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Gottesdienst am Arbeitsplatz feiern: Eine lohnende Herausforderung

In meiner Arbeitsplatzbeschreibung steht definitiv nicht, dass ich mit den SeniorInnen der Residenz Gottesdienst feiere. Erstens ist es nicht mein Job, zweitens bin ich keine Pastorin, und drittens sind wir kein christliches Haus. Da durch Corona seit einem halben Jahr die Pastorin nicht mehr zu Besuch kommt, um Gottesdienste anzubieten, entschloss ich: Das geht so nicht weiter. Zu besonderen Anlässen habe ich schon Andachten gestaltet, die den SeniorInnen gut gefielen, also setzte ich einfach einen Termin fest und hoffte, dass mir zum Inhalt noch rechtzeitig etwas einfallen würde.
Für alle, die gern in einem offenen Rahmen am Arbeitsplatz Gott anbeten wollen, aber selbst nicht wissen, wie – hier teile ich meine Fragen und Lösungen.

Ein Thema finden:
Jenseits der klassischen Feste im Kirchenjahr ein Thema zu finden, kann anstrengend werden: Das Motto soll nicht völlig nebulös und langweilig sein, aber auch nicht so speziell, dass es Einzelne abschreckt. Überhaupt: Einen roten Faden entwickeln, der einerseits neugierig macht und den wir andererseits sinnvoll inhaltlich füllen können, ist manchmal eine echte Herausforderung. Da ich lange grübelte, wie ich die Anwesenden aus unterschiedlichen religiösen Hintergründen gleichermaßen angemessen ansprechen kann und die Vorbereitungszeit immer knapper wurde, entschloss ich mich schließlich zur Kapitulation.
Ich betete: „Jesus, du weißt, dass ich einfach einen Termin für einen Gottesdienst festgesetzt habe. Du weißt, dass den SeniorInnen die Andachten fehlen. Du weißt auch, dass ich gerade überhaupt keinen Plan zum Inhalt habe, aber den Damen und Herren eine intensive Zeit in deiner Gegenwart schenken möchte. Nur: Das ist dein Job, nicht meiner. Erstens fällt mir echt kein schwungvolles Thema ein, das ganz unterschiedliche Menschen anspricht, und zweitens kann ich nichts dafür tun, dass diese Stunde eine kraftvolle Erfahrung für alle wird. Ich brauche dich jetzt wirklich dringend. Bitte schenke du mir eine Inspiration und die passenden Ideen, sie praktisch umzusetzen. Du weißt sowieso viel besser, was die BesucherInnen brauchen, als ich es in der Vorbereitung erahnen kann. Bitte schenke mir genau das, was jetzt an Ermutigung und Input dran ist.“
Tja, und schon hatte ich mein Motto: „Durchhalten“ nannte Gott mir als wichtigste Parole in der andauernden Corona-Zeit. Und die passenden Texte, Lieder, spirituellen Übungen und Fragen zum Austausch kamen dann fast von allein.

