aufmerksam, glaubhaft

Wenn die Kirche geschlossen bleibt: Glaube im Alltag trotz Corona

Für alle, die gerade von zu Hause aus arbeiten, krank sind oder Überstunden schieben, weil ihr Leben durch den Corona-Virus beeinflusst wird: Hier möchte ich gute Gedanken und hilfreiche Predigten vorstellen. Gottesdienste finden in manchen Gemeinden derzeit per Livestream statt, andere bieten Predigten im Internet zum Anhören an.
Mir gefällt die Predigt aus der Christus-Gemeinde in Hamburg-Bramfeld vom 15. März sehr gut. Einfach das Video anklicken und zuschauen: Predigt „Hab keine Angst“
Und auf englisch: How to deal with dark times von Tim Keller, die Lieder „I need you more“ von Kim Walker Smith, „Awake my soul“ von Chris Tomlin, „Praise you in this storm“ sowie „God of all my days“ von Casting Crowns.

Außerdem erreichen mich viele Mails, in denen angeboten wird, zu bestimmten Zeiten miteinander zu beten. JedeR betet zu Hause für sich, aber alle deutschlandweit gemeinsam. So zum Beispiel bei der Initiative der Evangelische Allianz um 20:20 Uhr: Nach der Tagesschau beten alle gemeinsam für erkrankte Menschen, für Entscheidungsträger, für das Klinikpersonal, für die Forschung und Überwindung des Virus und dass wir ChristInnen in dieser Zeit ein Licht der Hoffnung für unsere Umgebung sind.

Gottesdienste und Kleingruppen sind längst abgesagt, in meiner Gemeinde treffen wir uns per Videotelefonie vor dem Computer. Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann einfach am Telefon zu zweit beten, Lieder hören und mitsingen, Gebetsanliegen miteinander teilen.
Unsere Pastoren sind telefonisch im Gemeindebüro erreichbar, bereit für Gespräche und Unterstützung. Und senden Videobotschaften via Instagram…

Mittagsgebet

täglich jeweils 13 Uhr – von Zuhause mitbeten:

Psalm 121
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.

Der HERR behütet dich;
der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

Der HERR behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang
und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Amen

Gebet
Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind.
Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir wollen auf Dich sehen und bei Dir Frieden finden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen,
sich einsam fühlen, niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten,
dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, Heilung geschieht, Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass Du, HERR, das Leben bist und gibst.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.

Wir vertrauen Dir.
Wir vertrauen Dir jetzt an und bitten besonders für…….

Vaterunser
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segensbitte
Der Herr segne und behüte uns.
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über uns
und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns
und gebe uns Frieden.

Amen.

aufmerksam, glaubhaft

Zwischen heute und der Ewigkeit: Aufmerksam leben als Christ

Zwischen Himmel und Erde ist ein Riss
und ein Kampf zwischen Licht und Finsternis
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Zwischen Himmel und Erde sind wir noch
Und das, was wir nicht wollen, tun wir doch
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Mitten in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt
Wir gehören zu dir und doch sind wir noch hier

Refrain:
Zwischen Himmel und Erde hängst du dort
Ganz allein und verlassen von Mensch und Gott
zwischen Himmel und Erde ausgestreckt
Dort am Kreuz
Zwischen Himmel und Erde hängst du dort
Wo die Balken sich kreuzen, ist der Ort
Wo sich Himmel und Erde trifft in dir
Dort am Kreuz

Zwischen Himmel und Erde leiden wir
An Zerissenheit auf dem Weg zu dir
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Zwischen Himmel und Erde ist ein Steg
Und du selbst bist die Brücke und der Weg
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Refrain

Zwischen Himmel und Erde stehen wir
Und wir treten in diesen Riß mit dir
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Du machst Himmel und Erde einmal neu
Doch dein Reich ist schon da und du bist treu
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit
(Albert Frey)

