aufmerksam, glaubhaft

Im Herzen aufräumen

Vor Kurzem dachte ich an einen Moment während der geführten Traumreise, an der ich neulich teilnahm. Mittelpunkt des Gedankens war, in einem Raum unseres Herzens Platz für Gutes, Neues zu schaffen. Wir wurden aufgefordert, uns all das vorzustellen, womit dieser Raum angefüllt war. Diesen Dingen, Gefühlen, Beziehungen und Belastungen sollten wir die Erlaubnis geben zu gehen. Wir sollten uns nicht überlegen, wir wir es schaffen, all diesen tatsächlichen und emotionalen Müll dort heraus zu schleppen. Die einfache Erlaubnis, Unerwünschtes gehen zu lassen, hat bereits eine große Kraft.
Welche Themen gibt es in unserem Leben, die wir gern verabschieden würden?
Routinen und Gewohnheiten, die uns an Altes binden, das wir längst hinter uns lassen wollten?
Unübersehbare Gegenstände, die nicht nur Platz in Schränken und Kellern rauben, sondern auch Energien – weil sie uns an Verlorenes, Vergangenes, Niederlagen erinnern?
Personen, die uns nicht gut tun: Freundinnen, die fünf Mal angemailt werden, um sich ein Mal zurück zu melden? Verwandte, die stets besucht werden wollen, aber zu bequem sind, selbst vorbei zu kommen? Chefs und Chefinnen, die total freundschaftlich tun und hinterrücks Arbeitsbedingungen verschärfen?
Was es auch sein mag – als erster Schritt reicht es, sie gehen zu lassen. Die Beziehungen frei zu geben und uns damit Raum zum Atmen. Die Gegenstände als Ballast zu entlarven und sich davon zu lösen.

 

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Ich habe festgestellt, dass wir oft so damit beschäftigt sind, wie wir etwas erreichen, etwas bekommen, etwas kaufen oder verkaufen, dass wir gar nicht mehr wissen, warum eigentlich. Ob wir dazu innerlich bereit sind, es in unser Leben aufzunehmen. Oder uns unbewusst an etwas klammern, von dem wir den Abschied nicht schaffen.
Ob es sich dabei um eine veraltete (positive) Hoffnung oder eine ehemalige (negative) Enttäuschung handelt – oft überspringen wir den Schritt des Loslassens. Stattdessen brüten wir, wie wir die Dinge geregelt bekommen und ärgern uns, dass es nicht vorwärts geht. Dabei sollte es uns nicht wundern, wenn etwas, das wir unbewusst festhalten, immer noch im Weg steht und wir es einfach nicht schaffen, es loszuwerden. Oberflächlich liegt es an den Öffnungszeiten des Recyclinghofs, dass wir etwas nicht entsorgen. Oder an „all dem, was sie/er für mich getan hat“, dass wir eine verdorbene Beziehung nicht aufgeben. Tatsächlich fehlt uns das innere „Ja“ zu diesem Schritt, das die Grundlage für tatsächliche Veränderung ist.

Wenn wir Belastendes aus vollem Herzen freigeben können, sind  wir offen für das, was wir stattdessen einladen. Auch hier können wir krampfhaft versuchen, eine neue Perspektive herbei zu zwingen. Wir können täglich nach dem passenden Job suchen, der richtigen Partnerin hinterher hetzen, nach der perfekten Wohnung recherchieren. Das kann zum Erfolg führen – wahrscheinlicher ist aber, dass wir erschöpft und mit leeren Händen aufgeben. Einerseits, weil wir vielleicht Ersatzbefriedigungen für das suchen, was uns wirklich fehlt. Und andererseits, weil wir für das Neue, das wir herbei zerren wollen, gar nicht bereit sind.
Der erste Schritt dorthin kann gelingen, wenn wir uns an einem ruhigen Ort Zeit nehmen. Eine gute Position im Sitzen oder Liegen finden und alles Äußere ausblenden. Die Idee ist, mit dem Ausatmen alles Belastende aus uns strömen zu lassen. Und mit dem Einatmen Gutes, Ersehntes hinein zu lassen. Wer mag, stellt sich diese Bewegungen und die daraus resultierende Veränderung bildlich vor.

 

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Diese Gedanken, entstanden aus einem inspirierenden Abend, sind mir noch nachgegangen. Ich möchte eine Person sein, die Altes freigibt und Neues einlädt. Belastendes gehen lässt und Beglückendes einlädt.
Machst du mit?

aufmerksam

Effektiv und erfüllt arbeiten

Wer kann problemlos die Aufgaben der nächsten Tage sortieren, priorisieren und abarbeiten? Wer schiebt keine Pflichten auf? Wer vergisst nie eine Antwortmail? Wer weiß stets perfekt, wo sie /er gerade steht, was geschafft ist und was noch erledigt werden soll?

