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Kreative Varianten des Spieleklassikers Stadt-Land-Fluss für die Feiertage: Wichtel, Krimi, Liebe

Heute präsentiere ich drei Varianten des Spieleklassikers „Stadt-Land-Fluss“, die sich wunderbar für Gruppenstunden oder Familientreffen eignen. Darin werden entweder kriminelle Handlungen erfunden, Liebesgeschichten erdacht oder weihnachtliche Wichtel in ihrem Alltag dargestellt:

Stadt-Land-Fluss: Krimi
– Verbrechen (Was ist passiert?)
– Täter (Wer war es?)
– Tatort (Wo geschah es?)
– Motiv (Warum wurde jemand verletzt / getötet?)
– Tatwaffe (Womit wurde jemand verletzt / getötet?)

Stadt-Land-Fluss: Liebe
– Wer verliebt sich? Name und Beruf
– In wen? Name und Beruf
– Schicksalhafter Ort: Wo trafen sie sich?
– Drama: Welches Hindernis hielt ihre Liebe auf?
– Happy End: Warum wurde alles gut?

Stadt-Land-Fluss: Wichtel
– Wie heißt der Wichtel?
– Was ist seine Aufgabe in der Weihnachtswerkstatt?
– Was mag der Weihnachtsmann besonders an diesem Wichtel?
– Womit stärkt er sich in der Mittagspause?
– Wie verbringt er den Sommer?

Wer mag, nimmt sich anschließend die besten Ideen eines Durchgangs vor und schreibt daraus eine Geschichte über einen bestimmten Wichtel mit Namen, Tätigkeit, Eigenschaften usw. Ebenso kann ein kompletter Krimi entstehen oder die Liebesgeschichte ausgeschmückt werden.
Die grau unterlegten Links können angeklickt und kostenlos heruntergeladen werden.
Wer Lust auf’s Schreiben und Fabulieren bekommen hat, findet in meinem Praxisbuch „Schatzkiste Schreibspiele“ viele weitere Anleitungen für Geschichten, Briefe, Poesie und Kreativtechniken.

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Wo die Freude wohnt: Mein Buch lädt dich ein, mit mehr Lebenslust zu glauben

Juhu, juhu:
Ein weiteres Buch von mir kommt gerade aus der Druckerei, kann aktuell vorbestellt und im Januar 2022 ausgeliefert werden!
„Wo die Freude wohnt“ lädt dich ein, deine Beziehung zu Gott auf kreative, ermutigende Weise zu vertiefen und neu die Lebenslust mit deinem Glauben zu verbinden. Du erhälst den Schlüssel zur „Villa der Freude“ und darfst die verschiedenen Botschaften der Räume entdecken:


Im Labor stellst du die Grundausstattung für ein fröhliches und zugleich tiefgehendes Leben zusammen. Im Garten lässt du alte Verpflichtungen und Zwänge hinter dir und erforschst, wie Neues, Heilsames wachsen kann. In der Bibliothek warten Gottes Versprechen auf dich und ich möchte dir Lust auf’s Bibellesen machen. Im Schaukelstuhl auf der Veranda wirst du getröstet und gehalten. In der Schatzkiste warten Goldklumpen für verschiedene Lebensbereich auf dich – du bist reich und mit allem ausgestattet, was du für einen erfüllenden Alltag brauchst!

Beim Festmahl begrüßt Gott ganz speziell dich als Ehrengast und möchte alles, was dich davon abhält, dein ganzes Vertrauen auf ihn zu setzen, endgültig entmachten. Am Lagerfeuer berührt dich der Heilige Geist und fängt deine Tiefpunkte auf. Im Wintergarten entdeckst du Raum für Bewegung und besonders kraftvolle, dynamische Gebete. Auf dem Dachboden lässt du deine Sorgen los und unter dem Baum am Wasser denkst du neu über deine Beziehungen nach. Im Wohnzimmer findest du Heimat und im leeren Zimmer entwickelst du ganz neue Perspektiven für deine Lebensträume.
Im Badezimmer erhälst du die Möglichkeit, dich mit deinem Körper zu versöhnen und in der Küche setzt du dich mit Freuden und Spannungen von familiären Beziehungen auseinander. Auf dem Parkplatz löst du alte Blockaden und lässt Ängste los, während ausgerechnet im Arbeitszimmer ein Spiel-und-Spaß-Paradies auf dich wartet.

Jedes Kapitel bietet Raum zum Notieren, schenkt Tipps zum Ausprobieren und Anregungen zum Nachdenken und Beten.
All meine Impulse sind natürlich kein Garant für ein märchenhaftes „und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende“. Meine Gedanken und Tipps möchten dir eine Tür öffnen, wie du selbst deinen Alltag bunter, lustvoller, vertrauensvoller auf Gott hin gestalten kannst.
Das kreative Mit-mach-Buch ist im Neukirchener Verlag erschienen und kann dort aktuell vorbestellt werden.
Eine Vorschau kannst du dir hier ansehen: Vorschau „Wo die Freude wohnt“
Die Illustrationen stammen von Miriam Gamper-Brühl.

