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Billig und schön: Originale Kunstwerke zum kleinen Preis


Heute stelle ich den dritten Teil zum Thema „Kostengünstig und individuell einrichten“ vor.
Hier hatte ich bereits gezeigt, dass Geschenkpapierbögen zauberhafte Poster sein können. Und dass Kleidung als Dekoration dienen kann.
Jetzt demonstriere ich, wie eine kleine Buntstiftzeichnung einen effektvollen Rahmen bekommt.

Auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Geschäften gibt es oft kleine Bilderrahmen mit selbstgemachten Zeichnungen der Vorbesitzer. Die kleinen Originale sind viel schöner als Postkarten oder fertig gekaufte Rahmen mit Motiv. Leider sind sie aber auch oft zu klein und unscheinbar, um ihre Wirkung zu entfalten.

Daher nahm ich die Zeichnung aus dem Rahmen und trennte sie vom ursprünglichen Untergrund vorsichtig ab. Dann probierte ich mehrere Hintergründe aus:
Als erstes Ton-in-Ton mit grafischen Prints und grauen Blüten. Das überzeugte mich nicht, ich wollte es etwas fröhlicher haben. Daher versuchte ich es als Nächstes mit grüner Pappe mit weißem Karo und roter Pappe mit weißen Blüten. Als Hintergrund wirken beide deutlich lebhafter, harmonierten aber gut mit der jungen Meise.
Ich entschied mich für den leicht romantischen Touch, um mit dem Vogel Frühlingsgefühle zu wecken, und schnitt die Pappe passend zum Rahmen zu.

Jetzt wirkt die Meise viel präsenter, und durch den roten Untergrund gewinnt das Bild deutlich an Ausstrahlung.

Wer nicht auf den nächsten Flohmarkt warten will, bis „echte Originale“ einziehen und die Wände schmücken:
Einfach in der Suchmaschine in der Kategorie „Bilder“ nach Schwarz-weiß-Zeichnungen suchen, ausdrucken, mit dem Tuschkasten kolorieren und aufhängen!

Verlinkt mit CreaDienstag, HoT, ein kleiner blog, SoulSister

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Das erste Mal…. einen alten Stuhl aufpolstern

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Stand März 2012:
Frisch vom Sperrmüll gerettet und das alte Polster grob entfernt

 

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Stand Dezember 2014:
Längst ist der Stuhl sauber und trocken, aber immer noch nackt

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Dieser alte Stuhl, ein Fundstück vom Sperrmüll, wartet seit inzwischen fast zwei Jahren darauf, aufgepolstert und wieder in Betrieb genommen zu werden.
Zwischenzeitig hatte ich bereits etwas zum Polstern besorgt, aber mich all die Zeit nicht für einen Stoff als Bezug entscheiden können. Da der Stuhl aufgrund seiner hohen Lehne im Schlafzimmer als „stummer Diener“ seine Bestimmung gefunden hat, fiel gar nicht auf, dass unter der abgelegten Kleidung der Stuhl unvollendet blieb.
Angesichts der vielen Personen, die zum weihnachtlichen Familientreffen angekündigt waren, griff ich kurzentschlossen in den Werkzeugkasten und legte los:
Manchmal muss erst akuter Stuhl-Notstand herrschen, bis frau plötzlich doch kurzfristig Entscheidungen treffen kann.
Mit dem Polster, zwei Lagen Jerseystoff (als gleichmäßige Zwischenschicht) sowie dem sehr schönen Samtstoff von Chivasso war ich nach viel Zuschneiden, Zupfen, Ziehen und Tackern einige Zeit später fertig.
Ich hätte mir für das erste Projekt zum Thema „Aufpolstern“ definitiv einen einfacheren Stoff als den doppellagigen Samt-Jacquard aussuchen können: An vielen Stellen waren die Stoffschichten durch das Einschlagen und in-Falten-um-die-Ecke-legen-zum-Festtackern so dick, dass ich viele Versuche brauchte, bis alles fixiert werden konnte. Im Nachhinein ist jeweils an den vorderen Stuhlecken eine Falte, die dort nicht hätte sein dürfen.
Nachdem der wertvolle Viskose-Samt nun an Ort und Stelle sitzt, bleibt abzuwarten, wie er sich in der tatsächlichen Nutzung verhält. Wer nicht mit vollem Risiko als absoluter Frischling teures Material ohne vorherige Testung verarbeitet, hat doch ein deutlich ruhigeres Leben.
Wäre aber viel langweiliger…. 😉
Da der Stoff ein kostenloses Schätzchen einer Interior-Firma war, bei deren Geschäftsauflösung ich zufällig vorbei kam, hätte ich zumindest keinen finanziellen Verlust zu beklagen.

 

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Im Hintergrund war ich „eigentlich“ gerade am Eindecken, aber wenn für einen Moment die Sonne ins Fenster blinzelt, muss ich schnell den Stuhl fotografieren.

 

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Kreative Lösungen für Altes und Vorhandenes gibt es auch beim UpcyclingDienstag.
Mehr Handgefertigtes ist bei CreaDienstag und Meertje zu entdecken.

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Alles einmal neu, bitte!

