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Wenn Gott aus den Scherben unseres Lebens etwas Wunderschönes entstehen lässt

Seit sechs Jahren arbeite ich nicht mehr als Logopädin und habe es nie bereut noch vermisst.
Dennoch ist in unserem Keller ein kompletter Therapieraum eingelagert und drei Umzugskisten voller Ordner mit Therapiematerial standen im Regal gestapelt. Bis mich plötzlich die Wegwerf-Wut packte und ich im Keller alle meine selbst konzipierten Arbeitsblätter aus den Ordnern nahm, Klarsichtfolien aussortierte und am Ende alles ins Altpapier warf.
Meine 160 kostenlosen Unterrichtskonzepte, die auf madoo.net herunter geladen werden können, sind nur ein winziger Bruchteil dessen, was ich in neun Jahren Logopädie entwickelt hatte. Alle Arbeitsblätter, die ich in Handarbeit erstellt und nur analog in Ordnern gesammelt hatte, liegen nun unwiederbringlich in der Tonne.
Ich habe sie sechs Jahre lang nicht vermisst, möchte nie wieder als Logopädin arbeiten, und nun mussten sie mit Herzklopfen endgültig gehen.
Wir wünschen uns einen reibungslosen Alltag mit einem glatten Lebenslauf, der erfolgreich und zielgerichtet aussieht.
Es soll kontinuierlich bergauf gehen, wir wollen Erfahrungen, professionelle Entwicklung und Gehaltsklassen sammeln. Nebenher soll unser Privatleben glücklich und erfüllt sein und wir wollen dem Bild einer heilen Familie entsprechen.
Stattdessen sieht unser Leben oft aus wie das Mosaik-Kreuz:
Auf den Boden gekracht, zersplittert, zusammen geflickt.
Angefangen, weg geworfen, neu begonnen.
Wir laufen im Kreis, bleiben jahrelang verunsichert sitzen, brechen dann im Zickzack aus. Oder entscheiden uns für ein möglichst ruhiges Leben, nur um uns am Ende zu fragen, ob es das wirklich gewesen sein soll.
Wie ermutigend, dass Gott unsere Scherben und Bruchstücke einsammelt und neu zusammenfügt.
Dass er uns begleitet, egal, auf welcher Etappe unseres Lebens wir gerade unterwegs sind: Ob wir optimistisch mitten im Lauf sind oder am Boden hocken und Scherben einsammeln.
Und dass sein Licht, sein Heil, seine Gnade durch unsere Risse und Klebestellen leuchtet.
So, wie es dieses Kreuz illustriert:
Die orangefarbenen Fliesen aus den Siebzigern sind eigentlich reichlich hässlich, und die Kombination mit zartem Türkis in der Mitte etwas gewagt.
Und dennoch, in der Kombination sind sie so authentisch und charmant wie unser eigenes Leben. Durch unsere Risse scheint Gottes Licht, und in der Ehrlichkeit geteilten Scheiterns können sich Herzen wirklich berühren. Gottes Herz und unser Herz, aber auch unser Herz mit dem von WegbegleiterInnen.
ChristInnen müssen kein makelloses Hochglanz-Leben präsentieren, um Mitmenschen zu Gott einzuladen. Wir sind viel wahrhaftiger, zuzugeben: „Ja, mein Leben ist gerade eine einzige Baustelle, aber gerade darin vertraue ich auf Gott.“

Blaise Pascal sagte:
„Es ist nicht auszudenken, was Gott aus Bruchstücken unseres Lebens machen kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen.“

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Klugscheißen: Manchmal das größte Geschenk, das wir anderen machen können

Ich bin eine Meisterin des Klugscheißens.
Meistens merke ich es erst, nachdem ich jemanden umfangreich an die Wand gelabert habe, dass ich es wohl etwas übertrieben habe.
Und auch, dass meine wirklich helfend gemeinte, serviceorientierte Erklärung wohl eher in einer fiesen Runde Besserwisserei endete.
Dann schäme ich mich immer ganz schrecklich und frage Gott, warum er mir keine innere Bremse schenkt, die wie ein Fallgitter im Burgtor runter rasselt, bevor ich mit meiner feurigen Kavallerie temperamentvoller Pferde auf mein Gegenüber los presche.
Ich meine es nur gut, wirklich. Wenn ich all mein Wissen und meine Ratschläge über jemandem ausgieße, ist das in meinen Augen ein Geschenk. Aber es geht eben auch oft daneben…

Umso glücklicher bin ich, wenn eine Person, die sehr viel mehr Sachverstand in einem bestimmten Erfahrungsgebiet als ich hat, mir gegenüber klugscheißt.
Klugscheißen kann ein echtes Geschenk sein: Wenn mein Gegenüber fundierte Kenntnisse besitzt und ich genau diesen Wissensschatz anzapfen möchte, bin ich sehr, sehr dankbar darüber. Derzeit muss ich eine wirklich schwierige Entscheidung treffen und bin so glücklich darüber, eine Freundin zu haben, die mir alle paar Tage saftige Predigten hält. Sie ist in einer Branche, in der ich Quereinsteigerin bin, schon lange beheimatet und hat umfangreiches Hintergrundwissen. Bisher habe ich meine Entscheidungen auf eigene Faust getroffen, ohne eine Insiderin vorher zu befragen – da ist eine Besserwisserin wirklich hilfreich.

