Monatsarchive: Oktober 2010

Kindermund: Eine Sache der Definition

Aus meinem Alltag als Logopädin

Ein Mädchen, 5 Jahre alt, erzählt von ihren Ferien: „…und dann war’n wir noch im Bille-Bad (Name des örtlichen Freizeit-Bades)…
Ich: „Bist du denn gerne im Schwimmbad?“
Sie, sehr nachdrücklich und genervt: „Das heißt nich‘ Schwimmbad, das heißt Bille-Bad!“

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Gute-Laune-Trick 3: Ein Projekt, das schon lange wartet, beginnen oder ein Problem endlich lösen

Liegen Gebliebenes endlich angehen, alte Lasten abarbeiten, Ordnung schaffen, Unvollendetes dem Ziel entgegen bringen – wer rafft sich dazu auf? Im Alltag fehlt uns oft die Lust, das auch noch anzugehen. Aber wer den ersten Schritt getan hat, mit einem Plan vor Augen und einer Belohnung in Reichweite, ist oft überrascht, wie viel Energie und gute Laune danach noch übrig ist.
Ich lade ein zu einem herzhaften Anpacken ungeliebter Chaos-Ecken und zum anschließenden Sich-stolz-und-befreit-fühlen!

 

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Buchempfehlung: „Glückliche Ehe“ von Rafael Yglesias

Wer ein Buch lesen möchte, das von der Liebe und dem Leben ohne Pathos und Schmalz berichtet, sollte es mit diesem Roman versuchen:
Die Handlung besteht aus zwei Erzählsträngen. Im Rückblick wird die männliche Hauptperson, Enrique, in seiner jugendlichen Energie und Zerrissenheit beschrieben. Er lernt Margaret, seine spätere Frau kennen und versucht, sie für sich zu gewinnen.
Parallel wird die Gegenwart geschildert, in der die beiden trotz Krisen seit 30 Jahren zusammen leben und vor einer neuen Herausforderung stehen: Margaret hat Krebs und bereitet sich auf ihren Tod vor, indem sie sich nach und nach von allen Freunden und Familienmitgliedern verabschiedet. Dabei ist Enrique stets an ihrer Seite, plant die Besuchszeiten und wacht darüber, dass niemand seiner Frau mehr Energie abverlangt, als sie in ihrem Zustand hat. Gleichzeitig quält ihn die Frage, ob er ihr ein guter Ehemann war – seine Unruhe fällt ihm ein, seine Unsicherheit, seine schroffe und manchmal arrogante Art. Nach all den Jahren, in denen er ihr oft ihre Lebensart übel genommen hat, fühlt er sich als derjenige, der schwerer zu ertragen war. Er ist dankbar, dass sie ihn immer wieder mit ihrer optimistischen Art mitgerissen hat und häufig ein Kontrapunkt zu seiner Wahrnehmung und Gefühlswelt war. Angesichts des Todes und der wenigen Tage, die ihm noch bleiben, fragt er sich, wie er ihr zeigen kann, dass er sie geliebt hat und heute noch liebt. Trotz allem. Und mehr, als ihm im Alltag bewusst war. Weiß sie es auch?

Dieser Roman kommt ohne Romantik und, trotz des nahen Todes, ohne Rührseligkeit aus.
Sehr sachlich und mit einem guten Auge gerade für die weniger angenehmen Seiten der Menschen beschreibt der Autor ein Paar und ihr Leben. Dadurch lernt man die Protagonisten gut kennen, erlebt aber keinen hollywood-ähnlichen Gefühlsrausch wie bei anderen Liebesromanen. Sowohl die Sehnsucht nach einer scheinbar unerreichbaren Frau als auch das kleinliche Gegnaddel zwischen Eheleuten werden sehr realistisch dargestellt – wirklich nahe kommt man den beiden aber erst in den Szenen, in der Margaret ihren Tod vorbereitet und Enrique tapfer, aber hilflos versucht, sie dabei zu unterstützen. Teilweise stört der Wechsel zwischen den Rückblenden und der Gegenwart, und dass der Erzählstrang der Vergangenheit so intensiv um den ersten Sex der beiden kreist strapaziert die Geduld der Leserin/ des Lesers.
Trotzdem empfehle ich diesen Roman – und zwar sehr ausdrücklich beiden Geschlechtern.
Durch den männlichen Erzähler und die autobiografischen Anklänge finden sich Männer in ihrem Blick auf das Leben wieder, auch wenn es sich auf den ersten Blick nicht wie ein „Männerthema“ anhört. Frauen empfehle ich dieses Buch, weil es beweist, dass Liebesgeschichten auch jenseits des Schnulzen-Genres erzählt werden können.


