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Wunschzettel für den Urlaub: Aktiv und bummelig die Seele baumeln lassen

Meine persönliche Aktivitätenliste für einen Urlaub an der Nordsee, der Herz und Hirn gut tut.
Zur Nachahmung empfohlen, egal, in welchem Ferienort.
1.) Wocheneinkauf in einem fremden Supermarkt
Jaaaa, ich gebe zu, so wahnsinnig viel Lust hatte ich nicht, den Einkauf für unsere Urlaubswoche anzugehen. Aber allein durch einen fremden Supermarkt zu laufen, kann auch ganz schön sein. Selbst, wenn es nicht so unterhaltsam wie in Skandinavien oder Frankreich ist – auch ein unbekannter Edeka kann Teil des Ferienprogramms sein, wenn ich mir Zeit lasse, statt durch die Gänge zu galoppieren. Und wenn der Ehemann in der Ferienwohnung arbeiten muss, ist selbst die Pflicht eine verhältnismäßig entspannte…
2.) Kunst genießen
Ich brauche keine ganz besonders große Kunst, die am Besten noch brutal und verstörend ist. Mir reichen ein paar Ölgemälde im historischen Gemeindesaal und der Besuch in einer Töpferei. Das mag spießig und seniorengerecht klingen, aber mich inspiriert es und hebt meine Laune nachhaltig. Besonders, wenn ich der Kunst dicht auf die Haut rücken kann, um herauszufinden, wie ein bestimmtes Bild entstanden ist. Allein zu sehen, dass ein wirklich gelungenes Gemälde von einem echten Könner offensichtlich mehrfach komplett neu gemalt wurde, wie die Farbränder am Rand der Leinwand zeigen, empfinde ich als enorm ermutigend.

3.) Einen Sport jenseits des Alltags ausprobieren
Alle paar Jahre nutze ich den Urlaub, um eine Reitstunde zu buchen – zuletzt auf der Gemeindefreizeit auf Rømø. Ich werde wohl nie verstehen, warum Personen, die Ausritte für AnfängerInnen anbieten, derart ruppig und herzlos sind und damit jedes Mal einen Teil meiner Freude stehlen. Es ist und bleibt mir ein Rätsel. Nichts desto trotz versuchte ich, die Zeit mit meinem namenlosen Pony zu genießen und zehre noch eine Woche später vom Muskelkater (-;

4.) Zu seltsamen Tageszeiten spazierengehen
Damit mein Mann trotz Arbeit die Woche genießen konnte, gingen wir jenseits der üblichen „Draußen-aktiv-sein-Zeit“ spazieren. So erlebten wir einen wunderbaren Dämmerungsspaziergang, bei dem wir zwischendurch das Quermarkenfeuer passierten und am Ende vom Leuchtturm durch die Dunkelheit geleitet wurden. Einen Seehund trafen wir auch, der offensichtlich gehofft hatte, dass all die Nervensägen endlich drinnen vor dem Fernseher saßen oder sich in Restaurants mit der Seuche infizierten.

5.) Meine heißgeliebten „Auf-dem-Bauch-liegend-Perspektiven-Fotos“ schießen
Ich bin immer auf der Suche nach dem finalen, endgeilen Foto von „Strandgut im Vordergrund und Wellen im Hintergrund“. Das ist eine reichlich feuchte Angelegenheit, bei der schnelles Aufspringen, Strandgut retten und vor Riesenwellen davon rennen (aus dem Liegen hoch hechtend) nötig sind.
Full-Body-Workout nennt man das, glaube ich.
Ach ja, Bernstein suchen gehört seit Kindheitstagen auch dazu, im Bild oben ist KEIN Bernstein zu entdecken. Leider.
6.) Eine ausgewogene Ernährung hilft dem Großstadtgestressten Körper, sich von innen heraus zu erholen. Und zu entgiften, ganz wichtig: Nichts geht heute mehr ohne entgifffften
Mein Tipp: Kuchen zum Mittagessen.
Heute.
Gestern.
Und vielleicht morgen noch mal.
Lässt sich ideal beim Traditionsbäcker abholen, auf langen Touren in der Vorratsdose mitnehmen und mit sandigen Händen (siehe oben) essen.
Kinder gibt’s hier keine, die erzogen gehören und ein verlässliches Vorbild brauchen. Jippieh!

7.) 38000 Mal das gleiche Motiv fotografieren, während wir uns ihm nähern, daran vorbei wandern und uns wieder entfernen
Weil’s geht.
Und Spaß macht, möglichst viele Perspektiven und Varianten zu finden.
Und weil es in Hamburg keine Leuchttürme gibt.
Also: Draufhalten, bis die Möwe weint.

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Hamburgs heimliche Höhepunkte: Der Kupferteich in Poppenbüttel

In der Serie „Hamburgs heimliche Höhepunkte“ führe ich zu vielfältigen Zielen in und um Hamburg. Für HamburgerInnen rege ich zu Ausflügen ins Grüne an und verlocke TouristInnen, die Stadt jenseits der City kennenzulernen.


