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Unterwegs in Turku: Tipps für einen Tagesausflug

Turku, im Süden Finnlands gelegen, ist eine der ältesten und wichtigsten Städte in Finnland. Unter schwedischer Herrschaft war sie die inoffizielle Hauptstadt und trieb geschäftigen Handel mit der Hanse im gesamten Ostseeraum. Als die Russen Finnland an sich rissen, brauchten sie eine Stadt, die näher lag, so trieben sie den Stadtbau in Helsinki voran (das nur 390 km von Sankt Petersburg entfernt liegt) und Turku verlor seine Bedeutung.
Unter den Schweden nannte die Stadt sich Åbo, und da im Süden viele Finnlandschweden wohnen, ist der gesamte Alltag bis heute zweisprachig. Das zeigt das erste Bild mit örtlichen Straßenschildern, die alle Stadtteile und Richtungen auf finnisch und schwedisch ausweisen.

Die mittelalterliche Burg wird im Sommer für Ritterturniere genutzt und ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Ursprünglich auf einer vorgelagerten Insel gebaut, befindet sie sich durch Landhebung heute im Stadtgebiet am Hafen.


Das Café im Burghof verkauft hausgemachte Zimtschnecken, wie sie in ganz Skandinavien beliebt sind.
In Finnland werden sie mit einer großen Prise Kardamom gebacken, das antidepressiv wirken soll, wie mein Mann vor Kurzem herausfand. So intensiv die Sommer in Nordeuropa sind, so dunkel, lang und hart sind die Winter. Wer sich mit süßem Gebäck voll Kardamom aufheitern möchte, findet hier immer reichlich Angebot.


Neben der Burg liegt der Hafen, und an der Mündung des Aurajoki ruht die weltgrößte Magerite. Wer dem Fluss in die Stadt hinein folgt, kann die wechselhafte Stadtgeschichte an der Architektur beidseits des Kanals erleben.


Viele Restaurant-Schiffe laden zu einer Pause ein, besonders abends steigt die Stimmung auf dem Fluss.

Port Arthur ist ein malerischer Stadtteil aus charmanten Holzhäusern an Kopfsteinpflastergassen. Überall öffnen sich Innenhöfe, in denen sich das Leben abspielt. Hier wird gegessen, die Wäsche getrocknet, Kinder spielen und Hunde dösen im Schatten.


Immer wieder kommen wir an Wasserbecken und Pools vorbei, die alle BewohnerInnen der Stadt zum Abkühlen nutzen. Bei 33° C genießen wir die erholsame Frische und picknicken im Gras. Auf einem der Märkte haben wir uns ein Kilo Erbsen gekauft, die die Finnen im Sommer am liebsten als „Snack auf die Hand“ pulen und essen.


Das Handarbeitsmuseum besteht aus historischen Werkstätten, die überall in Finnland vor dem Verfall gerettet, abgebaut und hier wieder errichtet wurden. Im Sommer sind täglich Menschen in traditioneller Kleidung unterwegs, die ihre Arbeitsplätze vorstellen und gern Fragen beantworten. Auch mit Händen und Füßen, wenn sie nur finnisch sprechen und wir alles, außer finnisch können…

In der Altstadt locken viele einzigartige Geschäfte wie dieser Buchladen, der auch Poster und verrückte Kleinigkeiten verkaufte. Sammakon Kirjakauppa nennt sich der Laden in der Straße Kauppiaskatu 3, für dessen Website leider Finnischkenntnisse nötig sind. Hier ist leider nichts zweisprachig, auf schwedisch ist das Verständnis oder Erraten ja wesentlich einfacher.


Abends sitzen viele TurkuerInnen entlang des Aurajoki auf Bänken, mit Decken auf dem Gras oder in Straßencafés. Während rund herum schon wieder für das nächste Stadtfest aufgebaut wird (davon gibt es einige in Turku), zieht der Strom zusammen mit warmer Sommerluft der Ostsee entgegen. Wer mehr als einen Tag Zeit hat, kann von Turku aus in die Schären fahren. Mit dem örtlichen Schiff des Nahverkehrs oder mit einer Rundtour lassen sich die vorgelagerten Inseln entdecken.

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Urlaub auf Kimitoön /Kemiösaari: Tipps für Ferien im finnischen Nichts

Unser Urlaub am gefühlten Ende der Welt im winzigen Dorf Kulla auf der Insel Kimitoön (schwedische Bezeichnung) oder Kemiösaari (finnischer Name) war voller Erlebnisse. Laut Satellitenkarte gab es dort nichts außer Wäldern, Feldern, Seen und Ostseearmen. Tatsächlich können mit dem Fahrrad oder dem örtlichen Überlandbus vielfältige Touren unternommen werden. Im Internet sind die Informationen höchst dürftig, wer also jemals rund um Dragsfjärd Urlaub macht, findet in diesem Artikel alle nötigen Informationen.
Supermärkte gibt es in Dragsfjärd, Genböle (laut Ortsbezeichnung zu Dragsfjärd gehörig) und Dalsbruk am südlichen Ende der Insel. Gemüse wird direkt vom Hof im Söderlångvägen südlich von Dragsfjärd verkauft. Frische Erdbeeren, Frühkartoffeln, Eier und ähnliches steht immer wieder am Straßenrand in kleinen Buden zum Verkauf, bezahlt wird über eine Vertrauenskasse (alle vertrauen darauf, dass der passende Betrag eingeworfen und nichts gestohlen wird).

