinen Wert für unser Leben. Schließlich haben wir nur ein Leben, während wir so tun, als könnten wir unsere Zeit beliebig oft verteilen, auch an Aktivitäten, die eigentlich unwichtig sind.
Wer sich dennoch zwingt, aus innerem Verpflichtetfühlen den eigenen Widerstand zu übergehen, wird kaum Freude an dem krampfhaft eingehaltenen Termin haben. Aber eine Verabredung mit lauwarmer Motivation absolviert haben: Herzlichen Glückwunsch für die Freundin, die dieses Vergnügen mit uns teilte! (Hust)
Wer weiß, vielleicht hätte sie selbst lieber mit einem Buch im Garten unter der Linde gesessen, statt sich zwanghaft mit uns zu treffen?!

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Popcorn-Pralinen-Pause

Wenn alles anders läuft als geplant, können wir uns hervorragend mit aufregen aufhalten. Oder einen Schritt zurück treten und die unvorhergesehenen Stolpersteine wie überraschende Wendungen im Kinofilm betrachten. Dazu knabbern wir Popcorn, und eh wir wissen, was passiert, fühlen wir uns schon besser. Sollen die Unfälle und Rückschläge des Lebens doch versuchen, beängstigend auszusehen: Wir haben Popcorn und Pralinen. Und Blumen! Das ist wirklich genug für eine kleine Pause im Gehirn und einen Moment Genuss…

Verlinkt mit Holunderblütchen und FloralFridayFotos.

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Kirche der Stille: Die „Heiligen Nächte“ erleben

 

Nachdem ich eine der Krippenandachten im Hamburger Michel besuchte, war ich tags darauf in der Kirche der Stille zu Besuch.
Vom 26. Dezember bis 06. Januar findet täglich um 18:00 Uhr ein Angebot zu den „Heiligen Nächten“ zwischen Weihnachten und dem Drei-Königs-Tag statt.
Bei den Krippenandachten hatte ich den Eindruck, dass es um ein „Mehr“ ging: Ein mehr an schöner Musik und festlicher Atmosphäre.
In der Kirche der Stille wirkte der Fokus auf mich wie ein Ruf zu „Weniger“: Weniger sprechen, weniger denken, weniger handeln. Dafür loslassen, schweigen, spüren, ruhig werden, Lasten abgeben. Mit Momenten der Stille, Impulsen zum Nachdenken, sehr ruhiger Musik einzelner Instrumente und Taizé-Gesängen.
Ein völlig anderes Konzept in komplett anderem Rahmen, sodass sowohl die LiebhaberInnen von Mehr als auch vom Weniger in den Tagen zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr auf ihre Kosten kommen.
Auch in der Kirche der Stille sollte man deutlich früher kommen, ab 17:30 Uhr ist die Kirche offen. Auch hier sind überwältigend viele Menschen, was mich in dieser Oase der Ruhe erstmal aus dem Konzept brachte. Durch das konsequente Schweigen aller Anwesenden fühlte ich mich dann doch wohl. Und wer vorgewarnt ist, dass hier nicht die übliche Handvoll Personen im leeren Raum auf Meditationsmatten sitzt, sondern der ganze Raum gefüllt, kann sich entsprechend vorbereiten. Unbedingt warme Socken mitbringen, da die Schuhe draußen bleiben. Und eine Decke oder eine warme breite Stola, es zieht (je nach Sitzplatz) empfindlich (die vorhandenen Decken sind natürlich sehr schnell vergeben…).
Die Kirche der Stille ist zu erreichen über die S-Bahn-Station „Holstenstraße“ (10 Minuten Fußweg), und die Busse 15, 20, 25, 183, 283 bis Max-Brauer-Allee Mitte.

 

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Später. Das heben wir uns für einen besonderen Moment auf.

Vor Kurzem haben mein Mann und ich erlebt, was es bedeutet, sich „etwas Besonderes für später aufzuheben“: Der Likör meines Mannes verlor an Geschmack und verwandelte seine Konsistenz, meine raffinierten Teemischungen aus dem Urlaub dienten als Zuhause für winzige Lebensmittelschädlinge. Seitdem herrscht nach einer Vorrats-Razzia ein strenger Essiggeruch in der Küche, der vom Auswischen der Schränke herrührt.

Wer kennt das nicht? Die teuren Pralinen warten auf Ehrengäste, der besondere Wein auf einen romantischen Augenblick, die afrikanischen Gewürze aus den Flitterwochen auf ein passendes Gericht. Und was passiert? Während der Alltag uns im Griff hat, gehen die „Schätze“ im Vorratsschrank den Weg alles Irdischen und Vergänglichen. Bis wir eines Tages feststellen, dass die Leckereien an Aroma eingebüßt haben und besser zeitnah genossen werden sollten.

In diesem Sinne plädiere ich dafür, Gutes zu genießen, wenn es uns erreicht.  Nicht einen Grund zum Feiern abwarten: Wir brauchen keinen Arbeitsvertrag für unseren Traumjob unterschreiben, den Umzug in die neue elegante Wohnung vollziehen, die nächste Beförderung erleben, das erste Hochzeitsjubiläum bevorstehen haben, um etwas Schönes zu zelebrieren.

Das Leben ist hier und jetzt genießenswert. Die anwesenden Gäste sind die Ehrengäste. Die Partnerin / der Partner ist auch ohne Jubiläum oder inszenierte Romantik meine Aufmerksamkeit wert.
Jenseits von neuen Erfolgserlebnissen und vorzeigbaren Aufstiegen in finanzieller oder sozialer Hinsicht dürfen wir uns selbst so wertschätzen, dass wir uns einen kulinarischen „Schatz“ gönnen.

 

 

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aufmerksam

Locker lassen

 

Nicht in der Anstrengung vollendet sich unser Leben,
sondern in der gelösten Gebärde freien Empfangens und Genießens.

Reinhard Deichgräber

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Kaffeepause mit zarten Blüten

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Eine kleine Kaffeepause mit farblich passenden Blümchen…

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Dazu habe ich das kleine Votivglas fast komplett bis an den Rand mit gewässerter Steckmasse gefüllt. Die Steckmasse deckte ich mit Efeublättern ab und steckte kleine Ästchen von Wachsblumen dazwischen. Die perfekte Resteverwertung nach dem Binden von großen Sträußen, wenn kleine Teile vom Ausputzen übrig bleiben!

„Holunderblütchen“ zeigt wieder viele Sträuße anderer kreativer Frauen.