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Hamburgs heimliche Höhepunkte: Gut Karlshöhe

Wer mitten in der Stadt durch eine Streuobstwiese spazieren, Hühner beobachten und Schafe streicheln möchte, ist auf Gut Karlshöhe genau richtig. Wer umweltpolitische Themen schätzt, robuste Stauden tauschen möchte oder einen besonderen Ort für eine Veranstaltung sucht, wird hier ebenfalls fündig.

Interessierte erleben traditionelle Handwerkstechniken wie das Schmieden oder helfen beim Imkern. Schulklassen entdecken bei Experimenten und Ralleys Wissen über ökologische Zusammenhänge. Und Mütter aus den umliegenden Wohngebieten treffen sich mit ihren Buggys unter der Woche zum Kaffee im Bistro.

Der Bauerngarten, die Streuobstwiese, der Sumpf-Pfad, die Schafswiese und das Bienenreich sind frei und kostenlos zugänglich. Wer sich hier außerhalb trubeliger Feste umschauen will, kann jederzeit vorbeikommen.

Ähnliche Ziele in meiner Reihe „Hamburgs heimliche Höhepunkte“:
Das Museumsdorf Volksdorf, Schätze des Stadtparks, Heideblüte im Wittmoor, am Leinpfad, grüne Perlen entlang der Alster

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Hamburgs heimliche Höhepunkte: Museumsdorf Volksdorf

 

Hamburgs Stadtteile im nördlichsten Nordosten nennen sich „Walddörfer“, da sie tatsächlich größtenteils ihren dörflichen, sehr grünen Charakter bewahrt haben. Im Stadtteil Volksdorf liegt das Museumsdorf, das offensichtlich längst nicht allen Hamburgerinnen bekannt ist. Um Interessierten sowie TouristInnen diesen schönen Ort vorzustellen, habe ich eine Reihe Fotos aufgenommen – vorrangig von den Tieren, wie ich zugeben muss…

 

 

Irgendwann kam ich nach einem Zahnarzt-Besuch, der mich in diese Ecke Hamburgs verschlägt, mal im Museumsdorf vorbei und vermisste die Schweine. Zufällig stiefelte gerade jemand über das Gelände, der sich auskannte, und antwortete auf meine Frage, wo sie stecken würden: „In der Wurst.“ Er meinte es sehr ernst, fürchte ich. Daher sollte man mit dem Besuch nicht zu lange warten, bis im späten Herbst geschlachtet wird…

 

 

Während der Wochenenden werden hier oft bäuerliche Aktivitäten vorgeführt, es finden Pflanzenmärkte oder Lesungen auf Plattdeutsch statt.
Unter der Woche ist das Gelände (außer montags) von neun bis siebzehn Uhr kostenfrei geöffnet. Die historischen Gebäude sind dann geschlossen, aber die Tiere und der Bauerngarten können besucht werden. Regelmäßige Veranstaltungen zum Erhalt alter Handwerkstechniken sind im Veranstaltungskalender zu finden.

 

 

 

Ich lieben diesen Ort, weil er zum Auftanken einlädt. Die Großstadt Hamburg scheint weit weg und das kindliche Beobachten von Haustieren entschleunigt sicherlich JedeN.

 

 

Weitere heimliche Höhepunkte in Hamburg:
Das Wittmoor (in Hamburgs Nordwesten)
Das Wellingsbüttler Torhaus (im Norden Hamburgs am Alsterwanderweg)
Der Stadtpark
Grüne Perlen entlang der Alster
Spaziergang entlang des Leinpfads (schließt sich an die grünen Perlen der Alster an)

Das Bergedorfer Schloss (in Hamburgs Südosten)

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Tischdekoration für einen fröhlichen Nachmittag auf dem Pferdehof

In Kürze findet mit alten Freundinnen ein Wiedersehen statt, das von der Gastgeberin den Titel „Ponyhof-Wochenende“ bekam.
Nachdem ich schon lange keine Zeit mehr für eine richtig schön gestaltete Tafel hatte, legte ich heute los. Manchmal macht es einfach Spaß, Ideen für eine schöne Tafel umzusetzen, auch wenn anschließend „nur“ mein Mann und ich daran sitzen…

Welcome to a colourful table at the pony farm!
Some good old friends are planning a get-together and our host calls it „Weekend at the pony farm“. She lives in the northern Nowhere of Lower Saxony and has cats, sheep und much more animals than I know since we met last time, I suppose… Actually she has ponies nearby so maybe we will try a little ride…

Das Tischtuch ist ein Bettbezug, den ich auf das passende Maß zerschnitt und säumte. Der Stoff reichte, um daraus auch gleich zwei große Kissen für die Bank zu nähen. Das gewebte Karo erinnert mich an hanseatische Pferdegüter und an englische Picknicks.

