aufmerksam, kreativ

Bilderbuch schlachten, um eine chinesische Mauer zu bauen: Asiatische Bilderwand gestalten

In Hamburg gibt es an verschiedenen Stellen Regale oder Bücher-Kisten mit Lektüre, an denen sich PassantInnen bedienen können. Da ich immer mal wieder mein Bücherregal ausmisten muss, war ich in letzter Zeit mehrfach dort, um jeweils ein paar Schätze abzugeben. Und natürlich in der Hoffnung, selbst einen Schatz aufzustöbern.
So entdeckte ich ein wunderschönes Bilderbuch, aus dem Französischen übersetzt, mit fantastischen chinesischen Motiven. Ich schlachtete das Buch und rahmte die schönsten Seiten. Jetzt haben wir eine „chinesische Mauer“ im Wohnzimmer.

Französische Bilderbücher sind häufig wesentlich hochwertiger in ihrer Gestaltung:
Kreativer, künstlerischer, abseits des Mainstreams von „Prinzessin-für-Mädchen“ und „Wilde-Kerle-für-Jungs“, was in deutschen Buchläden leider vorherrscht.
Allein das Papier, rau und mit geprägter Struktur, ist ein Traum…
Wer selbst eine chinesische Mauer bauen möchte: Das Buch heißt „Von den zehn Sonnen, die zwölf Monde liebten: Ein Märchen mit chinesischen Schriftzeichen“ und ist second-hand günstig zu erwerben.

aufmerksam, kreativ

Petersburger Hängung: Ideen für eine sommerliche Bilderwand

Im Wohnzimmer lässt die Bilderwand es so richtig krachen:
Blumen, Früchte und das Meer versammeln sich zu einem harmonischen Miteinander. Als verbindende Brücke halten Hellblau und Rosa die ganz unterschiedlichen Elemente zusammen. Goldene Akzente in den Bilderrahmen, dem Spiegel, der Kirsche und dem Ginkoblatt sorgen für Zusammenhalt.
Üppige Blüten und Früchte symbolisieren den Sommer, Bilder vom Meer steuern eine abkühlende Brise dazu.

Wie immer stammen die Einzelteile aus ganz unterschiedlichen Quellen:
Die Strandrose an der Ostsee ist ein Urlaubsfoto von Bornholm, der Früchtedruck ist ein zurechtgeschnittener Geschenkpapier-Bogen. Gerahmte Kalenderblätter und ausgerissene Seiten aus Tourismusbroschüren füllen weitere Bilderrahmen.
Die Kirsche ist eigentlich ein Teller, den ich hinten mit einer Aufhängung ausstattete.

Die kleinen Akzente wie hängende, getrocknete Craspedia (Trommelstöcke), der quietschrüne Vogel neben dem Kreuz aus Glassteinen und das goldene Ginkoblatt lockern die eckigen Rahmen auf. Auch die asymmetrischen Teller in Hellblau und Hellgrün weichen die vielen spitzen Kanten optisch auf und wiederholen die Grundfarben der Petersburger Hängung.

Meine Tipps für eine sommerliche Bilderwand:

Spannende Blickfänge sammeln
Urlaubsbilder vergrößern lassen, Fundstücke rahmen, Schätze mit Aufhängern für die Wand präparieren:
Je abwechslungsreicher die Mischung, desto lebendiger der Gesamteindruck
Verbindung schaffen
Damit die Petersburger Hängung nicht in ein Chaos ausartet, auf harmonischen Zusammenhalt achten:
Zwei bis drei Farben, die sich überall wiederholen. Ähnliche Rahmen um unterschiedliche Bilder oder ähnliche Bilder in wilden Rahmen. Ein bestimmtes Wort oder Symbol, das sich in grafischen Entwürfen wiederholt.
Materialien mixen
Meine Bilderwand vereint Holz, Metall, Keramik, Papier, Trockenblumen und Glassteine.
Wer bunte Farben zu wild findet und eine eher monochrome Gestaltung bevorzugt: Einfach Farben aus einer Familie zusammenstellen und dafür ganz unterschiedliche Materialien wählen.

aufmerksam, kreativ

Den Sommer ins Haus locken: Wanddekoration aus Stoff fertigen

Ich liebe es, unser Wohnzimmer neu zu dekorieren:
Die Birkenstämme in der Zimmerecke zu schmücken, ein neues Poster für den Bilderrahmen über der Teakbank auszusuchen und die Kissen in neue Hüllen zu kleiden.
Für die aktuelle Gestaltung wollte ich eine Tunika, die mir viel zu groß ist, aber aus wunderschön bedrucktem Leinen besteht, „verwursten“. Zuerst dachte ich an die klassische Wimpelkette, entschied mich dann aber für zwei andere Möglichkeiten.