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Mein Leben als Autorin: Power ohne Pause

Am Dienstag saßen wir in unserer Lektüregruppe zu einem Buch über das Thema „Beten“ zusammen und ich lud am Ende die anwesenden Frauen ein, mithilfe der Verlosung meinen ermutigenden Wandkalender für PflegerInnen und BetreuerInnen an betroffene Frauen weiter zu verschenken. Plötzlich war es sehr still im Wohnzimmer der Gastgeberin, und meine Sitznachbarin meinte: „Ich wusste ja gar nicht… also, das kam nie so direkt rüber, du hast das nicht so gesagt…. aber, du schreibst ja richtig professionell!“ Eine andere meinte: „Ja, wenn du mal richtig Erfolg hast, können wir sagen, wir kannten sie damals schon – “ „-als sie ihre Bücher und Kalender noch an diejenigen, die sie am Nötigsten brauchten, verschenkt hat!“ lachte ich.

Fakt ist, dass es ein wahr gewordener Lebenstraum ist, als Autorin zu arbeiten.
Fakt ist aber auch, dass ich das abends, am Wochenende und an freien Tagen tue und mein dadurch erzieltes Einkommen bisher seeeehr übersichtlich ist. Professionell zu schreiben ist, wie so viele Leidenschaften im Leben, super zeitintensiv, aber nicht lukrativ.
Insbesondere, da ich ja nicht nur Manuskripte schreibe und überarbeite, sondern ständig Mails mit meinen Verlagen austausche. Parallel betreibe ich zwei extra Webseiten, um Interesse sowohl an meinem Konzept „Atemfreude“ als auch an meinen kostenlosen Arbeitsmaterialien für die Seniorenbetreuung zu wecken. Letztlich erhoffe ich mir natürlich, dass nach den kostenfreien Downloads der Fachfrauen meine Bücher gekauft werden. Ob das klappt, keine Ahnung – jedenfalls wollen auch zwei Webseiten (und dieser Blog) regelmäßig mit neuen Inhalten gefüttert werden.
Das passiert ebenso unbezahlt wie die Pressearbeit zu meinen Produkten, die Aufnahme von Videos zur Buchvorstellung für den Buchhandel, das Versenden von Rezensionsexemplaren an Fachleute und 38.000 andere „kleine“ Tätigkeiten, die in Summe wahnsinnig viel Zeit fressen.
Auch, wenn ich mit den Verlagsleuten echt gern maile oder am Telefon schnacke und wir miteinander eine gute Zusammenarbeit pflegen – die Nachrichten wollen alle zeitnah beantwortet werden und meine Rückmeldung muss immer sinnvoll und kompetent sein: Nichts, was ich mal eben im Halbschlaf tue.

Seit ich im Urlaub in Rothéneuf/Saint Malo den Auftakt für mein erstes Fachbuch schrieb, hat sich natürlich meine Arbeitsweise gewandelt. Wer mich heute etwas naiv fragt: „Schreibst du mal wieder ein Buch?“ bekommt unter Garantie die Antwort „Ich schreibe immer ein Buch, die Frage ist nur, welches und wie viele parallel!“
Meist sind es übrigens zwei Manuskripte gleichzeitig, oder ein frisch begonnenes Manuskript und die Überarbeitung eines fast fertigen Buchs, das kurz vor der finalen Abgabe an den Verlag steht.
Während ich früher immer sehr konzeptionell und sachlich an meine Buchprojekte ging, erlebte ich es im Februar diesen Jahres das erste Mal, dass Gott mir aus heiterem Himmel ein Thema vor die Füße warf: Freude. Eigentlich war ich vertraglich verpflichtet, ein anderes Buch zu schreiben, dessen Grundstruktur bereits mehrfach überarbeitet worden war. Stattdessen floss, wie ferngesteuert, in nur wenigen Tagen das Glaubensbuch „Wo die Freude wohnt“ in die Tastatur. War ich bisher eine sehr strukturierte, auf die Methodik fokussierte Autorin, erlebte ich es zum ersten Mal, dass „die Muse“ das Ruder übernahm. Oder, in meinem Fall: Der Heilige Geist, denn das, was wie im Rausch und ohne eine Pause aus meinen Fingern floss, war eine göttliche Botschaft an mich und meine Mitmenschen.
Und während das Buch sich jetzt gerade im Druck befindet, ergriff es mich am vorletzten Tag im Urlaub auf der Nordseeinsel wieder und plötzlich hatte ich den Anfang eines neuen Fadens in der Hand: Band zwei entrollte sich wie von Zauberhand vor meinen Augen. Nur blöd, dass es dafür eigentlich zu früh ist: Kein Verlag möchte einen zweiten Teil haben, solange das ursprüngliche Buch noch nicht einmal im Verkauf ist, geschweigedenn die Umsatzzahlen eintreffen. Aber Gott weiß es besser, wie ich in den letzten 37 Jahren gelernt habe, und so schreibe ich einfach. Mit dem Segen des Verlags, der es zwar reichlich früh findet, aber dem Gedanken gegenüber dennoch offen ist.
Als ich so vor drei Wochen mit dem kleinen Tablet in der Hand in der Ferienwohnung saß, meinte mein Mann: „Was schreibst du denn für eine lange Mail?“ Ich antwortete: „Das wird ein neues Buch.“ Er, völlig unberührt: „Ach so.“