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Vorher (beide Fotos oben)
Meine frei interpretierte „Petersburger Hängung“ mit den aktuellen Frühlingsbildern war eigentlich so geplant, dass ich sie erst wieder umdesigne, wenn wir mit spektakulären Fotos aus den Flitterwochen zurückkehren.
Nun überfiel mich vor drei Wochen der unbändige Wunsch, alles zu demontieren und ganz anders zu gestalten.
Also wartete ich, taktisch geschickt, den Zeitpunkt ab, bis mein Verlobter beruflich für einige Tage unterwegs war und verwandelte das Wohnzimmer in eine Werkstatt.
Alle Bilder und Gegenstände, bis auf das zentrale Bild mit den Quittenblüten (ein sehr hochwertiger Geschenkpapierbogen aus England), entfernte ich.
Als Nächstes fuhrwerte ich enthusiastisch mit der Heißklebepistole herum, aber nur ein Teil der entstandenen Werke fand ihren Weg an die Wand. Andere warten, bis ich meine Nagelpistole wiedergefunden habe, da wieder einmal der Beweis geliefert wurde, dass Styropor und Heißklebe wirklich Intimfeinde sind… Egal, der Mann ist aus dem Haus, stört ja keinen 😉

 

 

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Nachher (oben und unten)
Ihren Weg an die Wand fanden links der Quittenblüten:
Mein selbstgemaltes Werk von neulich, ein Wandteller mit kultigen Walen aus einem Trödelladen in Sankt Pauli, zwei Alu-Fische aus Ottensen und eine grüne Häkelblume von „Kultur bewegt!“. Das gute alte „E“ musste bleiben, was wären meine Wohnzimmer (im Laufe der Zeit) ohne es?

 

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Die Objekte rechts des zentralen schwarzen Rahmens:
Eine Jugendstil-Fliese aus der Karlsruher Majolika, ein Dessertteller mit grünem Craquelé (und angeleimtem Haken hinten), eine zauberhafte Grußkarte einer Japanerin (aus England) in einem Rahmen, den ich vor Jahren mit Blattsilber beklebte sowie ein Glasfisch aus Dänemark.

 

Weitere Projekte sind zu entdecken bei CreaDienstag, Meertje und Art of 66.

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Getrödelt – gefunden – gefreut: Weiße Schale mit charmantem Rand

 

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Diese Schale erstand ich antiquarisch und ging vier Tage, nachdem ich die erste Schale gekauft hatte, noch einmal hin, um mir schnell die zweite auch noch zu sichern.
Von der Größe eignen sie sich gut für Salate oder größere Mengen Fruchtquark, wenn Gäste kommen. Da der Rand niedriger als bei anderen Schüsseln ist, die ich sonst besitze, nehme ich sie auch gerne, um einfach Obst „zu parken“, bevor ich es verbrauche. Bei einem üppigeren Salat besteht nämlich die Gefahr, dass Salatblätter während des Mischens über den Rand entwischen.

 

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Die Schüssel im Gebrauch: Ein Foto aus dem Herbst mit dunklem Eichblatt-Salat und Zwetschen

 

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Getrödelt – gefunden – gefreut: Schale mit Blütenblättern

 

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Diese Blütenschale stammt aus Stockholm. Ich habe sie second-hand bei Myrorna gekauft, einem Geschäft der schwedischen Heilsarmee, in dem gespendete Gegenstände von Möbeln über Bücher und Haushaltswaren bis zu Kleidungsstücken verkauft werden. Im Unternehmen werden Menschen ausgebildet, die auf dem Arbeitsmarkt bisher keine Chance hatten und hier unter Anleitung Schritte in eine feste Anstellung wagen lernen.
Ein gemeinnütziges Projekt, das hilft, Vorhandenes besser zu verteilen statt zu entsorgen und gleichzeitig der Kundin Spaß beim Stöbern macht – besser geht’s nicht, finde ich.

Da sich weißes Geschirr untereinander schön kombinieren lässt und bezüglich Tischwäsche alle Optionen offen sind, kaufe ich gerne weiße Einzelstücke. Je nach Dekoration fügt sich diese Schale recht unauffällig auf der Tafel ein oder lässt sich in ihrer Form durch ein Blütenarrangement besonders betonen. Die feinen Streifen der Blütenblätter geben der Schüssel neben den geschwungenen Formen etwas Anmutiges, was mir sehr gefällt.

Dies ist ein Beitrag für die Aktion „Getrödelt – gefunden – gefreut“ beim Beswingten Allerlei.

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Historische Mode

In Strasbourg fanden wir auf einem der großen Plätze in der Altstadt einige Stände mit antiken Büchern, alten Postern und Drucken. Dort entdeckten wir einen Stand, der alte Modezeitschriften vom Ende des 19. Jahrhunderts anbot sowie welche aus den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Leider waren sie größtenteils vergilbt und von Mäusen angefressen (sah mir schwer danach aus), aber eine fand ich, die mir gut gefiel.
Nun brauche ich noch einen optisch passenden Bilderrahmen sowie UV-Schutzglas, um das historische Stück in gutem Zustand zu halten.
Und dann fehlt natürlich noch das Atelier, wo ich solche Exponate präsentieren kann 😉

Lustiger Weise fand ich letzte Woche im Antiquariat ein passendes Büchlein mit weiteren historischen Modezeichnungen aus der gleichen Zeit – das Bändchen selbst ist schon fast antiquarisch, nicht nur der Inhalt.