Einen Teil des Stoffs verarbeitete ich zu einem kleinen Wandbehang, die bei den Hipstern in Wohnzeitschriften seit einiger Zeit die Zimmer schmücken.
Mit der Form war ich mir zuerst sehr unsicher, bis ich ein Rechteck mit schräger Kante schnitt und es mir gut gefiel. Ich faltete alle offenen Stoffkanten doppelt um und nähte sie fest, oben fertigte ich einen Tunnel an, durch den ich einen Draht zum Aufhängen schob. Hätte ich einen dünnen, entsprechend langen Bambusstab gehabt, wäre das eine sehr schöne Alternative gewesen.

Den anderen Teil des Stoffs spannte ich in einen runden Stickrahmen.
Der Aufwand liegt bei ca. drei Minuten, einfacher geht´s wirklich nicht. Ein Satinbändchen durch die Schraube zum Spannen ziehen, aufhängen, fertig.

Den Löwenanteil der Tunika benutzte ich, um ein Kissen für meinen Lesesessel daraus zu nähen.
Die Spitzenkante im Decolleté bildet einen traumhaften Akzent, sodass das Kissen wirkt, als stamme es aus einem schicken Inneneinrichtungsgeschäft.

Für das perfekte Sommergefühl fehlte nur noch ein neues Poster über dem Esstisch. Leider ist das Bild des schwarzen Retrievers zu groß für den Holzrahmen im Schlafzimmer und zu klein für diesen Rahmen im Wohnzimmer. Also drapierte ich künstliche Farne und Blätter um die Oberkante, damit der Druck nicht so verloren wirkt.
Fast könnten sich hier Hipster wohlfühlen…

aufmerksam, glaubhaft

Bereit zum Abflug! Wohnzimmer-Deko mit Ansage

Meine wichtigste Aufgabe im Berufsalltag ist, dass die Menschen sich gut unterhalten und umfassend informiert fühlen.
Daraus ergibt sich ein „Zwang zum Lächeln und Scherzen“, der einerseits sehr anstrengend ist, andererseits aber auch auf das Wesentliche fokussiert. In den Gruppen sollen sich alle wohlfühlen, auf dem Flur einen netten Gruß hören und bei Fragen Unterstützung erleben.
Entsprechend finde ich im Kollegium schlechte Laune, unnötige Dramen oder Lästern hinter den Kulissen komplett kontraproduktiv:
Es braucht viel Energie, schwächt alle im Umkreis, senkt die Motivation, lenkt ab und verunsichert.
Umso mehr in einem Umfeld, indem die wichtigste Aufgabe ist, den Menschen zu dienen und gemeinsam gute Momente zu gestalten.

Entsprechend war ich total begeistert, als ich online das Poster entdeckte, das jetzt second-hand unser Wohnzimmer schmückt. „See you later assholes!“ ist kein passender Slogan für den Arbeitsplatz, schließlich gibt es auch genügend nette Kolleginnen. Aber es hilft, innerlich Abstand zu nehmen und sich selbst daran zu erinnern, dass Menschen mit unangenehmen Verhalten sich das Leben selbst schwer machen.
In den Birkenästen sitzen dazu passend lauter schräge Vögel, irgendjemand in Bayern hat die Eulen aus Wolle gehäkelt und wollte sie dringend loswerden. Gerne, zusammen mit Vögeln aus Blech, Wimpelketten mit blauen Flamingos und dem alten Affen mischen sie die Zimmerecke auf.

aufmerksam, kreativ

Billig und schön: Dekorieren mit kahlen Ästen

Ich bin schlimmer als jeder Hund:
Kein Ast, kein bemooster Stock, kein Tannenzapfen ist vor mir sicher. Ständig schleppe ich irgend etwas von einem Spaziergang an, wenn nicht zu Hause, dann auf Arbeit (wo ich die offizielle Dekorations-Verantwortliche bin). Aber Äste sind auch einfach schön: In geschmeidigen Formen gewachsen, mit samtigen Haselkätzchen, struppigen Flechten, knorrigen Knoten, wippenden Samenständen… Sehr effektvoll und kostenlos!

Daher eignet sich der Einsatz von Naturmaterialien wunderbar für meine Serie „Billig und schön wohnen“:
Wer sich kostengünstig, aber dennoch individuell und gemütlich einrichten möchte, findet in meiner Serie viele Tipps und Tricks. Für alle, die gerade in ihre erste Wohnung ziehen, jeden Cent für ihren Hauskredit brauchen oder so wie ich ständig umdekorieren, versammle ich in den nächsten Wochen einfache Ideen für eine kreative Einrichtung.