Auf jedem Platz wartet ein Scherenschnitt mit einem Mädchen und ihrem Pony bzw. Esel.
Kleine Porzellanschalen in Herzform füllte ich mit gekürzten Chrysanthemen als Willkommensgruß.

Als Serviettenringe wählte ich aus meinem Fundus die ländlichen, weißen mit den plastischen Tieren. So begleiten Hasen, Lämmer und Hühner die fröhliche Runde.

Neben Pferden leben auf den Gutshöfen oft Hunde und Katzen. Letztere sollen die Mäuse im Stroh bekämpfen, und ich erinnere mich noch an eine besondere Stallkatze damals. Leider fand ich keine schöne Katzen-Abbildung. So fertigte ich Party-Pieker mit Scotch Terriern an, die aufmerksam um sich schauen.

Kulinarisch hat die Party auf dem Pferdehof Picknick-Charakter: Obst der Saison, Kekse, bunt verpackte Schokoladenpralinen – und irgendwer hat die Gläser vergessen.
Typisch!

Die Abbildungen stammen von „The Graphics Fairy“.

Verlinkt mit facile et beau, RUMS, Holunderblütchen, FloralFridayFoto, Freutag, ein kleiner blog und Pamelopee.

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Kindergeburtstag zum Thema „Bauernhof“

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Im Garten sind heute viele Tiere des Bauernhofs zu Gast.
Sie laufen über den geschmückten Tisch, sind auf der Wiese zu entdecken und haben schon Futter in Eimern bekommen.
Ein Bogen schönen Geschenkpapiers schmückt das grüne Tischtuch. Rosen und Wicken dienen als Gruß aus dem Bauerngarten. Fröhliche Kissen aus Stoffen von Sanderson habe ich genäht und mit nach draußen genommen.

 

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Die Kinder dürfen sich aussuchen, welches Tier sie heute darstellen wollen.
Dazu bekommen sie vorbereitete Haarreifen, an denen die passenden Ohren befestigt sind: Schwarz-weiße für die Kuh, lange braune für den Esel, lange graue für die Hasen, kurze rosafarbene für Schweine usw. Wer ein Huhn darstellen möchte, bekommt einen Schnabel aus Pappe auf die Nase gesetzt, der mit einem Gummiband am Hinterkopf hält.
Wer nähen kann, fertigt passende Schwänze aus Stoff an, die mit Sicherheitsnadeln an den Hosen der Kindern befestigt werden. Auch aus Pappe oder Moosgummi können die Schwänze ausgeschnitten werden.

 

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Ruhige Spiele für den Bauernhof-Geburtstag
„Stimmen raten“: Anhand einer CD mit Tiergeräuschen können die Kinder versuchen, den passenden Bewohner des Bauernhofs zu erraten.
„Spuren raten“: Auch Bücher mit Fußabdrücken und Spuren der Tiere laden dazu ein, sich mit den Lebewesen zu beschäftigen.
Fütterzeit“: Zwei Kindern werden die Augen verbunden. Das eine bekommt ein Geschirrtuch umgelegt, das andere erhält ein kleines Glas Joghurt und einen Teelöffel. Es soll sein Gegenüber blind füttern – eine schöne Schweinerei!
Gegenstände ertasten: Vorher werden verschiedene Utensilien des Bauernhofs gesammelt: Karotten zum Füttern, ein altes Hufeisen, ein Schlüssel für den Stall, Körner, ….. Nun bekommt ein Kind die Augen verbunden und, locker in ein Tuch gewickelt, einen Gegenstand überreicht. Das Kind ertastet unter dem Tuch (falls es unter der Augenbinde luschert, ist der Gegenstand verdeckt), worum es sich handelt, und rät.