Inzwischen ist es praktisch unmöglich, Freundinnen und Verwandten zu schildern, welches Manuskript ich gerade angefangen, beendet, überarbeitet oder als finales Produkt im Buchhandel habe. Absolut niemand hat den Überblick, außer mir selbst. Über die Artikel für Fachmagazine rede ich schon gar nicht mehr, das würde die Konfusion ins Unendliche steigern. Es reicht völlig, wenn ich zwischendurch als Rednerin auf einer Messe auftrete, als Jurorin für einen Wettbewerb teilnehme oder „auf die Schnelle“ einen kompletten Kalender konzipiere.

Kurz: Ja, ich liebe mein Leben als Autorin, das parallel zu meinem Beruf stattfindet.
Nein, wirklich frei habe ich quasi nie.

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Überwältigt von Freude: Mein nächstes Buch wird richtig, richtig gelungen!

Haaach, ich bin gerade ganz zitterig vor Überraschung:
Nach bangen Wochen des Wartens schickte mir die Verlagsleiterin des Neukirchener Verlags jetzt einen ersten Blick auf das Cover und die Innengestaltung meines Buchs „Wo die Freude wohnt“. Dieses Projekt fiel mir in den Schoß, als ich eigentlich ein ganz anderes Manuskript für den Verlag schreiben sollte/wollte. Und ich bin sicher, dass beide Seiten froh sind, dass der Heilige Geist mich inspirierte und ich wie ferngesteuert stattdessen etwas abtippte, das hoffentlich viele Menschen innerlich befreit und beglückt.
Als Fachbuchautorin für praxiserprobte pädagogische Konzepte war es etwas ganz Neues, ein christliches Buch zu schreiben (auch, wenn mein Manuskript unter dem Arbeitstitel „Achtsamkeit und Spiritualität mit Senioren“ schon länger in meinem Stamm-Verlag auf die Drucklegung wartet). Aber dass ich als Christin sehr persönlich Einblick gebe in meinen Glauben und dazu einlade, sinnlicher und fröhlicher und leichter mit Gott unterwegs zu sein – das ist definitiv ein Novum!
Entsprechend groß war meine Angst, ein typisches „Frauen-Wohlfühl-Cover“ mit Kaffeetassen und Pralinen oder rosa Rosenranken verpasst zu bekommen. Der Inhalt ist, in Absprache mit der Lektorin, mein Job – Preis, Optik, Seitenzahl und finales Produkt ist die Verantwortung des Verlags. Da kann ich zum Titelbild und zum Innenteil zwar „Finde ich jetzt gewöhnungsbedürftig“ sagen, aber viel Auswirkung hat das meist nicht.

Umso glücklicher bin ich, wenn der Verlag begeistert vom Entwurf ist und ich beim ersten Blick mit leichtem Herzen in die Begeisterung einstimmen kann.
Ich kenne meine Botschaft in- und auswendig und habe natürlich eigene Vorstellungen, wie eine überzeugende Präsentation meiner geistigen Arbeit für die KundInnen aussehen könnte. Wenn das Äußere (Bucheinband, Innengestaltung) mit dem Inneren (Inhalt) nicht übereinstimmt, schmerzt mich selbst das am Allermeisten. Wichtig ist mir primär, dass eine überzeugende Symbiose entsteht und ein kraftvolles Ganzes in den Händen der LeserInnen liegt. Je nach Grafikerin und Verlag finde ich das Endergebnis gelungen oder eben…. nur halb.
Mehr darf ich heute nicht verraten, sobald das neue Verlagsprogramm online ist, werde ich bei diesem Buch hier im Blog sehr stolz darauf hinweisen.
Kurz: Es ist ein wirklich, wirklich hübsches „Baby“!

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Mein Leben als Autorin: Wenn plötzlich Highspeed herrscht

Eine der ersten Lektionen, die ich als Autorin bei meinen Büchern gelernt habe, ist: Geduld zu haben.
Alles dauert grundsätzlich länger, als gedacht. Selbst, wenn einzelne LektorInnen plötzlich Druck machen: Immer wieder gibt es Phasen des Wartens und Dümpelns, und je eher ich lerne, sie auszuhalten und währenddessen ein anderes Projekt anzuschieben, desto besser.
Aber es gibt auch erfreuliche Lektionen, die sich über die Jahre einstellen: Dass mit einzelnen LektorInnen sehr fruchtbare und beständige Kooperationen entstanden sind, die sich fast wie Freundschaften anfühlen. Und dass aus guter Zusammenarbeit plötzlich Angebote aus dem Verlag aufploppen, die für zusätzliche Sichtbarkeit und Honorare sorgen. Da wiegt es dann weniger schwer, wenn ich ein Vierteljahr darauf warten muss, an anderer Stelle endlich einen Autorenvertrag zu erhalten, um ein Buch fertig schreiben zu können. In der Redaktion ist eben viel los, manches wird öfter verschoben.
Währenddessen darf ich zum ersten Mal die Illustrationen für ein laufendes Projekt beitragen, auch das wieder eine Möglichkeit, meine Kompetenzen zu erweitern.