Mut zur Lücke:
Zum Thema „Durchhalten“ packte ich einen kleinen Pappkoffer mit lauter Dingen und Anregungen, um die nächste Etappe mit Corona zu überstehen. Nachdem ich mir als Auftakt diverse Vorschläge hatte nennen lassen, was die SeniorInnen meinten, was in den Koffer gehörte, zog ich einen Gegenstand nach dem anderen heraus und baute so meinen Gottesdienst auf. Vorher war ich unzufrieden gewesen, weil ich dank des Koffers zwar eine Verbindung zwischen den einzelnen Elementen hatte, aber so richtig rund wirkte der Gottesdienst nicht.
Durch diverse andere Aufgaben musste ich am entscheidenden Tag von jetzt auf gleich in die Andacht starten, ohne mich vorher einmal innerlich sammeln zu können. Ich war darauf angewiesen, dass mir in der Moderation die passenden Übergänge einfielen, damit während des Geschehens dann hoffentlich ein rundes Ganzes aus den einzelnen Puzzleteilen würde.
Und es wurde! Wenn wir unsere Komfortzone verlassen, wenn wir Gott in unserem Arbeitsalltag Raum geben, wenn wir als ChristInnen sichtbar werden, wenn wir dabei ziemlich Schiss haben: Gott kennt uns durch und durch und wird uns in dieser Herausforderung segnen. Er liebt es, wenn wir Schritte des Vertrauens auf ihn zu wagen, auch wenn wir Angst haben, unterwegs abzustürzen. Er wird uns niemals ins Leere fallen lassen, denn schließlich tun wir nichts anderes, als unseren Glauben sichtbar zu leben und andere dazu einzuladen. Genau das wünscht sich Jesus von uns, selbstverständlich stärkt er uns den Rücken dabei!
Insofern: Mut zur Lücke und auf Gott vertrauen, er gibt uns im richtigen Moment genau die passenden Worte. Das habe ich in den letzten Wochen überwältigend oft erlebt, sobald ich außerhalb meiner Routine unterwegs war. So auch in diesem Gottesdienst.

Authentisch sein:
Vor lauter Stress an diesem Tag hatte ich vor Beginn der Andacht keine Zeit, Gott um seinen Segen und Gelingen für den Gottesdienst zu bitten. Ich rauschte direkt in den Raum, baute schnellstmöglich auf, maß allen die Temperatur, sorgte für sonstige Corona-Maßnahmen und begann übergangslos das Programm. Erst, als wir das erste Lied sangen, fiel mir auf, dass ich durch meine Hetze sogar ein einleitendes Gebet mit den SeniorInnen vergessen hatte. Und da ich kein Gebet vorbereitet hatte, musste ich genauso beten, wie ich persönlich allein oder mit Glaubens-FreundInnen bete:
Echt, ehrlich, aus dem Moment heraus und extrem persönlich.
Keine schnulzigen Sätze in künstlicher und altmodischer Kirchensprache, sondern einfach so, wie ich mit Jesus sowieso jeden Tag mehrfach im Gespräch bin. Mit FreundInnen und Menschen aus der Gemeinde laut zu beten, wie mir gerade der Schnabel gewachsen ist, finde ich völlig normal. Als Gruppenleitung mit lauter alten Menschen einfach so mit Jesus drauf los zu sabbeln, ist aber etwas völlig anderes. Es ist viel intimer, als fünf vorbereitete Sätze in Kirchensprache abzulesen.
Tja, mir blieb nichts anderes übrig, als einfach so zu beten, wie ich immer bete. Ich hatte nichts vorbereitet, und ein (etwas nachgeholtes) Anfangsgebet wollte ich deshalb nicht ausfallen lassen.
Und das Wunder geschah: Gott gab mir genau die richtigen Worte, dass mein Gebet authentisch war, aber für alle Anwesenden verständlich und angemessen. Schließlich waren von dezent Interessierten bis ernsthaft Gläubigen ganz unterschiedliche Menschen versammelt. Während meines Gebets erfüllte der Heilige Geist spürbar den Raum und blieb bis zum Schluss, sodass eine sehr dichte Atmosphäre entstand.
Ich traute mich sogar, mit den SeniorInnen eine Gebetsgemeinschaft zu machen, was allen völlig fremd war. Coronabedingt musste ich die Zahl der Anwesenden klein halten und feierte dementsprechend gleich zweimal den selben Gottesdienst mit zwei Gruppen direkt hintereinander. Und in beiden Gruppen war die Offenheit für ganz neue Formen des Gebets und spiritueller Übungen extrem groß. Im zweiten Gottesdienst überschlugen sich die SeniorInnen in der Gebetsgemeinschaft derart, dass sie parallel beteten und sich gegenseitig ins Wort fielen, so begierig waren sie, nicht nur ein Gebet zu hören, sondern aktiv als Gruppe zusammen zu beten.
Hätte ich mich nicht zu Beginn nackig gemacht und vor allen gut sichtbar und hörbar genauso intim und ehrlich gebetet, wie ich sonst allein bete, wäre eine derartige Dynamik sicher nicht passiert.
Am Ende sagte eine Dame zu mir: „Danke für Ihren Mut, heute so zu uns zu sprechen.“ Ich schaute etwas kariert, daher insistierte sie: „Es braucht eine Menge Mut, eine Versammlung auf diese Weise zu leiten. Danke dafür.“

