aufmerksam, glaubhaft

Bereit zum Abflug! Wohnzimmer-Deko mit Ansage

Meine wichtigste Aufgabe im Berufsalltag ist, dass die Menschen sich gut unterhalten und umfassend informiert fühlen.
Daraus ergibt sich ein „Zwang zum Lächeln und Scherzen“, der einerseits sehr anstrengend ist, andererseits aber auch auf das Wesentliche fokussiert. In den Gruppen sollen sich alle wohlfühlen, auf dem Flur einen netten Gruß hören und bei Fragen Unterstützung erleben.
Entsprechend finde ich im Kollegium schlechte Laune, unnötige Dramen oder Lästern hinter den Kulissen komplett kontraproduktiv:
Es braucht viel Energie, schwächt alle im Umkreis, senkt die Motivation, lenkt ab und verunsichert.
Umso mehr in einem Umfeld, indem die wichtigste Aufgabe ist, den Menschen zu dienen und gemeinsam gute Momente zu gestalten.

Entsprechend war ich total begeistert, als ich online das Poster entdeckte, das jetzt second-hand unser Wohnzimmer schmückt. „See you later assholes!“ ist kein passender Slogan für den Arbeitsplatz, schließlich gibt es auch genügend nette Kolleginnen. Aber es hilft, innerlich Abstand zu nehmen und sich selbst daran zu erinnern, dass Menschen mit unangenehmen Verhalten sich das Leben selbst schwer machen.
In den Birkenästen sitzen dazu passend lauter schräge Vögel, irgendjemand in Bayern hat die Eulen aus Wolle gehäkelt und wollte sie dringend loswerden. Gerne, zusammen mit Vögeln aus Blech, Wimpelketten mit blauen Flamingos und dem alten Affen mischen sie die Zimmerecke auf.

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Tipps zur Gestaltung einer „Petersburger Hängung“

Eine offizielle Klage erreichte mich, dass die „Petersburger Hängung“ in unserem Wohnzimmer schon lange nicht mehr gezeigt wurde. Tatsächlich hatte ich zu Ostern vor, das Arrangement aus Bilderrahmen und Objekten an der Wand wieder einmal zu präsentieren. Bei dem Gedanken blieb es dann offensichtlich auch…
Der Begriff „Petersburger Hängung“ stammt daher, dass vor einem Jahrhundert in Museen die Bilder so eng gehängt wurden, dass sie die gesamte Wand einnahmen. Offensichtlich auch in der Eremitage in Sankt Petersburg damals.

Mein persönlicher Trick für diese Art der Wandgestaltung: Die Bilderrahmen sollen sich möglichst ähneln, bis auf einige effektvolle Stücke, die Kontraste schaffen. Hier peppe ich die Holzrahmen mit zwei verschnörkelten Exemplaren aus Gold auf. Durch farbliche Harmonie entsteht ein großes Ganzes, aktuell in saftigen Frühlingsfarben von Blau über Grün zu Gelb. Objekte in diesen Farben hängen zwischen den Bildern, um den Museumscharakter aufzubrechen: Teller, Stoffschleifen, Ketten, Papiertiere, Fundstücke versammeln sich zu einem abwechslungsreichen Gesamtbild.

Wunderschönes Geschenkpapier entdeckte ich in Dublin bei „Marks and Spencer“. Die kräftigen Grün- und Blautöne mit dem leuchtenden Gelb erinnerten mich sehr an die irische Landschaft im März: Grüne Hügel, kristallklares Meer und überall strahlend gelber Ginster. Da die Bögen schön gefaltet verkauft wurden, statt auf einer unpraktischen Rolle, funktionierte der Transport des Geschenkpapiers auch im eng begrenzten Handgepäck sehr gut.
Zu Hause brauchte ich es nur noch passend zuschneiden, rahmen, fertig!
Billiger als jeder Kunstdruck und trotzdem ausdrucksstark…
Als ich den geschwungenen Spiegel in den verschnörkelten Goldrahmen hängte, war es mir im ersten Moment eigentlich zuviel des Guten. Jetzt hängt die Kombination seit einigen Monaten und gefällt mir so gut, dass ich noch Schmetterlinge aus Papier darüber tanzen lasse. Viel hilft manchmal viel, und richtig viel ist noch besser!

Unter dem blauen Teller befestigte ich mit Klebeband an der Rückseite eine Schnur aus glänzenden Perlen, die ich vor Längerem aufgefädelt hatte. Es sieht sehr künstlerisch aus, ansonsten weiß ich selbst nicht genau, was ich davon halten soll. Egal, diese Wand ist meine Spielwiese!

