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Danke, Jesus: Die Wunder der letzten Woche

Gerade kommen wir von einer Woche auf der Nordseeinsel zurück. Unterwegs gab es jede Menge Gründe, sich erst Sorgen zu machen, dann zu beten und sich anschließend zu freuen:
Trotz der sprichwörtlichen Zuverlässigkeit der deutschen Bahn, unserer Räder mit Packtaschen und Sturm auf der Nordsee liefen An- und Abreise komplett glatt. Die Angst, dass wir als Letzte das Schiff verlassen und die Zubringer-Minibahn längst abgefahren ist, bewahrheitete sich nicht: Wir waren nach einem einzigen Pkw die Ersten, die von der Fähre aufs Festland gewunken wurden.
Egal, welches logistische, platzmäßige oder zeitliche Nadelöhr es gab: Alles ging glatt, danke Jesus.

Während wir verreist waren, wurde unser Stromzähler getauscht: Ein Stromausfall und diverse geplatzte Sicherungen während unserer Abwesenheit waren die Folge. Ich hatte einen ziemlichen Horror davor, nach Hause zu kommen und erstmal in eine riesige Pfütze Gammel-Gemüse und Schimmel-Vorräte aus dem Tiefkühler zu stolpern. Also betete ich, dass wie-auch-immer der Kühlschrank weiter lief. Als wir zurück nach Hamburg kamen, waren alle Sicherungen raus gesprungen, bis auf die für den Kühlschrank. Danke, Jesus.

Ich verlor unterwegs zwischen Strand und Wald einen Handschuh und merkte es erst einen Tag später. Natürlich hatte ich ein zweites Paar Handschuh mit, sie sind aber zu dünn, um damit ernsthaft im Winter am Meer unterwegs zu sein. Vernünftige Handschuhe sind sehr teuer und auf der Insel waren die meisten Geschäfte noch geschlossen. Also betete ich und wir fuhren einen Teil der Strecke mit dem Fahrrad ab, als wir sowieso in dieser Richtung unterwegs waren. Trotz Sturm und Regen fanden wir den Handschuh, den jemand Nettes aufgehoben und in einen Baum gehängt hatte. Danke, Jesus!

Zwei Tage nach einer geführten archäologischen Wanderung fand ich am Strand ein steinzeitliches Werkzeug. Ich bin wirklich kein Profi und kann mich irren, aber es weist alles auf ein authentisches Artefakt hin. Und nach Jahren, in denen die Wellhornschnecken fast ausgestorben waren, fand ich endlich wieder ein perfektes Schneckenhaus dieser imposanten Art. Das mag für viele völlig sinnlos klingen, aber als „Schatzsucherin“ freue ich mich sehr intensiv über Preziosen wie Steinzeitwerkzeug und Schneckenhäuser. Es macht mich einfach glücklich – danke, Jesus.

Als wir auf dem Deich entlang radelten, ergriff mich eine so heftige Böe, dass ich im Sekundenbruchteil mit dem Rad vom Deich geweht wurde. Ich fand mich nach einem Überschlag im Gras wieder – zum Glück war hier der steinharte Teerdeich längst zu Ende und ich blieb komplett unversehrt. Danke, Jesus.

Was ich damit sagen möchte:
Jesus hat nun wirklich Wichtigeres zu tun, als sich um unseren Kühlschrank, verlorene Handschuhe, einen Salto den Deich hinab oder Strandfunde zu kümmern.
Und dennoch erhört er meine Gebete oder macht mir einfach so eine Freude.
Wie sehr also kümmert er sich um uns, wenn es wirklich brenzlig wird?!
Und warum vertrauen wir darauf so wenig und suchen unsere Sicherheit in eigenen Anstrengungen?

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Jemand betet für dich – wenn du willst

„Du hast etwas auf dem Herzen?
Gib dein Anliegen ein – anonym und ohne Anmeldung! Unsere Beter werden es Gott vortragen.
Bei amen.de kannst du deine Sorgen Menschen anvertrauen, die dafür zu Gott beten. Anonym und doch persönlich. Denn die Beter können dir kurze Ermutigungen zukommen lassen, selbst wenn du deine E-Mail-Adresse nicht angegeben hast. Und du kannst „deine“ Beter mit Updates auf dem Laufenden halten, wie Gott bei deinem Anliegen gewirkt hat. Probiere es aus!
Warum sollte ich das tun?
Christen glauben, dass Gebet Wirkung hat. Und ganz besonders, wenn sich viele Menschen gemeinsam an Gott wenden.
Egal, ob dich etwas belastet, du Klarheit bei einer bestimmten Frage brauchst oder jemand in deiner Umgebung (oder du selbst) gesundheitliche Hilfe brauchst:
3155 Menschen sind bereit, für dein Anliegen zu beten. Zuhause oder unterwegs – wo auch immer sie gerade deine Nachricht erhalten.
Nenne uns dein Gebetsanliegen – anonym und ohne Anmeldung – und erlebe, wie viele Menschen dein Anliegen aufgreifen, dir Mut zusprechen und dein Anliegen vor Gott bringen.

