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Bilderbuch schlachten, um eine chinesische Mauer zu bauen: Asiatische Bilderwand gestalten

In Hamburg gibt es an verschiedenen Stellen Regale oder Bücher-Kisten mit Lektüre, an denen sich PassantInnen bedienen können. Da ich immer mal wieder mein Bücherregal ausmisten muss, war ich in letzter Zeit mehrfach dort, um jeweils ein paar Schätze abzugeben. Und natürlich in der Hoffnung, selbst einen Schatz aufzustöbern.
So entdeckte ich ein wunderschönes Bilderbuch, aus dem Französischen übersetzt, mit fantastischen chinesischen Motiven. Ich schlachtete das Buch und rahmte die schönsten Seiten. Jetzt haben wir eine „chinesische Mauer“ im Wohnzimmer.

Französische Bilderbücher sind häufig wesentlich hochwertiger in ihrer Gestaltung:
Kreativer, künstlerischer, abseits des Mainstreams von „Prinzessin-für-Mädchen“ und „Wilde-Kerle-für-Jungs“, was in deutschen Buchläden leider vorherrscht.
Allein das Papier, rau und mit geprägter Struktur, ist ein Traum…
Wer selbst eine chinesische Mauer bauen möchte: Das Buch heißt „Von den zehn Sonnen, die zwölf Monde liebten: Ein Märchen mit chinesischen Schriftzeichen“ und ist second-hand günstig zu erwerben.

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Tulpen, Windmühlen und Segelschiffe: Wilde Wohnzimmer-Deko gegen den Februarblues

„Viel hilft viel,“ war das Motto meiner Chemielehrerin Frau Sauer, und es gibt Momente, da hat sie absolut Recht.
Ich hatte Lust auf eine blau-weiße Gestaltung unseres Esstischs, auf die Idee brachten mich die niederländischen Teller vom Flohmarkt. Dass mein Mann mir einen riesigen Tulpenstrauß mitbrachte, gab den Ausschlag: Ich räumte mal wieder das Wohnzimmer um.

Die handbemalten Teller hängen ganz wunderbar zusammen mit dem alten Affen, einem grün gepinselten E sowie mundgeblasenen Glaskugeln in den Ästen. Die Aufzählung klingt wild, optisch finde ich das Miteinander sehr harmonisch. Die liebe Frau T. schenkte mir die Glaskugeln im Advent zusammen mit einer süßen Karte, auf der sie sich für meinen spontanen Putzeinsatz bedankte, als die Handwerker ihre Wohnung komplett eingestaubt hatten. Nun haben sie endlich einen Platz gefunden…. bis ich wieder umdekoriere!

Am Tischende steht wie immer die hölzerne Maria, sie hat mich im letzten Jahr zu mehreren Andachten begleitet. Mangels eines Altars musste ich einen hässlichen Tisch halbwegs stimmungsvoll für die Mini-Gottesdienste herrichten, und daher fuhr Maria kopfüber in meinem Rucksack häufiger Rad. Ich hatte mehrfach Angst, dass ihr bei meiner sehr dynamischen Fahrweise Macken und Unfälle zustoßen könnten, aber sie blieb heil.

Diesmal sind nicht alle Kissenbezüge selbst genäht, nur das asiatisch wirkende Blumenkissen in der Mitte stammt von mir. Die türkisfarbenen Kissen knallen so richtig schön im trüben Februarlicht. Und der gelbe Samtbezug verbindet optisch die Tulpen mit einem der Kerzengläser und bildet einen sonnigen Akzent.

Mein Mann backte ganz wunderbare Zimtschnecken-Kekse, zusammen mit niederländischen Waffeln gefällt mir unser Wohnzimmer jetzt wieder richtig gut.

