aufmerksam, feminin, glaubhaft

Kann alleine: Vom Glück, es allein zu schaffen

Kleinkinder haben eine ausgedehnte „Kann-alleine-Phase“:
Anziehen, essen, das Dreirad aus dem Gartenschuppen ziehen – immer heißt es „Lleine machen!“ oder „Kann lalleine!“
Uns Frauen mangelt es leider oft am „Lleine machen“: Wir warten darauf, dass unser Partner oder eine Freundin Lust hat, bei unseren Plänen mitzumachen. Wir trauen uns nicht, einfach mal ohne die Ratschläge anderer loszulegen. Wir meinen, schief angeschaut zu werden, wenn wir allein in den Urlaub fahren oder auch nur allein im Café sitzen.

Ich bin gern allein unterwegs, einfach, weil ich auf niemanden Rücksicht nehmen muss und mein eigenes Tempo bestimmen kann. Dennoch gibt es Dinge, die ich vermeide, weil ich meine, es allein nicht zu schaffen. Besonders, wenn es darum geht, mich auf die Kraft meines Körpers zu verlassen.

Letztes Wochenende waren mein Mann und ich im Kletterpark, und es stellte sich heraus, dass ich mich deutlich geschickter anstellte. Überraschung Nummer eins.
Außerdem stellte sich heraus, dass ich es hasste, immer die Erste an der nächsten Aufgabe des Parcours zu sein, aber genauso wenig die Zweite sein wollte. Überraschung Nummer zwei.
Oft genug stand ich auf 14 Metern Höhe auf der Plattform und jaulte: „Ich habe echt Angst, echt jetzt!“ und sprang wenige Sekunden später doch auf das nächste Seil oder hangelte mich über das nächste Hindernis.
Also, liebe Frauen: Kann alleine! Einfach mal machen, im Zweifelsfall hat der Mann an unserer Seite viel weniger Ahnung, als wir so glauben (und hoffen).

Nachdem das Stand-Up-Paddeln im Urlaub so viel Spaß machte, aber eben nur mir Spaß machte, war klar:
Das mache ich in Hamburg bald mal wieder. Lalleine machen.
Also lieh ich mir vorgestern ein SUP aus, um den Kletter-Muskelkater durch Paddel-Muskelkater zu kontern, und legte los. Entgegen der Meinung des Profis schön in die Gegenrichtung der empfohlenen Strecke, um mehr Spaß und Spannung zu haben. Leider besiegte mich bald ein ausgedehntes Kiesbett, das ich mit noch so viel Ziehen am SUP nie überwinden konnte, sodass ich umdrehen, das SUP über die Schleuse tragen und neu einsetzen musste. Wat soll’s, ich hatte meinen Plan umgesetzt, war gescheitert und paddelte nun auf der deutlich langweiligeren Hauptstrecke entlang.

Scheitern gehört dazu, hat aber nichts mit Versagen zu tun – versagen tut nur, wer es gar nicht erst versucht.
Und ich hatte dann ja eine wunderbare Paddeltour, nur wesentlich ruhiger, als auf meiner privaten Abenteuerstrecke geplant.
Obwohl ich eine Menge auf dem SUP herum turnte, um Fotos von der Landschaft zu machen, blieb ich sicher oben. Meine Wechselkleidung war also, wie immer, überflüssig. Und das Schleppen des großen, dreckigen SUPs schaffte ich auch wunderbar alleine. Und der Kletter-Muskelkater war nach dem Paddeln sogar weg.
Na also.
Leine machen!

aufmerksam, glaubhaft

Konstrukteur der eigenen Wirklichkeit

Wir zitieren den weltberühmten Psychotherapeuten Paul Watzlawick:
„Ich behaupte, wenn es Menschen gäbe, die wirklich zu der Einsicht durchbrächen, dass sie die Konstrukteure ihrer eigenen Wirklichkeit sind, würden sich diese Menschen durch drei besondere Eigenschaften auszeichnen.
Sie wären erstens frei, denn wer weiß, dass er sich seine eigene Wirklichkeit schafft, kann sie jederzeit auch anders schaffen.
Zweitens wäre dieser Mensch in tiefstem ethischen Sinn verantwortlich, denn wer tatsächlich begriffen hat, dass er der Konstrukteur seiner eigenen Wirklichkeit ist, dem steht das bequeme Ausweichen in Sachzwänge und die Schuld der anderen nicht mehr offen.
Und drittens wäre ein solcher Mensch im tiefsten Sinne konziliant.
Natürlich gibt es solche Menschen sehr, sehr selten. Aber wir alle erleben Momente, die irgendwie eine ganz besondere Bedeutung für uns haben. (…)“

aus: „Der Ernst des Lebens. Und was man dagegen tun kann“ von Andreas und Stephan Lebert

Konzilianz (aus dem lat. conciliare versöhnen, ebenso im Italienisch) ist eine soziale Haltung, die sich um Entgegenkommen, Ausgleich und Versöhnung bemüht, Verständnis für den anderen oder auch den Gegner aufbringt. Konziliante Menschen werden häufig als diplomatisch handelnde Menschen bezeichnet, der Begriff Konzilianz ist eher bildungssprachlich verbreitet.

Quelle: Wikipedia, 27.07.2012 13:07 Uhr