Aus einem wunderbaren Skandinavien-Kalender schnitt ich die zarten Fotografien von Vergissmeinnicht und wilder Möhre im Morgenlicht. Für den eckigen goldenen Spiegel, ein Erbstück, riss ich das Deckblatt eines Monatsprogramms ab. So wirkt er wie ein Bilderrahmen mit spiegelndem Rand, auch ein schönes Experiment.
Unter dem grünen Teller baumelt eine Halskette, den bronzenen Vogel habe ich schon vor Jahren von seiner ursprünglichen Kette befreit und stattdessen ein Satinband durchgezogen. Tatsächlich harmoniert der bronzefarbene Ton noch schöner mit den goldenen Rahmen, als es hier erkennbar ist.
Die grünen und blauen Teller gehören schon ewig zum Arrangement. Seit ich sie habe, bleiben sie trotz aller Veränderungen der „Petersburger Hängung“ treu an ihrem Platz. Ich liebe den sanften Glanz der Lasur… Sie sollen eigentlich zum Essen benutzt werden, ich habe ihnen mit der Heißklebepistole Aufhängungen an der Rückseite verpasst.

Verlinkt mit CreaDienstag, HoT, DienstagsDinge.

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Getöpfert und lasiert: Handwerkliche Dekoration

Gefühlt werden aktuell überall Geschirr und Dekorationsobjekte verkauft, die aussehen, als wären wir scharenweise zum Töpferkurs in die Volkshochschule gegangen. Mir kommt das sehr entgegen, denn ich besaß schon vor Jahren kleine Vasen, die ich in einer Töpferwerkstatt an der Ostsee gekauft hatte. Bisher wirkte getöpfertes Geschirr mit Unikatcharakter immer so, als hätte die Oma etwas aus dem Urlaub mitgebracht. Offensichtlich bestimmt der Trend jetzt, dass wir alle hippie-mäßige Ökoteller kaufen sollen, auch wenn sie in der Fabrik im Akkord produziert werden.

Die beiden Vasen sind handgemacht und fair bezahlt, sie stammen aus einer kleinen Werkstatt am Niendorfer Hafen.
Die schmale Fliese habe ich in einem Atelier in Hamburg-Eimsbüttel erstanden, und den gläsernen Stern in Eckernförde (er wurde aber in Bremen angefertigt).

Die beiden Schalen bekamen mit der Heißklebepistole jeweils einen Haken auf die Rückseite geklebt, damit ich sie in der Küche aufhängen kann. Sie passen so schön zu dem Kunstdruck und dem Urlaubsfoto aus der Bretagne: Marée basse (links) und Marée Haute (rechts, Ebbe und Flut).
Und der Glasstern schwebt am Wohnzimmerfenster.

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Frischer Wind für die Wände

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Manchmal brauche ich einfach frischen Wind. Nicht nur bezüglich meiner Lektüre oder anderer Kleinigkeiten, sondern so grundlegend. Regelmäßig wird mein Kleiderschrank durchsortiert und mit Vintage-Funden aufgepeppt und das Wohnzimmer neu dekoriert. Aber manchmal reicht das nicht, dann muss etwas wirklich Neues her. Oft bleibe ich mit dieser Meinung allein in unserem Haushalt…. Daher übe ich mich in einem nachsichtigen Blick für unser altes Sofa (das wohl doch noch bleiben darf) und erfreue mich stattdessen am neuen Wandschmuck:
Ein hipper Druck namens „Fly to Copenhagen“ aus einem hippen Hamburger Stadtteil, ergattert über die Kleinanzeigen, schmückt das Schlafzimmer.

 

 

Quer durch die Stadt manövrierte ich eine große bedruckte Leinwand, die mich an Lavaströme erinnert. Auch über die Kleinanzeigen, woher sonst? 😉  Das Original ist aus Wolle, nicht Farbe, gestaltet – was mich wiederum an eine Galerie auf Bornholm denken ließ, die ich besuchte. Hier in einem Arrangement namens „Viel hilft viel“ mit der Weihnachtsdeko im Wohnzimmer zu sehen: Es war dann doch etwas zu viel, gerade bei den sehr mageren Lichtverhältnissen im Winter.
Dafür hat eine sehr nette, wildfremde Frau mir geholfen, das Kunstwerk von der S-Bahn nach Hause zu schleppen. Bis vor die Haustür. Das nenne ich „Nächstenliebe“.