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Maritime Bilderwand zum Aufatmen: Frisch und leicht dekorieren

Nach Weihnachten setzt bei mir normalerweise das große Aufatmen ein:
Ahhhh, leere Wände, leere Tische, leeres Alles!
Luft zum Atmen, Raum zum Leben, Leere! Himmlisch!
Dieses Weihnachten hatte ich ausnahmsweise zurückhaltend dekoriert, insofern fehlte der spaktakuläre Vorher-nachher-Effekt zwischen Feiertagen und Start ins neue Jahr.

Dennoch hatte ich Lust, die verschneiten Landschaften abzunehmen und den maritimen Kalender, den ich letztes Jahr im Büro aufgehängt hatte, auf neue Art zu Hause zu verarbeiten.
Also schob ich Kalenderblätter, Rahmen und Motive hin und her, bis ich alle Bilder zurecht geschnitten und aufgehängt hatte.
Eine perfekte Mischung ist es dieses Mal nicht geworden, aber egal:
Die Bilder vom Meer helfen definitiv zu einer neuen Variante von „Durchatmen nach dem Jahreswechsel“!

Der geflochtene Strohhut fiel mir zufällig in die Hände, allerdings weiß Gott, dass ich seit über einem halben Jahr auf einen Strohhut für die Bilderwand geiere. Aber dafür kein Geld ausgeben wollte. Hier ist er nun, kostenlos, quasi direkt vor der Haustür tauchte er eines Tages auf und wartete auf mich. Danke, Jesus!

In der Vase auf dem Beistelltisch unter der Bilderwand steht Schilf in der Vase, die „Dannebrog“ flattert im imaginären Wind – wunderbar!

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Weihnachten: Die Tanne bleibt nackt

Noch während ich Ende November die sechs Tannenbäume in der Residenz schmückte, holte ich parallel abends den Container mit den Weihnachtskugeln aus unserem Keller.
Ich musste aber feststellen, dass ich dieses Jahr die Tannenzweige ungeschmückt viel schöner fand.
So stellte ich überall in der Wohnung frische Zweige auf und ließ sie weitgehend nackt.

Sonst heißt mein Motto „Mehr ist mehr“ und ich liebe es, aus verschiedensten Fundstücken und Schätze ein harmonisches Ganzes zu kreieren.
Aber dieses Jahr blieb das Tannengrün leer, nur in den Birkenstämmen und an der Bilderwand durften die Kugeln einen moderaten Auftritt haben.

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Weihnachtliche Bilderwand gestalten: Petersburger Hängung mit Vitamin C

Die Frage ist nicht, ob ich regelmäßig die Wohnung neu gestalte, die Frage ist nur: Wie?
Die Petersburger Hängung ist ausgesprochen praktisch, weil ich die vorhandenen Nägel ganz flexibel immer wieder neu bestücken kann.
Für den Advent schlachtete ich einen Bildband über deutsche Nationalparks und rahmte diverse Fotos von verschneiter Natur.

Der bilderlose Rahmen in der Mitte ist schwierig zu füllen, hier klebte ich einfach Geschenkpapier aus London hinein. Es greift die mediterrane Stimmung der Schale nebenan auf, die Vögel zwischen den Orangen wirken winterlich und trotzdem beschwingt. Angesichts der Apfelsinen muss ich immer an Vitamin C denken und daran, mir mal wieder einen frischen Saft zu pressen…
Der alte verschnörkelte Rahmen mit dem Spiegel versammelt Kugeln, die die umgebenden Farben wieder aufgreifen: Das kühle Taubenblau der Vögel, das Orange der Mandarinen und das Grün der Blätter.
Im örtlichen Antiquariat stöberte ich zu meiner großen Freude das Aquarell von Amrum auf, auch wenn es nur ein Druck ist, gefällt es mir sehr gut.

Der blaue Teller hatte die letzten Monate Pause, als Urgestein der Petersburger Hängung ist er jetzt zurück gekehrt.
Das Ginkoblatt aus goldfarbenem Metall wandert auch seit einem guten Jahr von einem Ort zum anderen, hängt aber ohne Unterbrechung an der Wand.