Heute unternehmen wir eine Runde zum Kupferteich in Poppenbüttel, Hamburgs Norden:
Entweder mit dem Fahrrad ab dem Bahnhof Ohlsdorf (Linien S1 und U1 sowie Busse) oder ab dem Bahnhof Poppenbüttel (Linie S1 sowie Busse) zu Fuß oder ebenfalls mit dem Rad.
Wer eine ca. 20km lange Route wünscht, startet in Ohlsdorf mit dem Rad und fährt den Alsterwanderweg immer nach Norden bis zum Hohenbuchen-Park in Poppenbüttel. Wer in Poppenbüttel eine kürzere Runde zu Fuß (ca. 7 km) an der S-Bahn beginnt, läuft den „Heegbarg“ hinab bis zum mehrspurigen „Saseler Damm (Ring 3)“ und folgt ihm bergab. Dort führt eine Brücke über die Alster, hier biegen wir ins Alstertal ein und kommen als erstes an der Poppenbütteler Schleuse vorbei.

Wir folgen dem Alsterwanderweg nach Norden. Am Hohenbuchen-Park halten wir uns links und laufen am Gelände eines inklusiven Bio-Bauernhofs entlang. Wer mag, kauft hier Pflanzen und landwirtschaftliche Erzeugnisse am Stand unter uralten Buchen. Bezahlt wird über eine Vertrauenskasse, der Stand ist durchgehend (auch am Wochenende) bestückt. In einem Halbkreis wandern wir um den Bauernhof, während unter uns die Alster in einer Schleife verläuft. Dann nehmen wir den Weg nach links, um an der Mellingbek (kleiner Bach) auf die „Poppenbüttler Hauptstraße“ zu kommen. Wir überqueren die Straße und gehen in die Wohnstraße „Kupferhammer“, die nach wenigen Metern in einen Park übergeht.
Nun wird es ganz einfach: Wir spazieren den Weg entlang, der uns direkt zum Kupferteich bringt. Dort kühlen wir die Füße im Wasser, lassen den Hund baden oder picknicken auf der Wildblumenwiese.


Wer mag, läuft einmal rund um den Kupferteich und die selbe Strecke wieder zurück.
Ebenso gut lässt sich von hier aus das Wittmoor Richtung Lemsahl-Mellingstedt und Duvenstedt erkunden, dazu folgen wir den Sandwegen Richtung Norden und queren den „Eichelhäherkamp“. Wer mit dem Fahrrad eine ca. 20 km Runde fährt, kann dem „Kupferteichweg“ am Pferdehof entlang folgen, die „Harksheider Straße“ kreuzen und neben der Baumschule wieder in die Natur eintauchen: Hier liegen der Hummelsee und der (sehr grüne) ehemalige Müllberg, von dem aus der Blick bis zur Elbe schweift. Die Tour kann wetterbedingt abgekürzt werden und endet dann an der U-Bahn Kiwittsmoor oder wir bleiben beim ursprünglichen Plan und landen wieder in Ohlsdorf: Dazu den asphaltierten Wegen durch die Hummelsbüttler Wiesen folgen, und die „Hummelsbüttler Landstraße“ bis zu ihrem Ende abfahren.

Wer sich weitere Ausflugsziele in und um Hamburg wünscht:
Das Raakmoor, von Poppenbüttel über Bergstedt nach Farmsen, der Bramfelder See, Gut Karlshöhe, das Museumsdorf Volksdorf, die Vierlande, im Stadtpark, das Wittmoor, am Leinpfad, entlang der Alster in Eppendorf, das Bergedorfer Schloss, das Wellingsbüttler Torhaus, der Norderstedter Stadtpark, Arboretum Ellerhoop.

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Gemütlich und natürlich: Biohof „Stüffel“ in Hamburg

Der Gärtnerhof am Stüffel in Hamburg-Bergstedt gibt Menschen und Tieren ein Zuhause. Auf dem Biohof arbeiten Menschen mit Handicap, findet therapeutisches Reiten statt und Schulklassen kommen zu Besuch. Schon lange wollte ich mich dort einmal umschauen, schließlich kaufte meine Oma vor Jahrzehnten hier ein. Mit dem Rad in der S-Bahn fuhr ich bis zur Endstation Poppenbüttel, weiter zur Bergstedter Mühle und durch das Naturschutzgebiet Hainesch-Iland. Von dort ist es nur noch ein kurzes Stück über Feldwege bis zum Hintereingang des Hofgeländes.

Die schwarzen Zottelkühe waren nirgends zu sehen, dafür wurden Ponies geputzt und geritten.
Draußen wuchs der Feldsalat und Grünkohl wartete auf die Ernte. Im Hofladen wird ein breites Spektrum Biolebensmittel und Drogerieartikel verkauft, auch im Winter einige eigene Produkte.

Ein großer Fahrradstellplatz hält Räder und Einkaufswagen trocken, nebenan liegen eine Sandkiste und eine überdachte Terrasse: Für Familien, die bei wärmerem Wetter parallel zum Einkaufen die Kinder spielen lassen wollen. Wer mag, genießt dabei einen biologischen Kaffee oder nimmt ein Eis auf die Hand.