Schön ist auch, wenn ich erfreut feststellen darf, dass sich einzelne Angestellte im Fachverlag dafür einsetzen, dass ich als Sprecherin bei einer Messe auftreten darf. Statt nur die bisher wichtigsten AutorInnen dafür vorzuladen, die quasi ständig zu den internen“Königinnen“ zählen. Nachdem ich eine Menge Zeit in den Online-Bereich gesteckt habe, erreichte mich die Einladung, auch auf anderen Kanälen sichtbar zu sein. Ich kann zwar 80 Minuten ohne Punkt und Komma ins Mikro quasseln, aber ein Vortrag vor 70 Personen, die ich kenne, ist doch etwas Anderes als ein Messeauftritt für die ganze D-A-CH-Region. Sehr spannend!
Parallel gilt es, verschobene Projekte aus dem alten Jahr im Blick zu behalten:
Bin ich eigentlich noch für die Jury eines Seniorenbetreuungs-Preises eingeplant oder nicht? Seit 13 Monaten nichts davon gehört, mal nachfragen…

Dann der Bammel, wenn ich mit einem Verlag zusammenarbeite, den ich noch nicht kenne:
Wie tickt die Lektorin, dir mir zugeteilt wird? Werden wir uns über die strittigen Punkte im Manuskript gut einig? Können wir flüssig und positiv zusammenarbeiten?

Endlich flattert der langersehnte Autorenvertrag ins Haus, plötzlich ballen sich die Abgabetermine im Sommer. Noch dazu, wo mir auf einmal angeboten wird, einen ermutigenden Kalender für AltenpflegerInnen komplett allein zu gestalten, statt im Team, wie zu Beginn geplant.
Auf einmal heißt es am Feierabend und Wochenende nicht mehr „Juhu, ich darf schreiben!“, sondern „Uhaaa, ich muss schreiben!“
Aber das ist ein Luxusproblem, für das ich dankbar bin, denn nach dem größten Zeitdruck kommen plötzlich wieder Phasen des Leerlaufs, das kenne ich schon.
Wobei es in meinem Leben seit einigen Jahren nicht mehr heißt „Schreibst du mal wieder ein Buch?“ sondern „Welches Buch schreibst du gerade?“ Oft habe ich zwei Manuskripte parallel zu Online-Medien und Zeitschriftenartikeln gleichzeitig in der Mache. Wenn es sich denn auch finanziell auszahlen und nicht nur Zeit kosten würde…. aber ich genieße es!

Für alle, die sich fragen, wie sie die mageren Buchhonorare aufwerten können:
Ich wurde neulich glücklicherweise auf die VG Wort aufmerksam gemacht, dort können UrheberInnen für ihre Werke Tantiemen von öffentlichen Bibliotheken beantragen. Das hatte ich beim Schreiben meines Erstlingswerk schon mal gelesen, aber die letzten Jahre auch wieder vergessen…

Nur einen AutorInnen-Club zum Austausch, den habe ich noch nicht. Wer hier mitliest und sich zum Fachsimpeln und Abreagieren über das Verfassen von Fachbüchern melden mag, ist dazu herzlich eingeladen!

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„Schatzkiste Schreibspiele“: Mein Praxisbuch zum kreativen Schreiben mit Senioren

Endlich ist es da, mein drittes „Baby“:
Ein fröhliches, buntes, lustbetontes Buch voller Schreibspiele für SeniorInnen!
Die „Schatzkiste Schreibspiele“ versammelt 43 Übungen und Anregungen, um Geschichten, Gedichte und Briefe zusammen zu verfassen.

Ein knackiger Einführungsteil zu den Grundlagen des kreativen Schreibens vermittelt die nötige Sicherheit, um frei eine Gruppe anleiten zu können. Eine Liste mit hilfreichen, unterstützenden Regeln kann direkt aus dem Buch kopiert und an die SeniorInnen verteilt werden.
Aufwärmspiele lockern die Atmosphäre auf und bringen alle in einen spielerischen Modus, um dann enthemmt und entspannt die Schreibaufgaben beginnen zu können.

In den fünf Bereichen „Von Menschen und Tieren“, „Farben und Gefühle“, „Wundersame Ereignisse“, „Philosophische Themen“ und „Poesie schreiben“ lässt sich für jede Gruppe das Passende finden und ein abwechslungsreiches Programm zusammenstellen.
Besonders Menschen, die wenig eigene Entscheidungen treffen können und sich durch körperliche Schwäche sehr begrenzt fühlen, können durch das „Umschreiben“ der Realität neu Selbstwirksamkeit erfahren.
Ein kurzer Beispieltext pro Schreibaufgabe hilft, den SeniorInnen die Aufgabe näher zu bringen, und Fragen regen die Kursleitung zur eigenen Überleitung in die Praxis ein.