Manche dekorieren lieber sparsam, wie die einzelnen Äste mit den Pompoms in warmen Rottönen oben. Andere lieben das kreative Chaos und schmeißen einen Haufen Tannenzapfen mit glänzenden Blickfängen auf ein Tablett. Oder verfahren nach meiner Lieblings-Methode „Viel hilft viel“, sodass im Wohnzimmer ein halber Buchenwald steht.


Auch Birken wirken sehr effektvoll, besonders harmonieren sie mit dem „Scandi-Chic“ und seinen Naturfarben.

Für alle, die sich kostengünstig und kreativ einrichten wollen, habe ich hier weitere Tipps: Geschenkpapier als Poster verwenden, Kleidung als Dekoration einsetzen,  originale Kunstwerke zum kleinen Preis.

Verlinkt mit Freutag, HoT und ein kleiner Blog.

aufmerksam, Gäste & Feste, kreativ

Sommerparty mit Donuts, Käfern und vielen Blumen

Bonbonfarben, Blumen und Beeren:
Eine heitere Zwischenmahlzeit zelebriert den Sommer.
Wenn es draußen zu heiß ist, holen wir uns die fröhlichen Farben und frischen Früchte einfach nach drinnen.

Vor Kurzem entdeckte ich die handgearbeiteten Dahlien aus Ton in zartem Mintgrün. An anderer Stelle sprang mich der Käfer an, der farblich perfekt dazu passt. Humorvoll und natürlich, so dekoriere ich gern.

Durch die Wärme halten Schnittblumen nur wenige Tage. Daher kombiniere ich momentan Stauden im Blumentopf mit langlebigen Blättern wie diese Aralie. Sie bringen die Natur ins Haus, ohne ständig zu verwelken und mich zu ärgern… 😉

Verlinkt mit CreaDienstag, DienstagsDinge und HoT.

aufmerksam, kreativ

Schöner Schlafen: Gegen müllige Ecken im Schlafzimmer


Schlafzimmer dienen zum Schlafen. Darüber hinaus sind sie meist das Sammelbecken von Wäschekörben mit frischer, aber noch nicht gebügelter Wäsche und diversen anderen Dingen, die hier irgendwie auf halbem Weg stranden und gefühlt nie wieder den Weg an einen ordentlichen Platz finden. Umso wichtiger, gelegentlich den ungeliebten Ecken aufmerksam zu begegnen und sie zu entschärfen, damit etwas Schöneres entsteht.
Frisch aus Finnland habe ich ein Poster von Linnea, dem Mädchen aus einem schwedischen Bilderbuch mitgebracht. Poster wollen naturgemäß gerahmt werden, und damit das Umfeld für den neuen Blickfang stimmt, habe ich ein „Schlafzimmer-Stillleben“ gestaltet.


In Kästen mit schwarz-weißem Druck verschwindet herum fliegender Kleinkram. Das Kissen habe ich aus einer Tunika genäht, die Zitronenschale ist vintage und Teil eines handgemalten Service im Hotel Atlantic Hamburg gewesen.

verlinkt mit CreaDienstag, DienstagsDinge, HoT.

aufmerksam, kreativ

Locker-leichte Sommerdeko für das Fenster

Im Sommer wollen wir draußen unterwegs sein, entsprechend gering ist die Lust auf eine jahreszeitliche Dekoration der Wohnung.
Ganz einfach und schnell entsteht diese grüne Fensterdeko aus Wimpeln und tropischen Blättern:
Zu Beginn tropische Blätter auf dicke Pappe zeichnen und ausschneiden oder Blattsilhouetten aus Holz kaufen, mit Bändern zum Aufhängen ausstatten. In relativ regelmäßigem Abstand mit Klebefilm oben an das Fenster kleben, sodass sie hinunter hängen, aber nicht die Sicht nehmen.
Anschließend eine grüne Wimpelkette quer über die Klebestellen hängen, dabei darauf achten, dass sich das Fenster noch öffnen lässt: Oder die Wimpelgirlande teilen, damit jede Fensterhälfte damit geschmückt und dennoch gelüftet werden kann.

Verlinkt mit CreaDienstag, DienstagsDinge, HoT.

aufmerksam, kreativ

Tipps zur Gestaltung einer „Petersburger Hängung“

Eine offizielle Klage erreichte mich, dass die „Petersburger Hängung“ in unserem Wohnzimmer schon lange nicht mehr gezeigt wurde. Tatsächlich hatte ich zu Ostern vor, das Arrangement aus Bilderrahmen und Objekten an der Wand wieder einmal zu präsentieren. Bei dem Gedanken blieb es dann offensichtlich auch…
Der Begriff „Petersburger Hängung“ stammt daher, dass vor einem Jahrhundert in Museen die Bilder so eng gehängt wurden, dass sie die gesamte Wand einnahmen. Offensichtlich auch in der Eremitage in Sankt Petersburg damals.