Badestellen gibt es in Dalsbruk und Dragsfjärd direkt im Ort. Besonders schön ist der Strand in Olmös, nordwestlich von Dragsfjärd. Weicher Sand, kaum Steine, viele blaue Häuschen zum Umziehen, eine Toilette und mehrere Rettungsboote. Mit dem traumhaften Blick in die Schärenlandschaft war es schnell unsere liebste Badestelle.
Die weißen Rettungsboote liegen überall vertäut, weil sich bei Unfällen die Menschen hier selbst helfen müssen. Rettungsringe und eine Telefonnummer für den Notfall sowie Instruktionen sind an einem Schild neben dem Boot festgemacht. In Finnland liegen diese Boote jahraus, jahrein an ihrem Platz, in Deutschland hätte sie längst jemand aus Spaß zum Rudern missbraucht oder gestohlen…

Gleich südlich von Dragsfjärd liegt Labbnäs, ein sehr hübscher Hof. Große, sehr ästhetisch gestaltete alte Räume laden zum Essen, Tanzen und Singen ein. Sie liegen im Erdgeschoss, darüber befinden sich Zimmer zum Übernachten.

Hier treffen sich Vereine, das Dorf lädt zum abendlichen Singen oder zum winterlichen Bad im See ein, in der Scheune wird geheiratet. Wir haben dort den jährlichen Flohmarkt besucht und Laxsoppa (Lachssuppe) gegessen. Wer sich über die nächsten Veranstaltungen informieren möchte, sollte unbedingt die schwedische oder finnische Version der Seite besuchen, auf englisch wird der Eventkalender nicht gepflegt!


Meine liebsten Wörter im skandinavischen Raum sind „Loppis“ oder „Loppemarknad“: Flohmarkt. Auf finnisch „Kirppis“, aber hier im Süden Finnlands sprechen die meisten BewohnerInnen des Schärengartens schwedisch. „Betala vad du kan“ auf den Schildern neben den Verkaufskisten bedeutet „Bezahle, soviel du kannst / magst“ und auch hier gibt es oft Vertrauenskassen.
Die dänische Variante sind Straßenstände mit dem Schild „Antik og gammel“, was „antik und alt“ bedeutet.

Wer der Straße aus Dragsfjärd, an Labbnäs vorbei, weiter in den Süden nach Dalsbruk folgt, kommt in einem lebhaften Küstenort an. Ein Segelhafen, diverse Cafés und Restaurants, Supermärkte und Fachgeschäfte versammeln sich hier. Direkt am Hafen steht ein zauberhafter Buchladen, der außerdem Kunstkarten, Poster, Geschenkpapier, Kunsthandwerk und Selbstgemachtes verkauft. Auch eine Kiste voller englischer Bücher für einen Euro das Stück wartet auf LiebhaberInnen. Falls es in Finnland jemals regnen sollte, lässt es sich hier wunderbar stöbern und mit neuer Lektüre versorgen.
Anfang Juli findet jedes Jahr in Dalsbruk das Festival „Baltic Jazz“ statt.

Wer Kunst und Äpfel liebt, sollte nach Söderlångvik fahren:
Der elegante Gutshof vereint ein Museum mit damaliger Einrichtung und moderner Kunst in einer Galerie. Ein ländliches Café, ein Laden mit Handgemachtem und viele Apfelwiesen bevölkern das Anwesen. Direkt am See gelegen, bietet sich das Gut als Ausgangspunkt für Spaziergänge an. Wer jemals etwas über den Verleger Amos Anderson wissen wollte: Er hat das Gut 1927 gekauft, was in einer extra Ausstellung gewürdigt wird.


Seltsame Robben, bunt bemalt und mit Fisch im Maul, stehen nicht nur in Söderlångvik: Auch in Turku und Helsinki haben wir sie entdeckt. Mein Mann meinte, es sei vielleicht ein nationales Suchspiel…
Neben moderner Kunst räkeln sich auch nacksche griechische Damen oberhalb der Apfelfelder. Abwechslung muss sein, dachte sich wohl der gute Amos Anderson.

Kimito / Kemiö, die namensgebende Hauptstadt der Insel, ist reichlich seelenlos und nichtssagend. Nur das Museum „Sagalund“ ist ganz charmant, hier wird das ländliche Leben vor hundert Jahren dargestellt.
Alle Orte sind leicht per Rad oder mit dem pünktlichen, stets leeren Überlandbus zu erreichen.
Den Tagesausflug nach Turku/Åbo und unseren Aufenthalt in Helsinki stelle ich in separaten Artikeln vor.
Hier erschien der einleitende Beitrag über Urlaub in den finnischen Schären.