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Mut zum Anderssein: Einfach mal was Wildes zum Arbeiten anziehen

Neulich bekam ich ein Buch geschenkt, das ich nicht brauchte, und tauschte es in einem Einkaufszentrum um. Direkt neben dem Buchladen befindet sich H&M, sodass ich entgegen meiner ökologischen Überzeugung aus Spaß einmal durchlief. Und in der Kinderabteilung ein wunderbares kimonoähnliches Überwurf-Dings fand, das so künstlerisch und fröhlich aussah, dass ich mich umgehend verliebte. Für den geselligen Montagnachmittag hatte ich mir ein „Midsommar-Fest“ ausgedacht und brauchte dazu natürlich das passende Outfit. Da ich keine schwedische Tracht besitze (komisch…), zog ich eine weiße Bluse an und das bunte Dings oben drüber. Sommerlich-fröhlich, einen Versuch wert.
Als ich morgens in die Verwaltung kam, um das Postfach zu leeren, schaute ich ganz überrascht in lachende Gesichter, die sich an meiner Kleidung erfreuten und mich mit Komplimenten begrüßten. Ich bedankte mich artig und verwies auf die Kinderabteilung bei H&M…
Nachmittags, während ich noch mit dem Laptop und Beamer für das Foto-Quiz aus Skandinavienurlauben beschäftigt war, begeisterte sich die zweitschlimmste Meckerliese des Hauses über mein „sommerliches Kleid“. Ich doktorte an den Verbindungen der Elektronik herum und sie erzählte allen schon mal, da sie einen guten Blick auf mich, am Boden hockend, hatte, wie schick ich heute gekleidet sei. Eine Woche später verwies eine Dame am Montagnachmittag darauf, die wunderbar ich doch letztes Mal ausgesehen hätte.

Ich dagegen hatte mich gefragt, ob dieses künstlerische Dings nicht reichlich albern aussah. Mein Herz hatte es auf den ersten Blick gewonnen, aber in einer Senioren-Residenz gelten bezüglich der korrekten Arbeitskleidung gewisse Regeln. Wildbunte Kimonos, die aussehen, als sei ich unterwegs zur Strandbar, gehören nicht unbedingt zum Dresscode… Dass ein grenzwertig bedrucktes Oberteil aus der Kinderabteilung weit mehr positives Echo hervor rief als eine korrekte Bluse-Hose-Kombi, fand ich interessant. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich mir die ganze Kollektion besorgt, aber leider war sie bereits weitgehend ausverkauft – und in Kindergröße 128 passe ich nun wirklich nicht rein.
Mir legt dieses Erlebnis nahe, dass ich besser aussehe, wirke und wahrgenommen werde, wenn ich die Kleidung wirklich liebe, die ich trage. Das scheint in den Augen anderer wichtiger als regelkonforme Outfits. Immer wieder kommentieren BewohnerInnen meine Kleidung und merken an, dass ich „immer etwas Besonderes“ trüge. Das Überwurf-Dings aus der Kinderabteilung, das im ersten Moment mein Herz berührt hat, scheint dagegen noch einmal eine Klasse für sich zu sein.
Daraus lerne ich: Wenn etwas, das mir zu hundert Prozent gefällt, auf den ersten Blick nicht zum Arbeitsalltag zu passen scheint, ist es dennoch eine bessere Wahl als ein regelkonformer Blazer, der „nur nett“ statt „großartig“ ist.

Welche Kleidungsstücke liebst du und lässt sie aus Angst vor Ablehnung im Schrank hängen? Was muss auf dem Bügel bleiben, statt mit dir die Welt zu erobern? Wann fürchtest du, zu albern, bunt, verrückt, kindisch, sexy oder sonst wie „falsch“ auszusehen, obwohl dein Herz sich danach sehnt?

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Ja oder Nein?

Vor zwei Jahren lernte ich sehr plastisch die Schwierigkeit zwischen „Ja“ und „Nein“ kennen: Für einen Urlaub in Tanzania prägte ich mir auf den langen Flügen einige Grundbegriffe auf Suaheli ein. Diese erinnere ich bis heute gut, nur die Wörter „Ja“ und „Nein“ kann ich immer noch nicht sicher zuordnen: „Ndiyo“ ist „Ja“ und „Hapana“ bedeutet „Nein“, für mich völlig willkürlich.

