aufmerksam, glaubhaft

Die Macht der Erwartung

Bildung für jedes Alter und jede Herkunft ist ein wichtiges Thema für mich. Daher möchte ich auf diese Sendung im NDR hinweisen, die sich damit beschäftigt, wie uns die Herkunft und der äußere Eindruck von Menschen beeinflussen.
Was entscheidet den schulischen sowie den anschließenden beruflichen Erfolg: Das Elternhaus? Die eigene Intelligenz? Fleiß und der gute Wille?

Wenn ein ungepflegter Mann sich mitten in der Fußgängerzone an´s Herz greift, taumelt, keucht und zu Boden geht – wer hilft? Und wann? Wer hilft nicht – und warum?
Wenn der gleiche Mann frisch gewaschene Haare hat, einen gepflegten Bart und einen Anzug trägt – was ändert sich an der gleichen Szene?

Können wir überhaupt objektiv anderen Menschen begegnen oder sind wir so schnell mit oberflächlichen Beurteilungen beschäftigt, dass ein zweiter Blick nur schwer möglich ist?

Das Experiment mit Linda Zervakis, Mediathek des NDR

 

Helligdomsklipperne

aufmerksam, feminin, glaubhaft, kreativ

Journalisten boykottieren oder: Die Frage nach der Relevanz

In Gesprächen bekenne ich mich dazu, keine Tageszeitung zu lesen, kein Radio zu hören und mir auch keine Tagesschau anzutun.
Warum?
Erstens werden mir auf diese Weise jede Menge Informationen frei Haus geliefert, die ich nicht wissen möchte: Wo gerade wieder welcher Familienvater in der deutschen Provinz breitangelegt Inzest betreibt, wo aktuell welche Mutter im großstädtischen Sozialbau ihre Zwillinge ertränkt, welches Erdbeben nun wieder Usbekistan erschüttert, welcher Tsunami Sri Lanka heimsucht, welcher Politiker mit welcher Minderjährigen schläft, wie viele Neugeborene in Afrika bereits HIV-positiv sind, welcher amerikanische Politiker sich mit der Öl-Lobby trifft und so weiter und so fort.
Diese „Meldungen“ zitiere ich frei Hand, sie sind nicht wahr, aber uns allen „bekannt“, weil sie so oder ähnlich immer wieder durch die Medien geistern.
Habe ich dadurch einen Erkenntnisgewinn? Nein.
Rege ich mich auf und geht es mir anschließend schlecht? Ja.
Kann ich an den Nachrichten etwas ändern? Nein.
Also boykottiere ich die Meldungen aus aller Welt und suche mir die Informationen, die ich persönlich relevant finde.
Das Wochenblatt aus meinem Stadtteil zum Beispiel ist in meinen Augen relevant, weil es etwas mit meinem unmittelbaren Alltag zu tun hat und ich in meinem Stadtteil sehr wohl etwas bewegen kann, wenn ich will (ich verweise auf die gesellschaftskritischen Artikel in diesem Blog).
Und aus noch einem ganz anderen Grund lasse ich die althergebrachten Medien gerne außer Acht: Weil sie bis heute von Männern dominiert werden, die bestimmen, worüber in welcher Weise unter Verwendung welchen Materials geschrieben und welches Urteil anschließend gefällt wird.
Ich bin mit männlicher Berichterstattung oft nicht zufrieden, weil dahinter allzu häufig Machtanspruch und Vetternwirtschaft steht. Unabhängig davon finde ich es nicht in Ordnung, in welchem Ton Journalismus betrieben wird und wie die meist männlichen Redakteure die Deutungshoheit für sich gepachtet zu haben meinen.
Nö, danke. Kauf ich nicht, sehe ich nicht, lese ich nicht, höre ich nicht.
Je weniger Wichtigkeit ich einer Meldung oder einem Ereignis beimesse, desto weniger Wichtigkeit hat es langfristig – besonders, wenn alle selbst entscheiden, ob sie mit ihrer Umgebung ebenfalls in allgemeine Hysterie verfallen oder bestimmte Themen boykottieren und Ruhe bewahren.

Am liebsten lese ich Blogs von intelligenten Frauen zum Thema Gesellschaft und Soziales, zur Emanzipation, zu Glaubensthemen, zu Fragen der Lebensgestaltung sowie jede Menge „Kreativ-Blogs“, in denen die Frauen ihr Leben gestalten. Im Großen wie im Kleinen. Das finde ich unterstützenswert, lesenswert, nachahmenswert.
Besonders das Miteinander in weiblichen Blogs ist hochinteressant, das „Wir-Gefühl“ überwiegt häufig im Gegensatz zu Blogs, deren einzige Aussage „Ich bin der Größte“ zu sein scheint.
Ich bin nicht die Größte und werde es auch nie sein, und ob jemand mein Blog relevant findet, liegt ebenfalls nicht in meiner Hand.
Trotzdem ist mein Credo: Medien selber machen statt konsumieren.