Wer in einer persönlichen Beziehung zu Gott lebt, merkt es immer wieder:
Wir ecken bei unseren Mitmenschen an, sind oft frustriert und verletzt und fühlen uns in der Gesellschaft immer wieder fremd.  Wir empfinden diese Welt nicht wie ein richtiges Zuhause, eher wie einen Zwischenstopp zum eigentlichen Ziel. Egal, ob wir konservative oder liberale ChristInnen sind, werden unsere Werte von anderen als lächerlich wahrgenommen. Einerseits verzweifeln wir an der Ungerechtigkeit der Welt, andererseits erschrecken wir oft über uns selbst: So viel anders sind wir, trotz unserer Überzeugungen, oft doch nicht.
Unser Zuhause ist in Gott und wird nach unserem Tod als Ewigkeit erlebbar: Fröhlich, bunt, sinnlich, lecker, friedlich und überwältigend. Seit Jahrhunderten hoffen ChristInnen darauf, dass Gott die Welt in Ordnung bringt und Jesus wiederkommt, damit schon Hier und Jetzt das „Reich Gottes“ erlebbar wird.

Tja, aber noch kommt weder Jesus wieder noch feiern wir eine Endlosparty in der Ewigkeit.
Noch sind wir hier und stolpern durch den Alltag, versuchen Menschen nach dem Herzen Gottes zu sein und bauen doch immer wieder Mist. Unsere Außenwirkung ist uns wichtiger als Gottes Urteil. Geld verdienen ist uns wichtiger als die Frage, was Gott mit unserem Leben vorhat. Hobbies und Urlaube sind uns wichtiger als Menschen von der befreienden Liebe Jesus´ zu erzählen. Ein bestimmter Karriereweg, ein Eigenheim oder Selbstverwirklichung ist uns wichtiger als Gottes Plan für unsere Gesellschaft.
Und wenn wir uns Zeit für Gott nehmen, im stillen Gebet, in einer begeisternden Bandsession oder im entspannten Austausch mit anderen Christen, dann blüht unser Herz auf. Wir werden erfrischt vom Heiligen Geist und gestärkt von Gottes heilender Lebenskraft. Gleichzeitig sind wir im Alltag oft mit einem kurzen Stoßgebet oder dem Einhalten von gewissen moralischen Maßstäben zufrieden. Dass wir Jesus lebhaft in unserer Woche erleben, dass wir seinen Herzschlag spüren, dass wir uns von ihm herausfordern lassen passiert viel zu selten. Nicht, weil Gott Besseres zu tun hat, sondern weil wir oft genug meinen, anderes sei dringender. Wichtiger. Relevanter.

„Jesus sagt: Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen, lebt in Gottes Gerechtigkeit, und er wird euch all das geben, was ihr braucht.“
Die Bibel, Evangelium von Matthäus Kapitel 6, Vers 33

„Denn im Reich Gottes ist nicht entscheidend, was man isst oder trinkt, sondern dass man ein Leben führt in Gerechtigkeit und Frieden und in der Freude im Heiligen Geist,“ sagte Jesus zu ihnen.
Brief an die Römer Kapitel 14, Vers 17

aufmerksam, glaubhaft

Philosophische Fragen zum Jahreswechsel

„Welchen Tag haben wir?“ fragte Pu der Bär.
„Es ist heute,“ quiekte Ferkel.
„Mein Lieblingstag!“ sagte Pu.

Welche Erlebnisse und Begegnungen möchtest du mit in das neue Jahr nehmen und vertiefen?

Welche Ereignisse und Beziehungen möchtest du abschließen und hinter dir lassen?

Wer hat dich durch das vergangene Jahr begleitet?

Welche Menschen sind in diesem Jahr neu in dein Leben getreten, welche sind gegangen?

Wen musstest du verabschieden? Was fiel dir daran schwer?

Welche Personen sind eine Bereicherung für dich geworden?

Wer würde sich über eine Entschuldigung oder Versöhnung freuen?

Wen möchtest du gern einmal in den Arm nehmen?

In welchen Lebensbereichen hast du gut für dich gesorgt?

In welchen Bereichen hast du dich selbst vernachlässigt?

Hast du etwas Neues über dich gelernt?

Was hast du im vergangenen Jahr zum ersten Mal in deinem Leben getan? War es gut?

Wann warst du zuletzt mutig?

Wo stehst du jetzt im Vergleich zum Anfang des Jahres?

Unter welchem “Motto” stand dieses Jahr in der Rückschau?

Lebst du das Leben, das du möchtest?