Dreist sein:
Einzelne SeniorInnen fragten mich vorab, wie ich denn dazu käme, einen Gottesdienst zu leiten.
Ich fragte zurück: Warum denn nicht?
Ich bin seit mehreren Jahrzehnten ununterbrochen Mitglied einer Kirchengemeinde, habe tausende von Veranstaltungen besucht, diverse Gottesdienste moderiert und Gruppen geleitet, was bitte soll mir an Kompetenz fehlen?
Eine Kollegin war völlig baff, als sie später nachfragte, wie die beiden Gottesdienste gelaufen seien, und ich erzählte, dass ich Abendmahl gefeiert hätte.
Wie, Abendmahl, darf das nicht nur die Pastorin machen?
Nö, wieso? Ich veranstalte ja keinen Hochzeitsgottesdienst und taufe auch niemanden, so eine harmlose Runde mit Abendmahl kann doch nun wirklich jedeR veranstalten. Die ersten ChristInnen damals feierten täglich zusammen Abendmahl, und es gab weder eine Pastorin noch ein Kirchengebäude noch einen Vorstand noch eine Kirchenmusikerin bzw. Worship-Band noch einen Hausmeister noch sonst irgendetwas, was eine Kirche heute unbedingt haben muss. Trotzdem haben sie ganz hervorragend Gottesdienst gefeiert, das war eben einfach eine basisdemokratische Versammlung, zu der alle etwas beigetragen haben.

Das Abendmahl mit Traubensaft und Milchbrötchen, das ich unter dem Begriff „Nahrung und Stärkung“ aus meinem „Koffer zum Durchhalten“ zog, war für viele ein besonderer Höhepunkt. Klar war es corona-bedingt anders als sonst, aber die begleitenden Worte (Einsetzungsworte) kannten alle ganz genau und ich sah ihnen an, wie wertvoll es war, mit Traubensaft und Milchbrötchen ein „ganz echtes Abendmahl“ zu feiern. Dass ich keine offizielle Pastorin bin und keine originalen Oblaten, sondern viel leckerere Brötchen verteilte, hat absolut niemanden gejuckt.

Also: Einfach mal dreist sein und darauf schei****, dass irgendwelche Sturköpfe in irgendwelchen Kirchen behaupten, nur sie allein dürften „Sakramente“ austeilen. Komplett egal.
Seit einem halben Jahr hat niemand mit den Damen und Herren gebetet, niemand hat mit ihnen einen hoffnungsvollen Choral gesungen, niemand hat sich um ihre spirituellen Bedürfnisse gekümmert. Wenn ich die Einzige bin, der das auffällt und die dagegen etwas unternimmt, dann tue ich das einfach. Und Gott hat da ganz sicher nichts dagegen.

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Was tun mit den Sorgen?