Anschließend gebe ich Tipps, wie die Stunde ausklingen und die entstandenen Texte verwendet werden können.
Ein Anhang mit Kreativitätstechniken hilft der Kursleitung, die eigene Schaffenskraft anzuzapfen und lässt sich auch für andere Angebote verwenden.
Besonders stolz bin ich darauf, dass zum ersten Mal eins meiner Bücher mit meinen Illustrationen ausgestattet wurde. Auch eine Autorin kann sich kreativ weiterentwickeln….

Einzelne Schreibübungen stelle ich, zusammen mit vielen anderen kostenlosen Downloads, auf der Website „Schatzkiste Seniorenbetreuung“ vor.

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Der Traum vom Schreiben: Woran du erkennst, dass du endlich eine „echte Autorin“ bist

Viele träumen davon, ihre Gedanken einmal abgedruckt in einer Zeitschrift oder sogar als Buch in den Händen halten zu dürfen. Natürlich kann sich jedeR auf Blogs und in den Kommentarfunktionen von Webseiten austoben, aber genau darin liegt die Krux: Da es jeder beliebigen Person möglich ist, hat es nicht den Wert von „echter Schriftstellerei“.
Heute gebe ich mal wieder Einblick in mein (nebenberufliches) Schreiben – wahlweise, um dich zu unterhalten, oder um dich zu coachen!

Woran du erkennst, dass du endlich eine „echte Autorin“ bist:
1.) Du hast keinen Überblick mehr, was du alles wann für welchen Verlag geschrieben hast.
Eine Freundin drückt dir eine Tüte in die Hand, mit den Worten: „Hier, das sind Belegexemplare von dir, die liegen schon seit drei Jahren bei mir rum. Dachte, du willst sie sicher mal wiederhaben.“
Du lächelst ahnungslos-freundlich, bedankst dich und überlegst: Was, um alles in der Welt, hast du vor drei Jahren geschrieben? Offensichtlich etwas halbwegs Brauchbares, sonst hätte es niemand gedruckt. Was mag nur in der Tüte sein?

2.) Deine Lektorin hat sich seit sechs Wochen nicht mehr bei dir gemeldet, und du bist trotzdem völlig entspannt.
Zu Beginn deines offiziellen Schreibens hattest du schon nach zehn Tagen ohne Antwort schlaflose Nächte und Bauchkrämpfe, hast dich gefragt, ob deine Arbeit derart unterirdisch ist, dass sich niemand mehr jemals bei dir melden wird. Hast überlegt, ob du irgendwie in der letzten Mail den passenden Umgangston nicht getroffen hast oder auf der Abschussliste des Verlags stehst.
Inzwischen weißt du: Wenn sie sich wochen- oder monatelang nicht melden, ist alles okay.
Das muss so.
Entspann dich, alles läuft nach Plan. Auch, wenn es keinen Plan gibt, du zwischen den LektorInnen hin- und hergeschoben wirst und deine Fragen unbeantwortet bleiben: Alles ist super, wirklich. Das gehört dazu.

3.) Du nimmst nicht mehr auf Krampf jeden Buchvertrag an.
Wenn dir nicht gefällt, wie das Lektorat mit dir und deiner geistigen Arbeit umgeht: Lass es bleiben.
Wenn das Honorar eine Beleidigung ist: Lass es bleiben.
Wenn du alles 17mal umschreiben musst, bis du selbst nicht mehr weißt, was deine Grundaussage war: Lass es bleiben.
Wenn du ganzzzzzzz seltsame Regelungen im Autorenvertrag findest: Lass es bleiben.
Wenn dein Projekt es wert ist, mit deinen Mitmenschen geteilt zu werden, wird sich ein Weg ergeben.4.) Von deinem Quartalshonorar kannst du dir mehr leisten als einen Wocheneinkauf auf dem Markt.
Es reicht zwar noch nicht, um als reguläres Einkommen zu gelten, aber du kannst dir davon zumindest einen Kurzurlaub finanzieren. Wenigstens ein verlängertes Wochenende.

5.) Du bist gerade mit einem Buchprojekt beschäftigt, für das sich bereits mehrere Verlage interessieren, und auf einmal beginnst du wie vom Blitz getroffen, ein ganz anderes Buch zu schreiben. Urplötzlich erwischt dich eine fantastische Inspiration, du setzt dich an den Computer, und deine Hände tippen wie von allein die ersten 26 Seiten eines Manuskripts, von dem du nicht wusstest, dass es in dir schlummert. Und das hundert Mal geiler ist als dein eigentliches Konzept, das du bereits mündlich einem Verlag versprochen hattest.
Schiete, sagte Fiete.
Also kommst du nicht umhin, trotz deiner norddeutsch-sachlichen Arbeitsweise, eine Mail an deine zukünftige Lektorin zu schreiben, die sich liest, als wärst du auf LSD. In der Hoffnung, dass sie versteht, wie viel großartiger das ist, was plötzlich wie von allein auf deiner Tastatur entsteht. Wahrscheinlich glaubt sie jetzt, du hättest eine Meise, aber haben die richtig guten AutorInnen nicht alle einen kompletten Vogelschwarm? Eben.
Wenn die Lektorin die Richtige für dich ist, wird sie sich auf dein plötzliches Salto einlassen.