Ich habe den Eindruck, dass wir im Alltag oft mit diesen grundlegenden Begriffen die meisten Schwierigkeiten haben. Auch und gerade in der Muttersprache…
Oft sagen wir „Ja“ zu Aufgaben, um deren Erledigung uns andere bitten, die wir aber eigentlich unattraktiv finden und ihnen wenig Wichtigkeit beimessen. Dagegen sagen wir zu vielen spannenden, neuen und daher unsicheren Herausforderungen sicherheitshalber lieber „Nein“.
Dabei ist die Frage, ob es sich um Bequemlichkeit im Alltag oder tendenziell weibliche Probleme handelt. Ich behaupte, dass Männer zu Pflichtaufgaben, die ihnen jemand anderes aufdrückt, eher „Nein“ sagen als Frauen, die Ablehnung durch Kolleginnen und Freundinnen befürchten, wenn sie sich verweigern. Ob es Unterschiede gibt, wer lieber und öfter aus der Komfortzone kommt und Neues mit einem „Ja!“ anpackt, weiß ich nicht.
So oder so bin ich zutiefst überzeugt, dass insbesondere wir Frauen sehr davon profitieren, wenn wir mit diesen beiden kleinen und doch so weitreichenden Wörtern anders umgehen.

 

Die meisten von uns wissen, dass reiner Fleiß weder besonders gute Ergebnisse noch ein erfolgreiches Vorankommen im Beruf bedeuten. Dennoch summen wir wie fleißige Bienen im Hintergrund, ohne aufzufallen – weder positiv noch negativ. Wir schaffen viel, stellen unsere Leistung aber nie zur Schau (Im Gegensatz zu Männern, die sich gern für Kleinigkeiten feiern lassen). Und manche von uns lassen sich zusätzlich weitere unattraktive Aufgaben von Kolleginnen und Kollegen aufhalsen, die weitere Fleißarbeit, aber nie den „großen Wurf“ bedeuten. Womit wir weiter schön mit den Kulissen verschmelzen und ganz sicher nie auffallen, erst recht nicht positiv. Es könnte ja sein, dass man uns dann schwierige, neue Aufgaben zutraut, an denen wir scheitern könnten, was so peinlich wäre, dass wir lieber schlecht bezahlt im Hintergrund bleiben.
An dieser Stelle wünsche ich uns Frauen viel öfter ein klares „Nein“ gegenüber Vorgesetzten, KollegInnen, Familienmitgliedern und Freundinnen. Wir können nur gewinnen: Mit einem standfesten Auftreten, mehr Freiheit und mehr Entscheidungsspielraum. Alles super Vorteile – warum trauen wir uns so selten?

Außerdem hoffe ich, dass wir immer öfter „Ja“ zu dem Neuen, Ungewohnten, Verheißungsvollen und Beängstigenden sagen. Dass wir „Ja“ zu unseren Talenten sagen, statt zu unseren Gewohnheiten. Ich erlebe, dass nach einem „Ja“ nur sehr selten gleich Wunder zu leisten sind. Meistens geht es Schritt für Schritt in die neue Aufgabe, sodass wir genug Zeit haben, um uns warm zu spielen. Egal, wie groß die Herausforderung wirkt: Wie alles im Leben beginnt sie mit Kleinigkeiten, nicht mit den ganz großen Veränderungen. Und nur sehr selten bedeutet es, tatsächlich den Beruf von heute auf morgen hinzuschmeißen, in eine fremde Stadt zu ziehen und eine Fernbeziehung zu leben (alles drei auf einmal, natürlich!). Wir stellen uns häufig ein ganz großes Drama vor, wenn es an neue Möglichkeiten geht. Dabei brauchen wir wahrscheinlich lediglich den Arbeitsweg zu ändern. Oder drei Wochenenden mit Fortbildungen verbringen. Oder eine halbe Stunde früher aufstehen. Nur sehr selten reißt uns eine neue Perspektive komplett aus dem Alltag und wir müssen plötzlich in Japan eine Modenschau organisieren. Von heute auf morgen, ohne Japanischkenntnisse, dabei warst du bis gestern sieben Jahre lang Vorschullehrerin und kennst weder Designer noch Models.
Du lachst, aber genau so denken wir oft: Wenn ich diese eine Möglichkeit ergreife, dann ändert sich ja mein ganzes Leben. Total. Für immer. Wie anstrengend!