 

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Bewegungsspiele
„Eier werfen“: In drei verschieden große Nester, die unterschiedlich weit von den Kindern entfernt liegen, werden Eier geworfen. Die „Nester“ werden von Plastiktellern, Eimern oder gezeichneten Kreisen dargestellt, die Eier sind aus Gummi (Flummis zum Beispiel). Wer trifft am meisten ins Nest?
Auch der Klassiker „Eierlaufen“ passt zum Thema.
Staffellauf mit Wassereimer: Die Bäuerin braucht dringend Wasser, um die Kühe zu tränken – als Staffellauf wird pro Gruppe ein Eimer Wasser durch den Garten getragen. Jedes Kind trägt einmal den Eimer und läuft, so schnell es kann, bis es ihn weitergibt. Welche der beiden Gruppen ist zuerst bei den „Kühen“ angekommen?
Bei heißem Wetter auch möglich: Die Gäste stellen sich in einer Reihe auf. Das erste Kind gießt dem zweiten den Inhalt seines Wassereimers in den leeren Eimer. Das zweite Kind kippt das Wasser dem dritten in den Eimer usw. Wieder spielen zwei Gruppen mit gleich vielen Kindern gegeneinander. Welche Gruppe hat zum Schluss am meisten Wasser im letzten Eimer?

 

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„Schwanz abjagen“: Jedes Kind erhält ein Tuch oder ein Stück Seil, das es sich hinten in den Hosenbund steckt. Nun versuchen die Gäste, sich gegenseitig den Schwanz abzujagen. Wer keinen mehr hat, scheidet aus. Wer hat zuletzt die meisten Schwänze ergattert? Wer hat am längsten auf dem Spielfeld „überlebt“?
„Sack hüpfen“ mit Slalom und kleinen Hindernissen
„Gummistiefel-Wettrennen“ in Papas Riesenstiefeln. Auch immer wieder lustig: Der englische Klassiker des „Gummistiefel-Weitwurfs“. Dabei darf JedeR drei Mal werfen, wer wirft am Weitesten?
„Schubkarren- Formel 1“: Wer bewältigt, schnell eine Schubkarre schiebend, den Parcours am Schnellsten?
„Eier sammeln“ wie Ostereier verstecken und suchen.

 

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Dekoration:
Schwarz-weiße Abbildungen von Bauernhoftieren werden ausgedruckt, auf starkes Papier geklebt und als Kreis ausgeschnitten (einen kleinen Teller als Schablone benutzen). Danach wird ein Locher eingesetzt, um in loser Folge Löcher am Rand des Kreises zu stanzen. Durch eins der oberen Löcher wird Satinband gezogen und zur Schleife gebunden.
Plastiktiere aus der Spielzeugkiste des Geburtstagskindes werden auf dem Tisch arrangiert. Wimpelketten sorgen für fröhliche Stimmung. Wer mag, kreiert eine „Karottenkette“, die über den Köpfen der Kinder hängt.
GartenbesitzerInnen können Strohballen zum Draufsetzen organisieren und platzieren.

 

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Gastgeschenke / Give aways: Jedes Kind erhält zu Beginn ein kariertes Halstuch als Teil der „Arbeitskluft“ auf dem Bauernhof und darf es später mitnehmen. Auch ein kleiner Zinkeimer pro Kind, der im Laufe des Fests verschiedentlich benutzt wird, eignet sich als Geschenk.
Bastelaktionen bieten sich bei schlechterem Wetter an, dann können die Kinder aus schlichten weißen Papptellern Tier-Masken gestalten und zum Schluss mitnehmen.
Wenn mit Kuscheltieren und einem Lasso „Tiere einfangen und fesseln“ gespielt wird, kann das Seilstück eine schöne Erinnerung an den Tag sein und lässt sich zu Hause noch in vielfältigen Spielen einsetzen.

 

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Kreative Ideen sind auch beim CreaDienstag, Kiddiekram und bei Meertje zu entdecken.
Wunderschöne Blumen lassen sich bei Holunderblütchen , Rose Garden Malevik und Floral Friday bewundern.

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Buchrezension: „Landleben. Von einer, die raus zog“ von Hilal Sezgin