6.) Dein Partner wirft dich aus dem gemeinsamen Arbeitszimmer, weil er coronabedingt im Dauer-Homeoffice ist und nicht mehr erträgt, wie dynamisch du in die Tasten haust. Okay, dein Keyboard war damals billig und ist inzwischen uralt, aber was sollst du tun, wenn du so richtig im Fluss bist? Nicht die Ehe riskieren, sondern eine „Zweigstelle“ im Park eröffnen und dort eine temporäre Schreibklause einrichten.

7.) Es fallen hübsche Jünglinge vor dir auf die Knie, wenn du das Haus verlässt, um zum Altglascontainer zu gehen.
Sie bieten dir willig ihre Körper an und loben deinen genialen Geist: Der Preis des Ruhms, den du demütig bereit bist zu (er)tragen.
Okay, das ist gelogen.
Wäre aber schön!

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Mein Leben als Autorin: Wenn ich nicht schreiben kann, illustriere ich eben

Meine liebste Lektorin ist momentan unglücklicherweise außer Gefecht gesetzt, daher kann ich mein drittes Fachbuch für Seniorenpädagogik leider gerade nicht inhaltlich fertigstellen, redigieren und ins Lektorat schicken.
Da ich Zeit und Lust habe, endlich mal wieder zu malen, beginne ich einfach, das unfertige Projekt zu illustrieren. Entweder habe ich harmlosen Spaß mit dem Tuschkasten, dessen Ergebnisse anschließend in die Tonne wandern, oder ich traue mich, sie dem Verlag vorzustellen.
Eine gute Freundin von mir ist Illustratorin, die werde ich nicht beeindrucken können, und das würde ich mir auch niemals einbilden.
Aber einerseits gibt es immer mehr Zeitschriften, die absichtlich einen „selbstgemachten Look“ tragen und naive Malerei als Grafiken einsetzen.
Und andererseits feiert mein Buch den bewussten, glücklichen Dilettantismus und lädt auf jeder Seite zum Ausprobieren und Mitmachen ein. Wenn die Illustrationen alle perfekt wären, wäre das sogar kontraproduktiv und würde meine Botschaft karikieren. Wenn die Leserin sieht, dass die Autorin freiwillig mittelmäßige Bildchen neben die Praxisanleitungen drucken lässt, hat sie hoffentlich weniger Hemmungen, das Workbook tatsächlich mit eigenen Gedanken zu füllen und anschließend die SeniorInnen zum unperfekten Kritzeln und Schreiben zu verlocken.

Und ansonsten freue ich mich, einfach den Kopf auszuschalten und in Serie zu gehen und mich selbst damit zu überraschen, dass mir gefällt, was ich sehe.
Pupsegal, wen das sonst begeistert: Ich find’s schön. Mein Herz hüpft, wenn ich drauf schaue. Es ist fröhlich und lebendig, und das zählt.
Und das ist in einer überkritischen Gesellschaft wie unserer, wo jeder an allem herum mäkelt, sehr viel wert.

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Mein Leben als Autorin: Kein Zimmer für mich allein

Virginia Wolf schrieb im September 1929 den Artikel „A Room of One’s Own“, in dem es sowohl um Bildungschancen für Frauen ging als auch um das Recht, ein eigenes Zimmer und damit Privatsphäre zu haben. Das Privatzimmer der Frau ist nämlich nicht die Küche, auch wenn Mann das gern dachte (und denkt…).
Ich kann zwar im Arbeitszimmer an meinen Manuskripten und Verlagsbewerbungen schreiben, während mein Mann neben mir sitzt – entspannter ist es allemal allein. Konzentrierter sowieso.
Aber mein Computer steht nun einmal neben seinem Computer, und am kleinen Tablet schreiben macht bei langen Texten einfach keinen Spaß.

Wenn ich also allein arbeiten möchte, muss ich mir etwas ganz Anderes ausdenken:
Bei gutem Wetter richte ich mir ein temporäres Büro auf einer Holzbank ein.
Am liebsten tue ich das auf dem weltgrößten Parkfriedhof, und dort an einer Ecke, die ich persönlich „Skandinavien“ nenne. Die beiden Bänke dort zwischen den Birken am Wasser sind extrem beliebt, insofern verrate ich garantiert nicht, wo „Skandinavien“ liegt. Schließlich habe ich selbst öfter Pech, und die Bänke sind belegt. Oder ich muss erst einmal eine Weile auf der maroden Bank ausharren, bis die schöne Schwester frei wird.