Wird meine Arbeit heute einmal dazu reichen, meine Rente später zu finanzieren?
Werden wir die richtige Entscheidung für die weiterführende Schule unserer Kinder treffen?
Wie wird es mit bestimmten gesundheitlichen Fragen (von uns oder Angehörigen) weitergehen?
Wie geht es mit dem angespannten Betriebsklima weiter?
Wo und wie finden wir ein passendes Reiseziel für einen erholsamen, abwechslungsreichen und bezahlbaren Urlaub?
Wird unsere Miete langfristig zu unserem Einkommen passen/ der Hauskredit langfristig machbar sein?
Immer wieder quälen wir uns mit Fragen herum, die wir so heute nicht beantworten können und die sich als Sorgen in unserem Kopf einnisten.
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Eine kraftvolle Predigt über das Thema „Seid nicht besorgt!“ teile ich hier und hoffe, damit gute Gedanken weitergeben zu können.
Und hier folgt der zweite Teil.
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Jesus: »Darum sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euren Lebensunterhalt, um Nahrung und Kleidung! Bedeutet das Leben nicht mehr als Essen und Trinken, und ist der Mensch nicht wichtiger als seine Kleidung?
Seht euch die Vögel an! Sie säen nichts, sie ernten nichts und sammeln auch keine Vorräte. Euer Vater im Himmel versorgt sie. Meint ihr nicht, dass ihr ihm viel wichtiger seid?
Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr doch euer Leben um keinen Augenblick verlängern.
Weshalb macht ihr euch so viele Sorgen um eure Kleidung? Seht euch an, wie die Lilien auf den Wiesen blühen! Sie mühen sich nicht ab und können weder spinnen noch weben.
Ich sage euch, selbst König Salomo war in seiner ganzen Herrlichkeit nicht so prächtig gekleidet wie eine von ihnen.
Wenn Gott sogar die Blumen so schön wachsen lässt, die heute auf der Wiese stehen, morgen aber schon verbrannt werden, wird er sich nicht erst recht um euch kümmern? Vertraut ihr Gott so wenig?
Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: ›Werden wir genug zu essen haben? Und was werden wir trinken? Was sollen wir anziehen?‹
Nur Menschen, die Gott nicht kennen, lassen sich von solchen Dingen bestimmen. Euer Vater im Himmel weiß doch genau, dass ihr dies alles braucht.
Setzt euch zuerst für Gottes Reich ein und dafür, dass sein Wille geschieht. Dann wird er euch mit allem anderen versorgen.
Deshalb sorgt euch nicht um morgen – der nächste Tag wird für sich selber sorgen! Es ist doch genug, wenn jeder Tag seine eigenen Schwierigkeiten mit sich bringt.«
aus der Bibel, Buch Matthäus, Kapitel 6, ab Vers 24
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Du bist es wert, von Gott geliebt zu werden und in Fülle zu leben

So sah vor einigen Tagen der Sonnenaufgang bei uns aus:
Hinter einer dunklen, undurchdringlichen Wolkendecke kamen weit oben am Himmel Sonne und strahlendes Pink und Blau hervor.
In unserem Leben sieht es oft ähnlich aus: Wir starren auf Barrieren und Hindernisse, die uns undurchdringlich erscheinen. Wir fühlen uns mutlos und verlassen oder von anderen bedrängt und bedroht. Oft merken wir gar nicht, dass wir von dunklen Mächten umzingelt werden. Wir lassen den Kopf hängen und uns von dem undurchdringlichen Dunkel entmutigen. Viele Konflikte nehmen wir persönlich und arbeiten uns daran ab, statt hinter die Kulissen zu schauen und festzustellen, dass der Teufel uns wehrlos und klein machen will.
Währenddessen strahlt die ganze Zeit eine Etage höher Gottes Licht. Seine Wahrheit, Liebe, Freiheit und Hoffnung strahlen die ganze Zeit heller und kraftvoller als die Sonne. Doch wir lassen uns von demjenigen beeindrucken und ängstigen, der ausgeklügelte Lügen als Kulisse dazwischen schiebt: „Du bist es nicht wert“, „Du hast schon wieder versagt“, „Alle anderen wussten, dass du es nicht packst, aber du bist ja sogar zu doof, um rechtzeitig aufzugeben“, „Dein Leben wird sich nie zum Besseren verändern, weil du es nicht verdienst“.
Wir glauben diesen ganzen Scheiß, jeden Tag auf´s Neue. Statt die Augen zu heben, hinter die Kulissen zu schauen und Gottes ewige Liebe im strahlend hellen Licht der Hoffnung zu sehen, bleiben wir mit unserem Blick an der manipulierten Oberfläche kleben.