Lasst es uns wagen, Mädels. Immer öfter. Immer mutiger. Und immer freier. Denn es ist unser Leben zu unseren Bedingungen, zu dem wir „Ja“ sagen. Und die Zwänge der anderen, zu denen wir „Nein“ sagen.

 

Schnecke

Egal, wie langsam es voran geht – du triffst die Entscheidungen.

Mehr Gedanken zu einem ähnlichen Thema: Love it – change it – or leave it

aufmerksam, Gäste & Feste, kreativ

Weiße Rosen: Dreimal anders inszeniert

Die „Urban Jungle Bloggers“ suchen diesen Monat nach unserer Lieblingsblume, die in drei unterschiedlichen Arrangements gezeigt werden soll. Da ich gerade noch weiße Rosen aus einem halb verblühten Strauß gerettet habe, boten sie sich für die Aufgabe an.

The Urban Jungle Bloggers asked for our favourite flowers in three different kind of styles: Here are my white roses. First naturally styled, second in a glamorous way and third in blue and white with danish accents.

 

Rose natürlich

 

Die erste Rose bekam Hirtentäschel, Alchemilla (Frauenmantel) und Gras als Begleitung. Die Unterlage bildet eine Baumscheibe, die ich neulich bei Fällungen an der Alster mitnahm. Im Hintergrund verstärkt ein Rebkranz zusammen mit Zapfen das natürliche Motto.

 

Rose Glamour

 

Die zweite Rose inszenierte ich als Kontrast glamourös:
In eine silberne Vase mit Hammerschlagoptik stellte ich die Rose zusammen mit Disteln und Blaubeerzweigen. Weitere Vasen in Bronze und Rosé unterstützen glänzend die eleganten Akzente. Seit ich letztes Jahr in der Eventfloristik gearbeitet habe und sie dort viele verschiedene Gefäße und Vasen in Silber hatten, bin ich wirklich auf den Geschmack gekommen, was glänzende Metallictöne angeht… Ein silberfarbenes Band windet sich um das Arrangement und verbindet die Gefäße.

 

Rose Blau-Weiss

 

Die dritte Rose findet sich mit Astern, einer Bouvardie und Gräsern in einem blau-weißen Setting. Die mundgeblasene Vase verbindet beide Farben und wird von Glasflaschen in Blautönen umrundet. Teller aus dem Service „Amalienburg“ dienen als Basis und zentrieren den Aufbau. Kleine Teller mit dänischen Motiven treten als zusätzliche Blickfänge auf.

Bei den Flower Power Bloggers, FloralFridayFoto, Holundertblütchen und RUMS verlinke ich den Beitrag ebenfalls.

aufmerksam, Gäste & Feste, kreativ

Ideen für einen lebendigen Traugottesdienst

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Gefühlt überall finden derzeit wieder Hochzeitsmessen statt, viele Hochzeitspaare schlängeln sich durch das Labyrinth an Ideen, eigenen Vorstellungen und Angeboten von DienstleisterInnen.

Für mich war damals in der Vorbereitung eine große Frage, wie die passende Stimmung im Gottesdienst entsteht: Es sollte natürlich festlich werden, aber auf keinen Fall steif. Feierlich und gleichzeitig natürlich und persönlich. Wie schaffen wir das?
Als sehr wichtig habe ich offene Gespräche mit unserem Pastor erlebt, ebenso die Überlegungen mit dem Ehrenamtlichen, der für die Musik zuständig ist (in vielen Kirchen gibt es eineN angestellteN OrganistIn oder KantorIn).
Wer meint, dass es das Beste sei, viel getragene Orgelmusik zu spielen, durchwirkt von Geigen und geschluchztem „Ave Maria“, kann eine hervorragende Stimmung für einen Trauergottesdienst produzieren. Das habe ich tatsächlich erlebt, danach musste ich monatelang aufpassen, in Gesprächen nicht aus Versehen „Trauergottesdienst“ statt „Traugottesdienst“ zu sagen. Zutiefst dramatische Klassik kann bei den Gästen zu falschen Assoziationen führen… 😕

Lange habe ich mit einer Freundin gerätselt, wie wir den Einzug als Paar sowie den Auszug am Ende des Traugottesdienstes gestalten. Es wurde dann eine Kombination aus traditionellen Elementen und eigenen Vorstellungen, wobei alle aufwendigen Phantasien aussortiert wurden. Denn: Bei allen großartigen Ideen bleibt die Frage, wer sie vorbereitet und umsetzt – meistens nicht die Braut, die genug anderes organisiert.