Ich nehme mir grundsätzlich neben meinem Notizbuch, das ich immer bei mir trage und in dem ich alle Ideen für Konzepte festhalte, weitere Lektüre mit. Schließlich garantiert mir niemand, dass ich völlig im Flow versinke und die Ideen nur so sprudeln. Insofern habe ich immer Lesestoff aus Fachliteratur und einen Roman dabei, um mich zwischendurch zu entspannen oder querzudenken. Meine Wasserflasche und Proviant sind natürlich auch notwendig, schließlich möchte ich genussvoll zwei bis drei Stunden ausharren können.
Ganz wichtig: Einen zweiten Stift, falls der erste gerade dann aufgibt, wenn die Gedanken so richtig schwirren.
Was habe ich auf der rotten Parkbank (s. unten) bereits geflucht, weil der Kuli plötzlich nicht mehr wollte, wie er sollte! Seitdem nehme ich zur Sicherheit einen Bleistift zusätzlich mit, der funktioniert immer!
In einem Café zu sitzen und Konzepte zu entwickeln, wäre mir viel zu anstrengend, da zu laut und zu unruhig.
In der Natur finde ich die Umgebungsgeräusche angenehm, weil ich nicht so steril vor dem Monitor sitze und mich zu Produktivität verpflichtet fühle. Draußen spüre ich den Wind, höre das Laub knistern, den Schwan gründeln und die Bläßhühner kreischen, das erlebe ich als positive Kulisse. Ich kann zwischendurch Kastanien sammeln, die über mir herunter stürzen, oder mich zeitweise im Schneidersitz auf meine Jacke ins Gras setzen. Barfuß.

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Mein Leben als Autorin: Wie die Wahrheit aussieht

August 2020, seit zehn Tagen haben wir in Hamburg Temperaturen über 30°C, und ich sitze mal wieder über dem Manuskript eines neuen Buchs.
Es ist mein fünftes Buchprojekt, nicht mitgerechnet den Jugendroman, den ich als Achtzehnjährige schrieb und seitdem nie gewagt habe, einen Blick hinein zu werfen. Zwei Fachbücher im Bereich Seniorenbetreuung habe ich veröffentlicht, ein drittes Fachbuch wird wegen schwieriger Rechtslage seitens einer esoterischen Gruppe wohl nie verlegt werden, und ein weiteres Buch ist hervorragend gelungen, aber leider viel zu dünn für den Druck.
In elf Zeitschriften-Ausgaben habe ich inzwischen meine Texte und Gebete veröffentlicht, sowohl in christlichen Verlagen als auch im Fachverlag für Seniorenbetreuung. Weitere Artikel liegen in den Redaktionen bereits bearbeitet und warten auf den Druck.
In zwei Kalendern sind meine Gebet ebenfalls zu lesen.

Diese Zahlen sammle ich gerade, da im Rahmen der Verlagsbewerbung für mein aktuelles Manuskript eine Liste der Veröffentlichungen erwartet wird. Also wühle ich mich durch meine Belegexemplare und bin mehr und mehr stolz, wie viel ich bereits geschafft habe.

Aber auch Frust gehört zu meinem Alltag, wenn ein Verlag kommentarlos die bescheidenen Honorare kürzt und ich hinterher telefoniere, um die „coronabedingte Situation“ zu verstehen.

Durch das affenheiße Wetter kann ich die freien Tage von meinem Hauptberuf nicht mit Aktivitäten genießen, also arbeite ich stur im stickigen Arbeitszimmer an meinem fünften Buch. Es ist diesmal kein Fachbuch, sondern lädt dazu ein, Gott im Alltag zu erleben. Jede Form von religiösem Gelaber spare ich mir, es ist ein reiner Ideenpool: Herausfordernd, praktisch, fröhlich, alltagskompatibel, sofort umsetzbar.

Was tue ich als Autorin wirklich, statt mit Crémant und belgischen Pralinen in einem englischen Landhaus die Ideen fließen zu lassen?
– Vor Hitze pausiert die Arbeit am eigentlichen Buch. Ich formuliere eine Einleitung, denn auch, wenn das Buch ausschließlich aus Anleitungen zu einer praktischen Verbindung von Glaube und Alltag besteht: Eine Einleitung bereitet die LeserInnen darauf vor, was sie erwartet. Und ebenso, was sie nicht finden werden, das ist mindestens genauso wichtig!

– Ich fange mit der verhassten, verhassten, verhassten Verlagsbewerbung an. Habe ich schon erwähnt, dass ich Verlagsbewerbungen hasse?
Meine Güte, bin ich froh, wenn ich mit einem Verlag bereits so lange zusammenarbeite, dass ein Anruf oder eine Mail reicht und ich den LektorInnen mein neustes Werk kommentarlos an den Hals schicken darf. Okay, mit drei einleitenden Worten, aber mehr auch nicht!
Da ich bisher aber kein Buch in einem christlichen Verlag veröffentlicht habe, muss ich die mistige, mistige Fleißaufgabe des Exposés durchackern.
Exposés sind so blöd, weil ich kein Werbefuzzi bin und schwer ins Grübeln komme, wie ich meine Hauptaussage in zwei überzeugenden Sätzen formuliere und damit von jeder lesenden Person im Lektorat sofort verstanden werde. Typisch Frau: Mich zu verkaufen finde ich schwer.
Klar kenne ich meine Zielgruppe, schließlich hatte ich sie beim Schreiben die ganze Zeit vor Augen. Aber sie in Marketing-Sprech darzustellen, ist einfach etwas anderes.
Genauso wie alle anderen fucking Aufgaben von Konkurrenzanalyse und Verkaufsargumenten und USP (warum können wir letztere nicht endlich mal zusammenfassen?) und Marketingmaßnahmen und Autorenvita. Letztere ist nicht ganzzzzz so schlimm, aber selbst die Autorenvita soll schwungvoll und nicht völlig einfallslos klingen.