Rafael Yglesias, „Glückliche Ehe“, erschienen im Klett-Cotta Verlag im Februar 2010, gebunden

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Gute-Laune-Trick 2: Geräusche entdecken und die Gedanken ruhen lassen

Viel zitiert wird der Gedanke der „Achtsamkeit“: Die Umgebung, sich selbst und den Moment wahrzunehmen hilft sowohl, um aus der Grübel-Falle zu entkommen als auch, mit neuer Leichtigkeit und Dankbarkeit auf das eigene Leben zu sehen.
Wer sich Zeit für einen Spaziergang nimmt und unterwegs aufmerksam auf Geräusche lauscht, entdeckt jenseits des Straßenlärms das Zwitschern eines Vogels, das Singen eines Kindes oder das Läuten einer fernen Kirchturmuhr. Die Gegenwart ist das Einzige, was uns berühren kann: In der Vergangenheit und in der Zukunft können unsere Gedanken zwar spazieren gehen, aber nur den gegenwärtigen Moment erleben wir mit allen Sinnen. Wer sich dafür Zeit nimmt, wird mit innerer Ruhe und Zufriedenheit belohnt.

 

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Gute-Laune-Trick 1: Farbe in den Alltag lassen

Manchmal habe ich den Eindruck, dass uns Erwachsenen Farbe im Alltag fehlt:
Oft sind wir so mit der Arbeit, den täglichen Pflichten und der Sehnsucht nach einer ruhigen Minute beschäftigt, dass es uns an Leichtigkeit fehlt.

Mein Gute-Laune-Trick Nummer eins lautet daher: Farbe in den Alltag lassen!
– Morgens etwas Buntes anziehen, am Besten ungewohnt farbenfroh mit anderen Stücken aus dem Kleiderschrank kombiniert
– Auf dem Wochenmarkt die strahlendsten Blumen mitnehmen, die es zu entdecken gibt
– Krachbunte Süßigkeiten kaufen und genießen
– Ein wildes Poster in der Wohnung aufhängen (oder zumindest eine fröhliche Postkarte, die hat wohl JedeR da…)
– Einen abwechslungsreichen Obstsalat schnippeln
– Gemütlich auf dem Sessel durch einen Bildband blättern
– Eine Reportage über ein exotisches Land anschauen und dazu etwas Passendes kochen (ja, das darf ein Experiment werden…)

 

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Kindermund: Interessante Lebewesen

Szene aus meinem Alltag als Logopädin

Mit einem 9 jährigen Mädchen spiele ich „Personen / Dinge raten“, dazu schreiben wir den zu suchenden Begriff verdeckt auf einen kleinen Klebezettel und kleben ihn an die Stirn der anderen. Da sie sich verplappert, komme ich schnell darauf, dass ich „Meikel Jeksen“ sein soll, wie der Zettel verkündet.
Während sie rät, fragt sie mich: „Bin ich so eine Spachtel? Im Schmetterlingspark laufen die überall rum, so kleine Vögel…die könn` nich` fliegen… so Spachteln eben?!“ Sie meinte „Wachteln“.