 

 

Aber die Kleinanzeigen waren noch lang nicht ausgeschöpft, sodass ich wiederum quer durch die Stadt woanders hin fuhr, um einen Birkenwald abzuholen. Der versehentlich deutlich kleiner war als geplant, wie man am Rahmen erkennen kann. Naja, dafür waren die Leute besonders nett, bei denen ich zum Abholen war. Und nun überbrückt er die Zeit, zusammen mit den links an der Wand lehnenden echten Birken, bis draußen mehr Sonne scheint und die „Lavaströme“ ihre Pracht entfalten können.

In diesem Sinne: Lasst es draußen dunkel sein, drinnen lacht die Kunst von der Wand! Auch ohne teure Galeriebesuche ist dank den Kleinanzeigen ganz schnell etwas Besonderes, Neues bei uns eingezogen.

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Ein Blick auf den Kalender

 

Um die Spiralbindung des Kalenders in den Hintergrund treten zu lassen und einen schönen Rahmen zu schaffen, habe ich ein blaues Satinband an drei Nägeln befestigt. Der mittlere Nagel trägt den Kalender, an den beiden äußeren wird das Band verknotet.
Da ich manchmal auch Kalender ohne Spiralbindung habe, die sich mit zwei Nägeln in den oberen Ecken aufhängen lassen, eignet sich die Konstruktion für alle Varianten.
Ein getöpferter Fisch schaut unter dem Kalender hervor und verstärkt das diesjährige Motto „Skandinavische Lebenslust“.

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Getrödelt – gefunden – gefreut: Schiff auf hoher See

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Das rechte Bild inklusive Rahmen entdeckte ich im Antiquariat. Nachdem ich das Glas sehr, sehr gründlich gereinigt hatte, blinkte das Wasser plötzlich wieder strahlend weiß auf den Wellenkämmen.
Den linken Rahmen schenkte mir eine Freundin, die ihn antiquarisch in København entdeckte:
Darin ist „unser“ Strand auf Zanzibar bei auflaufender Flut zu sehen, auf die gelungene Aufnahme der Abendstimmung bin ich ausgesprochen stolz.
Obwohl ich sonst alle paar Wochen die Bilder und Rahmen in dieser Wohnung wechsle und meinen Fundus nach einer frischen Note für die Wände durchstöbere, freue ich mich, dass uns dieses Arrangement im Bad bereits eine Weile begleitet…

 

Muscheln

 

Ertrödelte Schätze sind beim Beswingten Allerlei zu entdecken.

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Glänzende Reflektionen und winterliche Impressionen

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In diesem Jahr hat im Advent krankheitsbedingt viel ausfallen müssen, sodass die frei interpretierte Petersburger Hängung erst spät zu einem weihnachtlichen Motto fand. Bis zum Tag der Heiligen drei Könige ist laut Kirchenjahr „Weihnachten“, somit stelle ich in aller Seelenruhe hier meine Dekoration vor.
-Wer sich nach ersten Hyazinthen sehnt, wird sicherlich auf anderen Blogs fündig… 😉

Die herbstliche Gestaltung durfte zum Teil an der Wand verweilen, während neue Blickpunkte hinzu kamen:
In der Mitte hängt nun ein goldgerahmter Spiegel, der das Licht reflektiert und damit zu etwas mehr Helligkeit beiträgt. Bereits vor einigen Jahren riss ich eine Seite aus einem Einrichtungs-Magazin heraus, die nun ihren Weg auf den Spiegel fand:
So wirkt er mehr wie ein Bestandteil der Bildersammlung als ein Gegenstand für das Bad.

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Der barocke Rahmen blieb mitsamt der alten Weihnachtskugel am bekannten Platz.
Dazu gesellte sich ein kleiner Kranz aus Zapfen, eins der wenigen neu gekauften Stücke des Arrangements.

 

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Mit dem Teddy auf dem Schoß, in die karierte Decke gekuschelt, strahlt das Bild mit dem Mädchen wunderbare Gemütlichkeit aus.

 

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Zwei Rahmen aus hellem Holz präsentieren verschneite Winterstimmung:
Der eine mit einer Bank an der Ostsee (was einmal die Rückseite eines dänischen Katalogs war) und die andere Seite wurde ebenfalls aus einer Zeitschrift heraus getrennt:
Zarte Glashänger und rote Kugeln baumeln auf dem Foto an einem Zweig im Garten.
Tannenbaumkugeln in harmonierenden Farben sorgen innerhalb der Wandgestaltung verteilt für festliches Gefunkel, das sich unaufgeregt einfügt.