 

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Heute entdeckte ich mehrere bunte Ideen, was in der Kirche jenseits von Instrumentalmusik zum Einzug passieren kann: Tänze, Flashmobs und ähnlich Kreatives.

Einzug zu „Sing Hallelujah!“

Flashmob vor dem Einzug der Braut im Mittelgang der Kirche

Etwas langatmig, und der komplette musikalische Bruch am Ende irritiert, sonst wirklich fröhlich:
Einzug der Freundinnen und Freunde vor der Braut

Auszug aus der Kirche mit Tanz

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Wer sich irritiert fragt, was das ganze Gezappel im Gottesdienst soll:
Natürlich besteht die Gefahr, dass durch eine unkonventionelle Aktion der Traugottesdienst sich in die Stimmung des Polterabends einreiht. Dass der Party-Charakter der Hochzeit überwiegt und der Moment, in dem es wirklich auf Inhalte und Tiefgang ankommt, durch Kaspereien verdorben wird.
Andererseits finde ich es gut, einen eigenen Zugang zum Gottesdienst zu finden – gerade für jene, die sonst nicht am Sonntag in die Kirche gehen. Warum sollten sie das komplette klassische Prozedere durchziehen, wenn sie sonst nie etwas mit der Liturgie zu tun haben? Sind die BesucherInnen zum korrekten Vollzug eines traditionellen Ablaufs verpflichtet oder stellt sich das Programm im Gottesdienst in den Dienst des Hochzeitspaars und der Gäste?
Im Übrigen finden vorrangig wir EuropäerInnen Tänze und Lachen in der Kirche seltsam, andere Kulturen gestalten Gottesdienste grundsätzlich mit viel Temperament und Bewegung.
Wer die Bibel aufmerksam liest, weiß außerdem, dass es damals jede Menge Rambazamba gab. Zur Ehre Gottes, natürlich, aber dennoch waren Gottesdienste oft ausgelassen und ausdrucksstark.

 

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Und wer sich wirklich, wirklich, wirklich sehr sicher ist, dass die Partnerin oder der Partner heiraten möchte (und einen öffentlichen Antrag schätzt), kann es mit diesem Fundstück aus dem Netz zum Heiratsantrag versuchen.

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Ausrede und Aufschub

„Oft, während ich hier sitze, immer öfter wundert es mich, warum wir nicht einfach aufbrechen – wohin?
Es genügte, wenn man den Mut hätte, jene Art von Hoffnung abzuwerfen, die nur Aufschub bedeutet, Ausrede gegenüber jeder Gegenwart, die verfängliche Hoffnung auf den Feierabend und das Wochenende, die lebenslängliche Hoffnung auf das nächste Mal, auf das Jenseits – es genügte, den Hunderttausend versklavter Seelen, die jetzt an ihren Pültchen hocken, diese Art von Hoffnung auszublasen:
Groß wäre das Entsetzen, groß und wirklich die Verwandlung.“

Max Frisch
gefunden in „Der Andere Advent“, Adventskalender für Erwachsene, 2015

 

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aufmerksam

Die speziellsten Erinnerungen an dieses Jahr

Dieses Jahr war eines der Besonderen in meinem Leben. Herausragende Zeiten wie das Jahr meines Examens oder das des letzten Umzugs oder das der Hochzeit gab es immer wieder. Dieses Jahr der beruflichen Neuorientierung und des „Ich mache das JETZT, weil es mir Freude macht, und ich dem bisher nie nachgegangen bin“ erlebte ich ganz speziell. Abwechslungsreich, beglückend, beängstigend, anstrengend, selig und verunsichernd – alles war dabei. Nun sammle ich besondere Momente, an die ich mich erinnern möchte und die einzelne Facetten widerspiegeln:

  • Der heiße und schwüle Tag, an dem ich ein Fest zur Einschulung als Kinderanimateurin begleitete und der kleine fünfjährige Gustav (Name geändert) angesichts der allgegenwärtigen Wespen meinte: „Du musst ganz still stehen, dann denkt die Wespe, du seist eine Statue.“ Der erste mir bekannte Fünfjährige, der das Wort Statue in seinem expressiven Wortschatz hat und derart weise ist…
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  • Der Tag, an dem ich mal kurz ein Ganzkörper-Eisbär-Kostüm kaufte, weil ich mich verliebt hatte… Das kann man schließlich immer mal brauchen!
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  • Der  Tag, an dem ich morgens auf dem Weg zur Arbeit um kurz vor sieben Uhr an einem Mann mit blutverschmierter Schürze vorbei kam. Er grüßte mich freundlich, während hinter ihm in der Halle die halben Schweine hingen. Und das mir als Vegetarierin. Seitdem achte ich immer sehr darauf, auf dem Großmarkt nur geradeaus zu schauen und den Lastern auszuweichen.
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  • Der Tag, an dem ich alleinverantwortlich einen Kindergeburtstag auf dem Dreimaster „Rickmer Rickmers“ durchführte und sich die Sechsjährigen in „Kacki und Pipi“ ergingen. Dem begleitenden Vater war dies sehr unangenehm, woraufhin ich antwortete: „Ach, ohne Kacki und Pipi wäre es keine ausgelassene Party!“
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  • Der Tag, an dem Schatz und ich in einem schicken Hotel am Meer saßen und ich mir permanent die kaputten Hautfetzen von den Händen zupfen musste, um trotz der Arbeit der letzten Woche halbwegs manierlich auszusehen.
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  • Der Tag, an dem ich den ersten Blütenkranz für ein Blumenmädchen auf einer Hochzeit wand. Es war zwar „nur“ zur Probe, aber die Prüfung war echt…
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  • Der Tag, an dem wir auf einem Stadtteilfest im Regen versanken, der Gulli versagte und wir mit Sandförmchen einem Feuerwerhreinsatz vorbeugen mussten.
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  • Der Tag, an dem ich morgens in aller Frühe auf der Pferdekoppel Parkplätze und Standplätze abmaß und währenddessen einen Vortrag über das Sammeln von lukrativen Schallplatten bekam.
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  • Der Tag, an dem meine Kollegin und ich mit dem Transporter auf dem Weg nach Neumünster derart über Urlaube in Skandinavien ins Schwärmen gerieten, dass wir die Ausfahrt verpassten.
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  • Der Tag, an dem ich das erste Mal auf einer wackligen Leiter in drei Metern Höhe unter der Decke des Gemeindesaals hing, dafür über drei Stunden am Stück.
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  • Der Tag, als das Geburtstagkind mit „Frozen“-Kostüm im Hinterhof der russischen Villa auf dem pinken Plastikpalast saß und er fast unter ihr zusammengebrochen wäre.
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  • Der Tag, als ich mal schnell fünf frische Tannenbäume geschmückt habe.
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  • Der Tag, als ich zu früh zu einer Hochzeit kam und ganz allein am goldenen Geländer des Übersee-Clubs stand, auf das Glitzern der Binnenalster schaute und die Servicekräfte durch die dicken Teppiche kaum hinter mir hörte. Wenig später der Augenblick, als ich dem restlichen Team das Portal von Innen öffnete 😉
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  • Der Tag, als ich beim Seminar „Business-Knigge“ spontan den Teil der Tischsitten übernommen habe.
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    Ich bin gespannt, welche Erinnerungen mir noch einfallen….
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Segen für das alltägliche und neu anbrechende Leben

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Gott segne und behüte dich.
Sie schaffe dir Rat und Schutz in allen Ängsten.
Sie gebe dir den Mut, aufzubrechen und die Kraft, neue Wege zu gehen.
Sie schenke dir Gewissheit, heimzukommen.
Gott lasse ihr Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott sei ein Licht auf deinem Wege.
Sie sei bei dir, wenn du Umwege und Irrwege gehst.
Sie nehme dich bei der Hand und gebe dir viele Zeichen ihrer Nähe.
Sie erhebe ihr Angesicht auf dich und gebe dir ihren Frieden.
Ganzsein von Seele und Leib.
Das Bewusstsein von Geborgenheit.
Ein Vertrauen, das immer größer wird und sich nicht beirren lässt.
So segne dich Gott, heute und immer.