Aber da ich vom Exposéschreiben sowieso Kopfweh kriege, kann ich auch die Verlagsbewerbung beginnen, wenn es über 30°C sind und ich eh Kopfweh habe.

– Da das Exposé eine Gliederung beziehungsweise ein Inhaltsverzeichnis des Manuskripts zum aktuellen Stand erfordert, baue ich mein ganzes Buch um. In der Hoffnung, damit strukturell klarer aufgestellt zu sein. Anschließend flimmern mir die Augen vom vielen Scrollen durch Textseiten und ich frage mich, ob es jetzt ernsthaft besser ist. Auf den ersten Blick ja, aber inhaltlich und didaktisch? Wirklich?
Ich zweifle meine Strategie stark an, streiche mir den Schweiß von der Stirn, speichere und mache den Computer aus. Für heute ist es auch egal. Mehr geht bei der Hitze gerade nicht.

– Noch eine super blöde Aufgabe, mit der ich mich herumschlage: Alle Verlage zusammenstellen, deren Programm zu meinem Buch passt. Und dabei von allen online die Kontaktdaten des Lektorats finden und eruieren, was sie im Exposé erwarten. Ha! Denn das Exposé schreibe ich nicht einmal für alle Verlage, nein, die kriegen alle ein individuelles. Ha! Macht das einen Spaß!

– So langsam frage ich mich, ob ich nicht doch einfach zum Manuskript zurückkehren soll. Große Ideen zum weiteren Inhalt habe ich nicht, aber überarbeiten geht immer: Irgendeine Ecke, die mehr nach Kladde als nach Buch aussieht, gibt es schließlich grundsätzlich bis kurz vor der Abgabe.

– Dann kümmere ich mich erstmal um eine Stärkung und koche etwas, das die Temperaturen in der Küche um weitere 3°C steigen lässt. Dabei passiert mir etwas absolut Blödes (irgendwas), das sich i-de-al als Einleitung für eine neue Anregung, Gott im Alltag zu erleben, eignet. Eigentlich könnte ich dem Buch auch den Arbeitstitel „Aus Scheiße Gold machen: Mit Gott im echten Leben unterwegs“ verpassen. Denn die Ideen, den Heiligen Geist mitten im Chaos einzuladen, kommen mir immer dann, wenn ich genau in diesem Chaos stecke.
Ha! Danke für das Missgeschick mit Erleuchtung, Jesus! Wenigstens um einige Zeilen wächst das Manuskript heute doch. Denn die Inspiration muss mich, bei aller Schreibdisziplin, einfach anspringen. Sonst wird der Inhalt öde und dröge, und das ist das Allerletzte, was ich meinen LeserInnen zumuten möchte.

– Dann grübele ich darüber, wann mein Manuskript so weit ist, dass ich es zusammen mit dem Exposé einsende. Dass das Exposé erstmal fertig gestellt werden muss, ist klar, aber wann bin ich mit dem Manuskript ausreichend zufrieden, dass ich es den Profis vorstelle? Einerseits habe ich echt keine Lust, dreistellige Stunden meines Lebens in ein Projekt zu investieren, von dem ich gar nicht weiß, ob es jemals gedruckt wird. Andererseits kann ich auch nicht aus Ungeduld ein halbgares Buch raus schicken, wenn ich genau eine Chance habe, damit im Lektorat einen Treffer zu landen. Dabei juckt es mich in den Fingern, endlich den nächsten Schritt zu gehen, statt einsam und heimlich im Arbeitszimmer damit festzusitzen…

– Ich lenke mich selbst damit ab, darüber zu sinnieren, wie gerne ich christliche Erotik-Thriller schreiben würde. Leider bin ich bloß absolut die Falsche für einen Roman, und Erotik-Thriller lese ich sowieso nicht, aber es wäre die i-de-a-le Nische auf dem Buchmarkt! Immerhin, tröste ich mich, ist das Schreiben von Praxisbüchern wesentlich klarer umrissen: Als Autorin brauche ich ein fundiertes Wissen, innovative Ideen, eine lockere Schreibe und wahnsinnig viel Disziplin. Hab ich alles. Dennoch: Christliche Erotik-Thriller, die gibt´s noch nicht. Die Marktlücke ist so einmalig, damit brauche ich noch nicht einmal mehr ein verhasstes Exposé zusammen zu frickeln!

– Irgendwann habe ich endgültig genug und ich gehe zum abendlichen Kontrastprogramm über:
Rufe eine Freundin an, schalte mit einem Roman auf dem Balkon ab, wo endlich erträgliche Temperaturen herrschen, oder mache kurzentschlossen einen Spaziergang ans Wasser. Eine völlig spaßbefreite Autorin schreibt keine mitreißenden Bücher, das ist wohl klar.