 

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Endlich komme ich dazu, das Orchideen-Bild genauer vorzustellen:
Aus einer kleinen Stoffprobe von etro und einem Keilrahmen fertigte ich ein Bild aus Stoff.

 

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Da mir die offenen Kanten nicht gefielen, die durch den Mangel an Stoff entstanden, kaschierte ich sie mit schwarzem Ripsband. Hätte ich mehr Stoff gehabt, hätte ich die offenen Kanten schön umschlagen und fixieren können, sodass nichts mehr von ihnen zu sehen gewesen wäre.
Der schwarze Rips bildet einen deutlichen Kontrast zu den aquarellierten Farben des Drucks, was dem Bild einen dramatischen Akzent verleiht.

 

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Nun ist das Kunstwerk endlich fertig und gefällt mir ausgesprochen gut.

 

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Viele Kreationen geschickter Frauen gibt es auch bei CreaDienstag und Meertje zu entdecken.

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Florales und Goldenes an der Wand

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Nach der herbstlichen Dekoration im September habe ich schon vor einiger Zeit die Wand in unserem Wohnzimmer mit floralen Elementen einerseits und ersten goldenen Akzenten andererseits gestaltet. Die Rosen und die Iris auf den Keilrahmen wirken elegant und frisch, auch der grüne Liblingsteller trägt zur Leichtigkeit bei. Während das Stillleben aus dem Garten und der Rebenkranz eindeutig herbstlich aussehen, verbreitet das Kalenderblatt mit dem Kaminfeuer optisch Wärme. Einzelne goldene Blickpunkte wie der antike Rahmen und die darin hängende Weihnachtskugel haben sich schon dazwischen geschummelt und weisen auf die kommende Zeit hin…

 

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Der zauberhafte Stoff mit den Irisblüten stammt von etro und ist ein kostenloses Fundstück aus der Auflösung eines Raumausstatters. Zum Glück war der kleine Rest gerade groß genug, dass ich ihn auf den Keilrahmen spannen konnte…
Sobald ich Zeit habe, kaschiere ich die Kanten noch hochwertiger.

Auf einem bescheidenen Plätzchen hat sich die Bourbonen-Lilie eingerichtet und nimmt die Formen der Irisblüten optisch auf. Versetzt nach unten harmoniert die feminine Büste im Stillleben mit dem matten Weiß der Lilie und der Iris – manch gestalterischer Zusammenhang fällt mir erst im Nachhinein auf 😉 .

 

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Wie immer ist das E dabei, dieses Mal baumelt ein silberner Zapfen daran und verweist auf das Motiv des darunter hängenden Kalenderblatts. Meine Kalender folgen rein optischen Gesichtspunkten, sodass ein „November-Blatt“ vom vorletzten Jahr problemlos zwischen Oktober und Dezember zu entdecken ist….
Der grüne Craquelé-Teller hängt seit dem Frühjahr ununterbrochen an der Wand, allerdings nach jeder neuen Gestaltung auf einer ungewohnten Position an einem anderen Nagel.

 

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Getrödelt – gefunden – gefreut: Barocker Rahmen

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Dieser Rahmen, den ich von Privat erstand, ist natürlich nicht aus dem Barock – hat aber barocke Formen. Er wurde mir als „aus Holz“ angepriesen, was er aber definitiv nicht ist: Er wiegt fast nichts.
So alt, wie er erscheint, kann er unmöglich aus leichtem Kunststoff sein, denn den gibt es erst seit einigen Jahrzehnten. Das Gewicht ist derart gering, dass ich auf eine Art Pappmaché tippe, die in eine Form gegossen und gepresst wurde: Seit dem 15. Jahrhundert ist Pappmaché  in Europa bekannt, auch wenn dieser Rahmen sicher aus dem letzten Jahrhundert stammt…
An die Wand gehängt, lassen sich darin lose baumelnd einzelne alte Glashänger schön in Szene setzen – oder, als Stilbruch, könnte man eine Postkarte mit Tape an der Wand fixieren und den Rahmen als Umrandung nutzen (was mir geschmacklich definitiv nicht liegt, aber es wäre eine Möglichkeit).

 

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In der Küche

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Zwei Seiten aus der Zeitschrift „Brigitte“, farblich passende Pappe in der richtigen Größe aus dem Schreibwarengeschäft, ein Bilderrahmen – das sind die Bestandteile dieses Bildes.
Auch großformatige Fotostrecken mit Blumenarrangements aus Wohn- und Gartenzeitschriften eignen sich mit einem Passepartout gut als „Kunstwerk“.