Amen

(Quelle unbekannt)

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Ich, neu erlebt

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„Wir möchten etwas tun, aber wir meinen, dass es das richtige Etwas sein muss, und dabei denken wir natürlich an etwas Bedeutendes. Wir sind es, die bedeutend sind, und das Etwas, was wir tun, kann etwas Festliches und Kleines sein: Tote Pflanzen wandern in den Müll; löchrige Socken wandern in den Abfall. Wir werden von Verlusten getroffen und von Hoffnungen angestachelt. Durch die Arbeit mit den Morgenseiten (Anmerkung: einer Art Tagebuch) nimmt unser Leben eine neue und vielleicht buntere Form an. Wer hat diese Azalee gekauft? Woher kommt die plötzliche Vorliebe für Rosa? Stellt das Bild, das du da aufgehängt hast, ein Du dar, auf das du dich zubewegst?
Ihre Schuhe kommen Ihnen abgetragen vor. Sie sortieren sie aus. Ein Flohmarkt in einer Garage wird organisiert, und Sie spielen den Gastgeber. Sie kaufen eine Erstausgabe und investieren in neue Bettwäsche. Ein Freund fragt zum wiederholten Mal, was plötzlich in Sie gefahren ist, und Sie machen den ersten Urlaub seit Jahren.
Die Uhr tickt, und Sie hören sie schlagen. Sie machen bei einem Museum halt, setzen Ihren Namen auf die Liste für den Sporttauchkurs und verpflichten sich, den Samstagmorgen zur Besinnung zu nutzen.
Entweder Sie verlieren den Verstand, oder Sie erobern Ihre Seele. Das Leben ist als Künstlertreff (Anmerkung: Ein Termin mit meiner inneren Künstlerin, um das kreative Bewusstsein zu nähren. Ein Ausflug, ein Spiel.) gedacht. Deswegen wurden Sie erschaffen.“

aus: Julia Cameron, „Der Weg des Künstlers“

Das Buch habe ich in diesem Artikel vorgestellt.

 

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Blüten im Retro-Look

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Als Mitbringsel für eine Freundin stellte ich einen Blumengruß zusammen.
Im Antiquitätengeschäft hielt ich nach einem passenden Gefäß Ausschau, um die Blüten darin zu arrangieren. Da wir uns lange nicht gesehen hatten, war ich mir unsicher, in welchem Stil ich das Gesteck gestalten sollte.

 

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Ich entschied mich für Retro-Atmosphäre und erstand ein Vorratsgefäß für Nelken (von Wächtersbach). Beim Floristen besorgte ich Gerbera im passenden Orangeton und pflückte unterwegs Efeu, Liguster und junge Weißdorntriebe.
Daraus steckte ich ein Arrangement, bei dem ich die Technik „mit Höhen spielen“ (oft von FloristInnen zitiert) ausprobierte.

 

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Als sie berichtete, dass sie einen Krug im gleichen Design habe, freute ich mich über meine Idee – und das kurzfristig passende Fundstück.

 

Weitere Kreationen aus Blüten gibt es bei Holunderblütchen.

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Mit Gottes Wort von Tag zu Tag

In der Küche der Schwiegerfamilie hängt ein Abreisskalender mit einem Bibelvers pro Tag.
Als ich verschlafen daran vorbei lief, las ich:
„Mit Gottes Wort von Tat zu Tat“

Das erschien mir logisch und sinnvoll, da ich es liebe, „von Tat zu Tat“ unterwegs zu sein. Ich schaffe sehr viel an einem Tag und werde dafür von anderen wertgeschätzt – was dazu beiträgt, dass ich umso mehr tue, um meinem Ruf gerecht zu werden: Arbeitskolleginnen, Freundinnen, Familienmitglieder und Ehrenamtliche aus der Kirchengemeinde – sie alle freuen sich, wenn ich viel leiste und nach dem offiziellen Feierabend im privaten Rahmen Ideen für verschiedenste Projekte liefere und am Besten auch gleich umsetze.
Was aber, wenn nach all der Zeit mit Höchsttempo und großem „Output“ das Motto stattdessen „kaputt“ lautet? Wenn ich mich nach Ruhe und „Input“ sehne? Wenn ich mir bewusst eine Auszeit nehme, um mich um mich selbst zu kümmern statt ständig um andere – wie sieht es dann aus mit dem Motto „Schwungvoll von Tat zu Tat“?

Später stellte ich fest, dass der Kalender tatsächlich den Titel „Mit Gottes Wort von Tag zu Tag“ trägt.
Wie angenehm.
Wie erleichternd.
Wie entspannend.
Wie befreiend.
Wenn ich nach einer intensiven Zeit des Aktiv-seins jetzt einfach mit Gott von Tag zu Tag gehen darf – völlig egal, wie viel „Tat“ denn an einem „Tag“ geleistet wird.
Gibt es ein größeres Geschenk?

 

 

Schafe

Und wenn die „Tat des Tages“ nur aus Kuscheln besteht: Schafe finden das völlig legitim.
Wir auch?