Um die Schale mit dem goldfarbenen Streifen schlich ich Eeeeewigkeiten herum, bis ich sie nach einem halben Jahr doch noch kaufte, als das Einrichtungsgeschäft nur noch das letzte Exemplar hatte. Ich stattete sie von hinten mit Heißklebe mit einem Haken zum Aufhängen aus.

aufmerksam

Einrichten ohne Bilder: Mut zum Wandteppich

Nachdem unser Schottland-Urlaub coronabedingt ausfiel, freue ich mich seit einigen Monaten täglich über diesen Wandbehang:
Die hohen Berge und stille Seen erinnern mich daran, dass es die vermisste Natur noch gibt, auch wenn ich gerade nicht dorthin gelangen kann. Und die Ausmaße des Wandteppichs weisen darauf hin, dass es Größeres gibt als unseren sehr begrenzten Alltag.
Ich liebe es, mich gedanklich in den Vogelschwarm über dem Gipfeln zu träumen und innerlich frei zu sein.

Wer nicht weiß, ob der Mut zum Wandteppich tatsächlich reicht:
Einfach durch die Kleinanzeigen stöbern und für kleines Geld den Hipstern das abkaufen, was ihnen zu langweilig wurde (-;

aufmerksam, Gäste & Feste, kreativ

Tischdekoration mit Rosen und Äpfelchen: Wir läuten den Advent ein

Auf dem Weg zur Arbeit säumen Holzapfelbäume einen Teil der Strecke. Mir tat es in der Seele weh, als sie radikal herunter geschnitten und die Äste auf die Erde geworfen wurden. Also pflückte ich auf dem Heimweg im Dunkeln einige Beerenzweige ab, um in einer Vase ihr Leben zu verlängern.

Für den ersten Advent schmückte ich den Esstisch mit glänzenden Akzenten und knallroten Äpfelchen.
Auf der Bank stellte ich selbst genähte Kissen in warmen Farben zusammen und schmuggelte ein paar Engel dazwischen.

Statt eines klassischen Adventskranzes fischte ich einen Zapfenkranz aus der Weihnachtskiste und stellte fünf Kerzen absichtlich unregelmäßig auf, um eine moderne Optik zu kreieren.

Ein Herz aus Blech und das Rot der Äpfel als Farbe der Liebe grüßen auf der Serviette.
Hier kommen zwar keine Gäste, die ich willkommen heiße, aber nach all den Corona-Monaten brauche ich dringend einen Moment der Schönheit.

Auf dem Porzellanteller steht ein kleiner Glasteller für eine Vorspeise, und der Nachtisch wartet schon in Gebäckschalen.

aufmerksam, Gäste & Feste

Das erste Glitzern zieht ein: Schmücken für den Advent

In der Residenz wurden die Weihnachtsbäume geliefert, also verbrachte ich den Tag damit, in drei Metern Höhe die große Tanne in der Lobby zu schmücken. Zwei mittelgroße Tannen dekorierte jeweils eine Seniorin mit mir, die sich schon sehr auf dieses Ritual gefreut hatten. Außerdem rannte ich ständig in den vierten Stock und zurück, um vom Dachboden Tannenbaumkugeln zu holen, sodass ich zu Hause ordentlich müde war.
Dennoch konnte ich nicht still auf dem Sofa sitzen, so sehr ich mich dazu zwang, und sprang zu den Weihnachtskisten in den Keller, um bei uns ein paar allererste glitzernde Akzente zu setzen.
Die rosegoldenen Wimpelketten stammen eigentlich aus dem Partybedarf, aber mit ein paar zarten ersten Kugeln finde ich es genau die richtige Mischung zum Einstieg. Schließlich liegt noch der gesamte Advent vor uns…
Vielleicht hast du im Fundus Girlanden oder Wimpelketten, die quer durch’s Zimmer gespannt oder in Zweige gehängt Fröhlichkeit ausstrahlen und die Stimmung heben?
Die Kombination aus November und Corona schreit förmlich nach einem Akzent zu Hause, der zum Schmunzeln einlädt oder eine langweilige Ecke erhellt.

aufmerksam, feminin

Exzentrisch einrichten: Komm doch rein!