Ein uraltes Lied von Gerhard Tersteegen fasst es sehr schön zusammen:

Ich schließe mich aufs Neue
in deine Vatertreue
und Schutz und Herze ein.
Die irdischen Geschäfte
und alle finstern Kräfte
vertreibe durch dein Nahesein.

Dass du mich stets umgibest,
dass du mich herzlich liebest
und rufst zu dir hinein,
dass du vergnügst alleine
so wesentlich, so reine,
lass früh und spät mir wichtig sein.

Ein Tag, der sagt dem andern,
mein Leben sei ein Wandern
zur großen Ewigkeit.
O Ewigkeit, so schöne,
mein Herz an dich gewöhne,
mein Heim ist nicht in dieser Zeit.

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Wie die Lilie auf dem Feld

„Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer tägliches Leben – darum, ob ihr genug zu essen, zu trinken und anzuziehen habt. Besteht das Leben nicht aus mehr als nur aus Essen und Kleidung?
Schaut die Vögel an. Sie müssen weder säen noch ernten noch Vorräte ansammeln, denn euer himmlischer Vater sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel wichtiger als sie.
Können all eure Sorgen euer Leben auch nur um einen einzigen Augenblick verlängern? Nein.
Und warum sorgt ihr euch um eure Kleider? Schaut die Lilien an und wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und nähen sich keine Kleider.
Trotzdem war selbst König Salomo in seiner ganzen Pracht nicht so herrlich gekleidet wie sie.
Wenn sich Gott so wunderbar um die Blumen kümmert, die heute aufblühen und schon morgen wieder verwelkt sind, wie viel mehr kümmert er sich dann um euch? Euer Glaube ist so klein!
Hört auf, euch Sorgen zu machen um euer Essen und Trinken oder um eure Kleidung.
Warum wollt ihr leben wie die Menschen, die Gott nicht kennen und diese Dinge so wichtig nehmen? Euer himmlischer Vater kennt eure Bedürfnisse.
Wenn ihr für ihn lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird er euch jeden Tag geben, was ihr braucht.
Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug.“
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aus der Bibel, Evangelium des Mathhäus, Kapitel 6, die Verse 25-34
Ich freue mich darüber, dass Gott uns verspricht, uns in jeder Hinsicht zu versorgen.
Dennoch falle ich oft auf typisch menschliche Verhaltensweisen zurück: Ich glaube, alles allein zu schaffen und schaffen zu müssen. Ich überschätze meinen Aktionsradius und unterschätze Gottes Allmacht. Mein Vertrauen darin, dass Gott es gut mit mir meint, reicht oft nur von zwölf bis Mittag.
Umso schöner, wenn mich eine Lilie an seine Versprechen erinnert.
Verlinkt mit Freutag.
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Kraftvolles Lied gegen Sorgen und Zweifel

Von einer neuen Baustelle oder alten Sorgen können wir jedes Mal erzählen, wenn wir uns im Gebetskreis treffen. Natürlich berichten wir einander auch, was sich seit dem Gebet füreinander letzte Woche verändert hat. Und doch sind manche Probleme und Ängste erstaunlich resistent. Zumindest in unseren Augen, Gott sieht das in seiner Weisheit sicher anders.
Manchmal fragen wir uns, wie oft wir uns denn noch mit angespannten Beziehungen, gesundheitlichen Problemen oder Sorgen im Beruf herum schlagen müssen. Dass Jesus uns von all dem befreit und allmächtig unser Leben in seiner Hand hat, ist im Alltag oft nur schwer zu spüren.