Je eigenverantwortlicher und selbstständiger der (Arbeits-)Alltag aussieht, desto mehr Planung und Organisation sind nötig. Wie schaffen wir es, alle wichtigen Stationen des Tages zu erledigen, den Überblick zu behalten und auch noch die Punkte „Haushalt“ und „Spaß“ unterzubringen?
Inspiriert von den Kursen der Volkshochschule zum Thema „Office und Zeitmanagement“ habe ich mir einen eigenen Wochenplan erstellt. Zu den passenden Seminaren habe ich mich selbstverständlich angemeldet – dennoch kann ich bis dahin meine eigenen Versuche im Bereich „Büro-Organisation“ starten.
Um den üblichen „To-do-Zettel“ zu systematisieren, habe ich am Computer eine Tabelle mit meinen wichtigsten Kategorien eingerichtet: Die zentralen Tätigkeiten bekommen, in einzelne Spalten sortiert, den Charakter einer Überschrift. Auf dem Ausdruck sammle ich handschriftlich in den Kategorien die tatsächlichen Aufgaben. So gehört die Spalte „Anrufen / Mailen“ natürlich mit entsprechenden Anliegen und Personen gefüllt. Jederzeit kann ich neue Punkte notieren oder erledigte abhaken.
Wichtig dabei war mir, meine Arbeitsbereiche so eng wie möglich mit meinen wichtigsten Kompetenzen / Talenten zu verschmelzen. So bin ich einerseits sicher, dass ich alles im Blick habe, andererseits weiß ich, dass ich im Rahmen meiner wichtigsten Fähigkeiten aktiv bin. Wer nicht spontan sagen kann, was die eigenen bedeutendsten Begabungen sind, findet hier passende Literatur.
Wem auffällt, dass die größten Arbeitsbereiche während der Woche nichts oder nur wenig mit den eigenen Talenten zu tun hat, sollte einen Schritt zurück treten und auf das eigene Leben schauen. Woher kommt es, dass ich außerhalb meiner zentralen Kompetenzen tätig bin? Ist es Absicht, eine Phase, ein Versehen? Wann und wie stelle ich meine Talente in den Mittelpunkt meines Schaffens? Auch hier bieten die Ratgeber Hilfestellung.

Wichtig waren mir ebenfalls die Einbeziehung der Themen „Haushalt“ und „Spaß“. Mir hilft es, alles übersichtlich auf einem Blatt zu haben – schließlich bekomme ich pro Tag nicht 24 Stunden zum Verteilen auf berufliche Projekte, zusätzliche 24 Stunden für Haushalt und Ernährung sowie frische 24 Stunden für Freizeit und Sport. Nein, in 24 Stunden muss ich alles unterbringen, inklusive genügend Schlaf.
Meine Woche besteht aus sieben Tagen, die sich jeweils aus Arbeit, Haushalt und Spaß zusammensetzen. Wenn jeder Tag dieser Tatsache entsprechen soll, dann fülle  ich meine Tabelle doch am besten für alle Bereiche!
Ja, ich finde, dass der Punkt „Spaß“ auf einer To-do-Liste oder einem Wochenplan unbedingt vorkommen muss. Wobei „Spaß“ wiederum ein Oberbegriff ist, der entsprechend meiner Persönlichkeit mit passenden Bezeichnungen und  Beispielen gefüllt werden sollte. „Spaß“ kann Entspannung, Kultur, Spirituelles, Sport, Beziehungen und vieles mehr meinen.
Schließlich kann ich weder von mir noch von anderen erwarten, ständig effektiv zu arbeiten, ohne Pausen für Erholung, Inspiration und Quatsch zu haben. Es sei denn, es ist der Wochenplan für meinen persönlichen Roboter, aber selbst dieser muss gelegentlich an die Ladestation…
Niemand kann sich selbst stetige Leistungen abverlangen, ohne die körperlichen, geistigen und seelischen Akkus aufzuladen. Wer meint, dafür keine Zeit zu haben, wird bald erleben, dass ein gestresster Kopf viel mehr Zeit für gute Lösungen benötigt als ein elastischer, inspirierter…

Wie schafft ihr es, Vergnügen und Pflichten, Wichtiges und Unnötiges zu sortieren?

aufmerksam, feminin

Loslassen

Eine Tüte voll Kleidungsstücke auf dem Weg zur Kleiderspende- ich finde es befreiend, mich von Dingen zu trennen, die mich lange begleitet haben und nun nicht mehr zu mir passen.
Ja, die Pullis, Blusen, Röcke und ich hatten gute Zeiten miteinander. Aber wenn der Fokus auf dem Vergangenen liegt, hilft es, loszulassen und auszumisten.
Den Wechsel der Jahreszeiten finde ich zum Aussortieren und Neuorientieren sehr passend und innerlich wie äußerlich harmonisch.
Dünne Sommerkleidung, die ich diesen Sommer nicht mehr oder nur noch „notfalls“ getragen habe, möchte ich sicher nicht als Ballast bis zum nächsten Jahr aufbewahren.
Und Winterliches, auf das ich mich so gar nicht freue und das mich vorwurfsvoll anschaut, weil ich es bereits im letzten Winter übersehen habe, hat auch ein Recht auf ein schöneres Leben anderswo.
Weg damit für einen guten Zweck!

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