Mein persönlicher Trick für diese Art der Wandgestaltung: Die Bilderrahmen sollen sich möglichst ähneln, bis auf einige effektvolle Stücke, die Kontraste schaffen. Hier peppe ich die Holzrahmen mit zwei verschnörkelten Exemplaren aus Gold auf. Durch farbliche Harmonie entsteht ein großes Ganzes, aktuell in saftigen Frühlingsfarben von Blau über Grün zu Gelb. Objekte in diesen Farben hängen zwischen den Bildern, um den Museumscharakter aufzubrechen: Teller, Stoffschleifen, Ketten, Papiertiere, Fundstücke versammeln sich zu einem abwechslungsreichen Gesamtbild.

Wunderschönes Geschenkpapier entdeckte ich in Dublin bei „Marks and Spencer“. Die kräftigen Grün- und Blautöne mit dem leuchtenden Gelb erinnerten mich sehr an die irische Landschaft im März: Grüne Hügel, kristallklares Meer und überall strahlend gelber Ginster. Da die Bögen schön gefaltet verkauft wurden, statt auf einer unpraktischen Rolle, funktionierte der Transport des Geschenkpapiers auch im eng begrenzten Handgepäck sehr gut.
Zu Hause brauchte ich es nur noch passend zuschneiden, rahmen, fertig!
Billiger als jeder Kunstdruck und trotzdem ausdrucksstark…
Als ich den geschwungenen Spiegel in den verschnörkelten Goldrahmen hängte, war es mir im ersten Moment eigentlich zuviel des Guten. Jetzt hängt die Kombination seit einigen Monaten und gefällt mir so gut, dass ich noch Schmetterlinge aus Papier darüber tanzen lasse. Viel hilft manchmal viel, und richtig viel ist noch besser!

Unter dem blauen Teller befestigte ich mit Klebeband an der Rückseite eine Schnur aus glänzenden Perlen, die ich vor Längerem aufgefädelt hatte. Es sieht sehr künstlerisch aus, ansonsten weiß ich selbst nicht genau, was ich davon halten soll. Egal, diese Wand ist meine Spielwiese!

Aus einem wunderbaren Skandinavien-Kalender schnitt ich die zarten Fotografien von Vergissmeinnicht und wilder Möhre im Morgenlicht. Für den eckigen goldenen Spiegel, ein Erbstück, riss ich das Deckblatt eines Monatsprogramms ab. So wirkt er wie ein Bilderrahmen mit spiegelndem Rand, auch ein schönes Experiment.
Unter dem grünen Teller baumelt eine Halskette, den bronzenen Vogel habe ich schon vor Jahren von seiner ursprünglichen Kette befreit und stattdessen ein Satinband durchgezogen. Tatsächlich harmoniert der bronzefarbene Ton noch schöner mit den goldenen Rahmen, als es hier erkennbar ist.
Die grünen und blauen Teller gehören schon ewig zum Arrangement. Seit ich sie habe, bleiben sie trotz aller Veränderungen der „Petersburger Hängung“ treu an ihrem Platz. Ich liebe den sanften Glanz der Lasur… Sie sollen eigentlich zum Essen benutzt werden, ich habe ihnen mit der Heißklebepistole Aufhängungen an der Rückseite verpasst.

Verlinkt mit CreaDienstag, HoT, DienstagsDinge.

aufmerksam, kreativ

Getöpfert und lasiert: Handwerkliche Dekoration

Gefühlt werden aktuell überall Geschirr und Dekorationsobjekte verkauft, die aussehen, als wären wir scharenweise zum Töpferkurs in die Volkshochschule gegangen. Mir kommt das sehr entgegen, denn ich besaß schon vor Jahren kleine Vasen, die ich in einer Töpferwerkstatt an der Ostsee gekauft hatte. Bisher wirkte getöpfertes Geschirr mit Unikatcharakter immer so, als hätte die Oma etwas aus dem Urlaub mitgebracht. Offensichtlich bestimmt der Trend jetzt, dass wir alle hippie-mäßige Ökoteller kaufen sollen, auch wenn sie in der Fabrik im Akkord produziert werden.

Die beiden Vasen sind handgemacht und fair bezahlt, sie stammen aus einer kleinen Werkstatt am Niendorfer Hafen.
Die schmale Fliese habe ich in einem Atelier in Hamburg-Eimsbüttel erstanden, und den gläsernen Stern in Eckernförde (er wurde aber in Bremen angefertigt).

Die beiden Schalen bekamen mit der Heißklebepistole jeweils einen Haken auf die Rückseite geklebt, damit ich sie in der Küche aufhängen kann. Sie passen so schön zu dem Kunstdruck und dem Urlaubsfoto aus der Bretagne: Marée basse (links) und Marée Haute (rechts, Ebbe und Flut).
Und der Glasstern schwebt am Wohnzimmerfenster.