Dann singt uns Sefora Nelson zu:

„Lege deine Sorgen nieder
Leg sie ab in meiner Hand
Du brauchst mir nichts zu erklären
Denn ich hab dich längst erkannt

Lege sie nieder in meiner Hand
Komm leg sie nieder, lass sie los in meiner Hand
Lege sie nieder, lass einfach los
Lass alles falln, nichts ist für deinen Gott zu groß

Lege deine Ängste nieder
Die Gedanken in der Nacht
Frieden gebe ich dir wieder
Frieden hab ich dir gebracht

Lege deine Sünde nieder
Gib sie mir mit deiner Scham
Du brauchst sie nicht länger tragen
Denn ich hab für sie bezahlt

Lege deine Zweifel nieder
Dafür bin ich viel zu groß
Hoffnung gebe ich dir wieder
Lass die Zweifel einfach los.“

 
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Andacht zum Thema „Sorgen“

Am vergangenen Sonntag hielt unser Pastor eine Predigt zu Matthäus Kapitel 7, die Verse 1-5. Da ich liturgisch beteiligt war, führte ich vor der Predigt an das Thema heran: Unter anderem handeln die Bibelverse vom Sorgen, und diesen Aspekt wollte ich näher beleuchten. So suchte ich passende Bibelstellen sowie ein Zitat heraus und schaute das Liederbuch nach entsprechenden Liedern durch. Auf „das gewisse Etwas“ in der Gestaltung wartete ich noch…. bis Samstag Abend gegen 21.00 Uhr. Plötzlich kam mir die zündende Idee, wie ich ohne weitere Worte mein Anliegen unterstreichen konnte:
Mit Regenmantel, Regenhose und Südwester ausstaffiert wollte ich Stück für Stück meine Vorsichtsmaßnahmen nach jeweils einer kurzen Lesung ablegen, frei nach dem Motto:
Ich bin hier, aus Sorge vor dem angesagten Regen, gut vorbereitet angekommen – aber im Licht des Wortes Gottes lege ich eine Vorsichtsmaßnahme nach der anderen ab, weil mein Vertrauen wächst. Mein Vertrauen, dass Gott weiß, wohin mein Weg mich führt und dass er mich begleitet, was auch immer geschehen mag.
Wer die Andacht in einem Stuhlkreis (statt von der Kanzel aus) hält, kann Gummistiefel tragen und diese statt der Regenhose oder des Südwesters ausziehen – können die anderen die ganze Person sehen, ist dies eine gute Alternative. Auch ein Regenschirm kann den Kopf „behüten“ und aufgespannt währen der ersten Lesung gehalten werden, um dann beiseite gelegt zu werden (bevor der Arm schwer wird…), um zu symbolisieren, dass Gottes Schutz weiter reicht als meine Vorkehrungen. Meine besagte Regenhose habe ich in der Hand und halte sie zu Beginn hoch, da vor mir der Abendmahlstisch steht und niemand sehen würde, wenn ich dahinter eine Regenhose erst tragen und dann ausziehen würde.

„Heute geht es um Sorgen.
Um vorauseilende Sorgen, um überflüssige Sorgen, um tägliche Sorgen, um egoistische Sorgen.
Da ich befürchtet habe, dass ich schon unterwegs hierher nass werde, habe ich mich ausgestattet: Mit einem Regenmantel (darauf zeigen), einer Regenhose (hochhalten) und einem Südwester (auch darauf zeigen).
Man weiß ja nie.“

(Gut sichtbar halte ich die Regenhose in der Hand und beginne zu lesen.)