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Buchempfehlung: „Villa Dante“ von Elizabeth Edmondson

Vier Personen, die sich untereinander nicht kennen und alle an einem „toten Punkt“ in ihrem Leben angekommen sind, erhalten einen überraschenden Brief: Jeder von ihnen wird gebeten, sich so bald wie möglich in einer alten Villa in der Nähe von Genua einzufinden – es handele sich um eine Testamentseröffnung. Keiner der Protagonisten kennt die Frau und den Ort, von denen die Rede ist. Doch alle vier unterbrechen ihr Leben, da sie jeweils Unzufriedenheit und Unruhe verspüren und es nichts gibt, was sie in ihrem Alltag hält.
Der Roman spielt in den fünfziger Jahren und beschreibt zu Beginn die Aufbrüche der einzelnen Personen, die sich auf den Weg in die Villa Dante machen und dort innerhalb weniger Tage nacheinander eintreffen. Vor Ort stellen sie fest, dass keiner weiß, was vor sich geht und der Notar der verstorbenen Beatrice Malaspina nicht bereit ist, ihnen Informationen zukommen zu lassen. So beschnüffeln sie sich und ihre Umgebung zuerst misstrauisch, fällen erste Urteile über die anderen und beginnen so langsam, die Auszeit zu genießen – jeder auf seine Weise. Während sie sich untereinander immer besser kennenlernen, versuchen sie heraus zu finden, was das Vermächtnis der Fremden sein soll und warum sie ausgerechnet die vier dafür ausgesucht hat. Zunehmend steigt die Verunsicherung, weil Beatrice Malaspina sehr viel über jede und jeden von ihnen zu wissen scheint – insbesondere, was die Brüche und die Unzufriedenheit in ihrem Leben angeht.

Zu Beginn des Buches fiel es mir schwer, die Einzelheiten aus den Beschreibungen der Personen richtig einzuordnen und im Kopf zu behalten, während die Handlung voranschreitet. Sobald sich alle in der Villa eingefunden haben und die eigentliche Handlung beginnt, liest es sich sehr gut. Da der Spannungsbogen konsequent gehalten wird, fällt es schwer, das Buch langsam und mit Genuss zu lesen oder es aus der Hand zu legen – man möchte einfach wissen, was des Rätsels Lösung ist.
Mir hat die Auflösung der Zusammenhänge am Schluss gefallen, trotzdem fand ich einiges davon holperig oder nicht ausreichend erklärt. Davon abgesehen ist dies Buch sehr empfehlenswert, besonders dann, wenn man Zeit hat, sich hinein zu vertiefen und mehrere Kapitel am Stück zu lesen.
Ideal für ein verregnetes Wochenende!


Elizabeht Edmondson: „Villa Dante“, erschienen im rowohlt Verlag, gebunden und als Taschenbuch erhältlich.

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Die Sache mit den Sorgen

 

GOTT hat das Sorgerecht

 

„Von all den Sorgen, die ich mir machte, sind die meisten gar nicht eingetroffen.
Aber jedes Lachen, das meine Freunde mir brachten, hat mein Leben um eine Woche jünger und gesünder gemacht.“

Spruch am Ofen eines alten Hauses

 

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Kindermund: Unsere liebsten Freizeit-Aktivitäten

Zitate aus meinem Alltag als Logopädin

Mädchen, 4 Jahre alt: „Die Katze hat gekratzt mir!“

Junge, 5 Jahre alt: „Und dann spring ich so in die Plansche!“
(eine Verschränkung der Wörter „Pfütze“ und „planschen“)

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Verheißungsvolle Perspektiven

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Eine Frau ist wie eine Blume,
die blühen will…

„… und dann kam der Tag,
an dem es mir größere Schmerzen bereitete
eine verschlossene Knospe zu bleiben

als zu wagen, mich zur Blüte zu öffnen…“
Anais Nin

Liebe dich selbst, jeden Tag mehr, und liebe Dein Leben!
In dir steckt eine sinnliche, kraftvolle, dynamische,

lebendige, erotische, wache, wunderbare, einzigartige Frau.
Lasse sie zum Vorschein kommen und spiele.
Die Welt wartet auf Dich!


Quelle Text: http://www.weg-der-weiblichkeit.de/
Brigitte Hebekeuser

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