Ich habe mich schon oft bei Menschen entschuldigt, die ich mit einem Abfall von Klugscheißen „beglückte“ und denen gegenüber es mir im Nachhinein leidtat.
Mir tat definitiv nicht leid, was ich gesagt habe, mir tat aber sehr wohl leid, dass ich es unbedingt mit so einer oberschlauen Haltung anbringen musste.
Wenn ich jetzt also von meiner lieben Freundin nach einem Telefonat eine „Stopp mich, wenn ich dich überrolle“-Mail bekomme, denke ich: „Nein, ich stoppe dich nicht, denn du erweist mir einen unschätzbaren Dienst, den ich sehr nötig habe.“ Vielleicht ging es den Menschen, bei denen ich mich nach einem Klugscheiß-Anfall entschuldigte, und die meinen Kniefall lächelnd abtaten, ja auch so: Sie fanden es vielleicht wirklich nicht sooo schlimm, wie es mir nachher leidtat.
Kurz: Klugscheißen auf dem Fundament eines reichen Erfahrungsschatzes kann ein wichtiger und wertvoller Freundschaftsdienst sein. Wir Frauen haben ja oft Hemmungen, klar Standpunkt zu beziehen, weil wir grundsätzlich denken: „Vielleicht kann man die Sache ja auch ganz anders sehen und ich liege inhaltlich daneben, also sage ich lieber nichts, bevor ich das Falsche sage.“
Alle, die im Gegensatz zu mir eher zurückhaltend sind, möchte ich heute ermutigen, fröhlich und mutig die eigenen Meinung kundzutun.
Und mit meiner eigenen Besserwisserei bin ich vielleicht gar nicht so eine schreckliche Kollegin und Freundin, wie ich immer dachte…

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Hoffnung und Mut für liebe Kolleginnen: Kraftvolle Kartengrüße

Manchmal ist die Stimmung im Kollegium einfach mies:
Ob es interne Konflikte gibt, Stress mit der Leitung oder allgemeiner November-Blues, Fakt ist, dass alle bedrückt durch die Firma schleichen. Um meine Kolleginnen ein bißchen aufzuheitern, bastelte ich Karten: Für jede fertigte ich einen farblich passenden Gruß an, bestehend aus einer zurecht geschnittenen Motivpappe mit vielen Papierblüten, die ich ausstanzte. Als femininen Akzent viertelte ich Tortenspitze und setzte sie als Zwischenlage ein. Die Karten beschriftete ich mit Bibelversen, die ich für die Lebenssituation der jeweiligen Frau heraussuchte und passend fand.
Ich hatte etwas Schiss, dass nach der ersten Freude die Bibelsprüche dämpfend wirken, frei nach dem Motto: „Wie nett, aber diesen Quatsch mit Gott hätte sie sich sparen können!“ Aber nein, die Überraschung gelang, der „Frauen-Power-Tee“ und die Schokolade kamen gut an, und über passende oder unpassende Zitate aus der Bibel regte sich niemand auf.
Im Gegenteil, ich hoffe, dass die ermutigenden Worte noch über den Genuss von Tee und Süßigkeiten hinaus wirken…

Nachtrag: Eine Kollegin stellte sich die Karte gut sichtbar auf den Schreibtisch.
Eine andere Kollegin, die mir half, Kisten voller Tannenbaumkugeln in den Wintergarten zu schleppen, bedankte sich eine Woche später noch einmal ganz bewusst unter vier Augen.
Dabei hatte ich lediglich eine Tafel Schokolade, Tee und einen persönlichen Wunsch verschenkt. Eigentlich Pillepalle, aber er entwickelte eine große Wirkung.

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Dankbarkeit und Hoffnung

Aktuell können wir uns vor Rückblicken auf das vergangene Jahr kaum retten, alle Medien sammeln die Höhe- und Tiefpunkte der letzten zwölf Monate.
Hier möchte ich drei Internetseiten teilen, auf denen Anregungen zur persönlichen Rückschau und zum Ausblick auf das neue Jahr gegeben werden.

Schneeflocke
Kerstin Hack teilt tiefgehende und inspirierende Gedanken: Mein Blick ins neue Jahr 2016
Die achtsamen Fragen beantwortet sie für sich selbst und lädt ein, ebenfalls darüber nachzudenken.

Schneeflocke3
Ann Voskamp verspricht der vor ihr liegenden Zeit, was sie empfangen, verabschieden, glauben, hoffen und sein möchte: Dies ist das Jahr / This is the year

Schneeflocke5

Sonja Klante stellt zehn Fragen zur eigenen Entwicklung – der, die stattgefunden hat, und der, die wir uns wünschen.

Schneeflocke2

Sowohl zur persönlichen Besinnung über Silvester und Neujahr als auch für Gesprächsrunden, Freizeiten und Konfirmandenunterricht bieten sich die Fragen an.
Wer mag, verschickt die Fragen zusammen mit einer Einladung zum Treffen, sodass alle TeilnehmerInnen vorab einen Blick auf die Themen werfen und sich erste Gedanken machen können.

Alle Schneeflocken-Illustrationen stammen von The Graphics Fairy.