Philipper 4, 10 – 20

Ich habe mich sehr gefreut und bin dem Herrn von Herzen dankbar, dass es euch wieder möglich war, mich finanziell zu unterstützen. Ihr ward zwar immer dazu bereit, aber wurdet in letzter Zeit durch die ungünstigen Umstände daran gehindert.
Ich sage das nicht, um euch auf meine Not aufmerksam zu machen. Schließlich habe ich gelernt, in jeder Lebenslage zurechtzukommen. Ob ich nun wenig oder viel habe, beides ist mir durchaus vertraut, und so kann ich mit beidem fertig werden: Ich kann satt sein und hungern; ich kann Mangel leiden und Überfluss haben.
Alles kann ich durch Christus, der mir Kraft und Stärke gibt. Trotzdem war es sehr freundlich von euch, mir in meiner Notlage zu helfen. Ihr wisst ja, dass ich mich von keiner anderen Gemeinde als von euch in Philippi habe unterstützen lassen. Gleich von Anfang an, als ich von Mazedonien weiterzog, um die rettende Botschaft zu verkünden, wart ihr die Einzigen, von denen ich als Gegenleistung für meinen Dienst Geld annahm. Ihr habt schon an meinen Lebensunterhalt gedacht, als ich in Thessalonich war, und danach habt ihr mir noch mehrmals geholfen.Dabei geht es mir gar nicht um das Geschenk, sondern um die Frucht, die daraus erwächst: Gott wird euch für eure Liebe und Fürsorge belohnen.
Ich habe alles bekommen, was mir Epaphroditus von euch überbrachte. Nun habe ich alles, was ich brauche, ja, mehr als das! Eure Gabe ist wie ein wohlriechendes Opfer, das Gott gefällt.
Aus seinem Reichtum wird euch Gott, dem ich gehöre, durch Jesus Christus alles geben, was ihr zum Leben braucht.Gott, unserem Vater, sei Lob und Ehre in Ewigkeit. Amen.

(Regenhose deutlich sichtbar weglegen)

Lied : Die Gott lieben werden sein wie die Sonne

 

Philipper 4, 4 – 7

Freut euch Tag für Tag, dass ihr zum Herrn gehört. Und noch einmal will ich es sagen: Freut euch!
Alle Menschen sollen eure Güte und Freundlichkeit erfahren. Der Herr kommt bald!
Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft Gott um alles bitten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm!
Und Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahren.

 

(Regenmantel deutlich sichtbar ausziehen)

 

Lied : Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan

 

Ich glaube, dass Gott die Dinge regelt und dass er dazu keinen Rat von mir braucht.
Mit Gott als Manager bin ich überzeugt, dass sich alles zum Besten fügt.
Warum also sollte ich mir Sorgen machen?

Henry Ford

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(Den Südwester abnehmen, damit stehe ich frei und „ungeschützt“ vor der Gemeinde)

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Gebetsgemeinschaft

 

 

Lied : Stimmt zu Gottes Ehren froh ein Loblied an

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Kindermund: Jesus kommt gleich

Szenen aus meinem Alltag als Logopädin:

Mittagspause.
Kollegin 1, schwanger, erzählt von ihrer kleinen Tochter, die fragte: „Wenn das Baby da ist, rufst du Papa und mich an, ne?“
Kollegin 1: „Nee, den Papa brauche ich doch im Krankenhaus. Ein Baby kriegen ist sehr anstrengend, Papa hilft mir.“
Tochter: „Ja, dann ist Papa da, und der liebe Gott, und der Arzt, und die Hebamme. Dann geht alles gut!“

Kollegin 2 erzählte daraufhin von einer Freundin, die gerade Schweres durchmacht. Das bekam ihre Tochter mit und meinte mitfühlend:
„Mama, Jesus hat grade was zu tun, aber dann kommt er zu dir!“

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Die Sache mit den Sorgen

 GOTT hat das Sorgerecht

 

„Von all den Sorgen, die ich mir machte, sind die meisten gar nicht eingetroffen.
Aber jedes Lachen, das meine Freunde mir brachten, hat mein Leben um eine Woche jünger und gesünder gemacht.“

Spruch am Ofen eines alten Hauses

 

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