Wenn ich dringend das Bedürfnis nach einer Wohnzeitschrift habe, kaufe ich am liebsten eine, bei der ich auf jeder zweiten Seite „Oha, das ist aber gewagt!“ denke.
Früher wählte ich meist Magazine, die besonders „erwachsen“ wirkten: Mit großen Häusern auf riesigen Grundstücken und jeder Menge Möbel und antiken AGA-Herden, die ich mir garantiert nie leisten kann. Das fand ich inspirierend.
Inzwischen, wenn das Bedürfnis nach einem „Heft zum Blättern“ mich überkommt, greife ich gern zu denen, die garantiert nicht schick aussehen und nicht teuer und bestimmt nicht aus einem Guss. Dort richten sich die Leute mit Flohmarktfunden und wilder Kunst und vielen Pflanzen ein. Am besten leben sie noch das ganze Jahr in einem Schäferwagen. Oder in einer finnischen Sauna kurz hinter dem Polarkreis. Oder in einem alten Schulbus oben auf der Klippe in Cornwall.

Nein, okayyy, so verrückt nun auch wieder nicht.
Aber inzwischen träume ich nicht mehr davon, möglichst elegant und hochwertig zu wohnen, sondern möglichst einzigartig.
Was natürlich alle behaupten, während sie zu 98% mit IKEA eingerichtet leben. So freute ich mich sehr, diese famose Vase für kleines Geld zu finden, als ich eigentlich gar nicht danach suchte. Ich werde hier garantiert für keine Firma der Welt Werbung machen, aber wer es dennoch wissen will, wo ich diese fantastische Frau entdeckte: Einfach eine kurze Frage per Kontaktformular schicken.
Und wer glaubt, 8,99 Euro für fünf vertrocknete Strohblumen bezahlen zu müssen, um den Trend „Trockenblumen, zweiter Versuch“ mitzumachen: Einfach einen Spaziergang zum Ententeich unternehmen, ein paar Stengel Schilf abkneifen, und schon sieht es soooo unglaublich hip und individuell zu Hause aus!

Die rothaarige Vasen-Dame darf noch entscheiden, ob sie sich lieber mit einer dänischen Galskugel oder dem Dannebrog (dänische Landesfahne) liieren möchte.

aufmerksam, kreativ

Mit Urlaubserinnerungen dekorieren: Aufhängen einmal anders

Im Urlaub sammeln wir aufregende Erlebnisse und entspannende Momente jenseits des Alltags. Gelungene Fotos sollen uns daran erinnern, da liegt es nahe, sie zu rahmen und aufzuhängen. Auf die Dauer wirken Urlaubsfotos an der Wand aber etwas langweilig…
Wer mit minimalem Aufwand eine abwechslungsreiche Idee sucht, hängt Souvenirs und Fotos einfach in Äste, die aufgestellt werden.

Ich liebe Birkenäste, Buche ist genauso geeignet: Einfach lange Zweige im Wald sammeln, einen großen Blumentopf mit Sand oder Steinen füllen und die Äste darin arrangieren.
Ich hänge in meinen Zweigen gern zuerst Wimpelketten auf, um Struktur zu geben und einen Rahmen zu schaffen. Dazwischen platziere ich Fundstücke und Urlaubserinnerungen, je unterschiedlicher, desto besser.

Urlaubsfotos vergrößere ich und verstärke sie von hinten mit Pappe. Sie bekommen ein Band zum Aufhängen, und schon sind die Urlaubserinnerungen gut sichtbar ausgestellt. Wer regelmäßig innerhalb der Wohnung umzieht und nicht ständig Löcher in die Wände bohren möchte, kann stehende Äste als Grundlage für Deko als Gestaltungsprinzip flexibel einsetzen.