Inzwischen ist es etwas her, dass ich das Buch „Von einer, die raus zog“ von Hilal Sezgin las – trotzdem habe ich es in bleibender Erinnerung behalten.
Die Autorin ist Journalistin und hat ihr bisheriges Leben vorrangig in der Großstadt verbracht. Trotzdem trägt sie den Traum eines „anderen Lebens“ in sich und beschließt, sich auf das Wagnis einzulassen – sie berichtet vom Wechsel in eine andere Redaktion, von der Suche nach dem richtigen Haus, von den Wünschen und leisen Zweifeln, die sich im Blick auf den zukünftigen Alltag einstellen.
In der Lüneburger Heide, weit weg von der Frankfurter Innenstadt, wird sie fündig. Die Besitzer des Hauses wohnen auf dem gleichen Grundstück, das weitläufig genug ist, um sich sowohl zu treffen als auch aus dem Weg gehen zu können. Langsam lebt die Autorin sich ein. Berichtet von der nächtlichen Stille, von ersten Kontakten, von der Hilfsbereitschaft der Dorfbewohner und den Marotten der Schafe, Ziegen und Gänse, die sie mit ihrem neuen Haus „geerbt“ hat. Anfangs kümmert sie sich laut Anweisung um die Tiere. Zunehmend verliert sie ihr Herz an jedes einzelne und entdeckt Individuen, wie sie innerhalb einer Schafsherde nicht unterschiedlicher sein könnten. Noch ehe sie es selbst begreift, füttert sie verlassene Lämmchen mehrmals pro Nacht mit der Flasche und rettet Hühner aus der jährlichen „Säuberungsaktion“ der nahegelegnenen Massentierhaltung vor dem endgültigen Tod. Besagte gerettete Hühner, völlig nackt und deformiert, verschlingen Unsummen an Tierarztkosten. Überhaupt, die Tierarztkosten – ich habe nicht mitgezählt, wie oft die Autorin Sonntags zum tierärztlichen Notdienst eilt, weil eines der Tiere versorgt werden muss. Im Laufe des Buches fragte ich mich immer öfter, wann genau Frau Sezgin eigentlich Zeit zum Arbeiten als Journalistin hat und woher das Geld für den Tierarzt kommt.
Auch vor der ehrlichen Beschreibung von Krisen scheut Frau Sezgin nicht zurück, sondern erzählt ruhig und aufrichtig aus ihrem Leben.
Zunehmend macht die Autorin, die vorher bereits Vegetarierin war, sich Gedanken darüber, dass auch die Erzeugung von Milch mit viel Leid für Kuh und Kalb einher geht. Und dass „biologisch erzeugte Milch, Eier und Fleisch“ der Massentierhaltung sehr ähnlich sind, wie sie während ihrer unangekündigten Besuche auf mehreren Höfen feststellen muss.
Inwieweit muss man „Nutztiere“ durch Verwertung wirtschaftlich verarbeiten? Können Hühner, Schweine und Kühe auch „einfach so leben“ oder erhalten sie ihr Lebensrecht erst dadurch, dass wir Menschen größtmöglichen Profit aus ihnen schlagen?
Das absolute Ende des Verzehrs von tierischen Erzeugnissen wird durch das Eintreffen eines Katalogs von „Spezialmaterial für den Landwirt“ eingeläutet, wo sie eine Vielzahl tierquälerischer Konstruktionen und Werkzeuge entdeckt, die auch in der biologischen Landwirschaft eingesetzt werden („Mit dieser elektrischen Brennschere können Sie sowohl Hoden als auch Ringelschwänzchen abtrennen….“).

Eine sehr herzliche Empfehlung zur Lektüre!

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Flucht aus dem Alltag: Labskaus essen in „Stoof Mudders Kroog“

Wenn man an seinem Wohnort hängt und mit offenen Augen unterwegs ist, merkt man bald, dass es eine ganze Reihe „Spezialitäten“ gibt, für die sich die Region rühmt. Im Fall Hamburg gibt es so viele, dass ich sie hier nicht aufzählen werde, weil ich auf ein ganz bestimmtes Gericht hinaus will: Labskaus. An Aalsuppe habe ich mich bis heute nicht ran getraut, aber gestern war die Zeit reif, um diese Spezialität zu probieren.
Da mir meine Freundinnen zum Geburtstag (auf meinen Wunsch hin) verschiedene Gutscheine als Einladung in Cafés und Lokale schenkten, die ich noch nicht kenne und ihrer Meinung nach mal kennen lernen soll, wurde ich unter anderem in „Stoof Mudders Kroog“ im Freilichtmuseum Kiekeberg (Rosengarten bei Hamburg) eingeladen.
Um das gute Wetter auszunutzen, machte ich mich gestern nach der Arbeit auf den Weg Richtung Süden über die Elbe.
Nach einem Spaziergang schlichen wir durch ein verstecktes Gatter durch das (bereits geschlossene) Museum, bevor wir uns auf die Terrasse des Restaurants setzten.

 

 

 

Ich sach ma so: De Infall mit’n Labskaus war ’n gooden Versöök, aber eenmal war ooch genug. Veelen Dank an mien leef Freundin! Dat war bannig schöön.