Bete mit!
Sei Teil einer Bewegung und erlebe die Kraft des Gebets! Melde dich an – E-Mail-Adresse genügt!“

Ich finde es großartig, welche kreativen und hilfreichen Aktionen es über das Internet gibt: Petitionen für Themen von Deutschland bis Indonesien; Micro-Kredite für Bäuerinnen und Bäckerinnen in Entwicklungsländern; Anleitungen für so gut wie alles, um weniger Industrieerzeugnisse zu konsumieren; feministische Aktionen; Blogs, die mir inzwischen alle Interior-Magazine der Welt ersetzen; Predigten von Gottesdiensten überall auf der Welt.
Und so großartige Erfindungen wie amen.de, wo Menschen wie du und ich für (wildfremde) Menschen wie dich und mich beten. Völlig egal, ob die Menschen, die dort ihr Anliegen schildern, irgendetwas mit Gott und Glauben zu tun haben oder nicht.
Egal – Gebet ist für alle da und hier wird es sehr liebevoll und ermutigend praktiziert. Von Christen für Christen ebenso wie von Christen für „Weiß-nicht-ob-ich-es-glaub-aber-schlechter-als-jetzt-kann’s-nicht-mehr-werden“-DenkerInnen.
Ein wirklich wertvoller Dienst, den die beteiligten Personen aller Generationen dort leisten!

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Tod eines Geschirrschranks

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Am Tag vor unserer Abreise nahm ich mir frei, um in Ruhe die Wohnung aufzuräumen, zu waschen, zu bügeln, zu packen, in die Bücherhalle zu gehen und den Friseur zu besuchen:
Alles, um es während der Reise schön zu haben und nach der Rückkehr in ein Heim zurück zu kommen, das uns willkommen heißt.
Abends um kurz vor 22.00 Uhr trocknete ich die letzten Geschirrteile ab, die nicht mehr in die Spülmaschine gepasst hatten, und ging damit zum Geschirrschrank. In genau diesem Moment krachte der Schrank in sich zusammen, der Inhalt rutschte in beeindruckendem Tempo nach vorn auf meine nackten Füße und den Fußboden, wo das Meiste zerbrach. Der Boden des Schranks sackte nach unten weg, die Regalbretter hingen alle schief. Nach dem ersten Schreck stieg ich vorsichtig aus den Scherben und dankte Gott, dass meine Füße vollkommen unversehrt geblieben waren und mich nichts am Kopf oder im Bauch getroffen hatte.
Während mein Verlobter und ich uns die Bescherung ansahen und einzelne Stücke, die heil geblieben waren, heraus holten, klingelte unser besorgter Nachbar. Wir zeigten ihm die Bescherung, nahmen selbst einige Bilder zur Dokumentation auf und schleppten eimerweise Scherben zur Mülltonne.
Da wir am nächsten Morgen bereits um kurz nach 4.00 Uhr aufstehen wollten, um nach Stockholm zu fliegen, drängte die Zeit, vorher noch etwas schlafen zu können. So bemühten wir uns, das Gröbste zu beseitigen, den Boden von Splittern zu befreien und dennoch zügig ins Bett zu kommen.
So ärgerlich dieser Start in den Urlaub war:
Ich danke Gott, dass er mich bewahrt hat und ich keine Verletzungen davon trug.
Ich danke Gott, dass es vor unserem Urlaub passierte, sodass wir uns unterwegs erholen und geistig darauf vorbereiten konnten, welche Arbeiten nach der Rückkehr anstehen (Schrank demontieren, Geschirr reinigen und sortieren, Schrank und Geschirr ersetzen).
Ich danke Gott, dass ich im Urlaub Zeit hatte, zumindest einige Stücke (wie zwei Kuchenplatten) zu kaufen und somit relativ entspannt für etwas Ersatz sorgen konnte.
Und so sehr mir die Einrichtung am Herzen liegt, so sehr ich Tischkultur liebe:
Ich danke Gott, dass er mich daran erinnert, mein Herz nicht zu sehr an Gegenstände zu hängen.

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Zu spät!

„Im Leben der meisten von uns gibt es Zeiten,“ bemerkte William Edward Hartpole Lecky,
„in denen wir alles dafür geben würden, so zu sein, wie wir gestern waren,
obwohl dieses Gestern ungewürdigt und ohne dass wir es genossen haben an uns vorbeigezogen ist.“

schrieb Gretchen Rubin in „Das Happiness-Projekt. Oder: Wie ich ein Jahr damit verbrachte, mich um meine Freunde zu kümmern, den Kleiderschrank auszumisten, Philosophen zu lesen und überhaupt mehr Freude am leben zu haben“

Die Rezension des Buchs folgt in Kürze!

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Schrecksekunden

Manchmal passieren urplötzlich Dinge, von denen man erwartet und zutiefst gehofft hat, dass sie sich nie ereignen. Von jetzt auf gleich scheint das Leben so zerbrechlich und so leicht zu erschüttern, dass man es kaum glauben mag.
Gut, wenn es glimpflich abläuft und man kurze Zeit später in der Sonne steht, blinzelt und überwältigt ist, weil man noch einmal davon gekommen ist.
Und sich auf den Schock einen riesigen, vor Zucker und Fett strotzenden Schokoladenkuchen gönnen kann, während sich die Atmung langsam beruhigt.

Stärkt die kraftlosen Hände!
Lasst die zitternden Knie wieder fest werden!
Sagt denen, die sich fürchten: „Fasst neuen Mut! Habt keine Angst mehr, denn euer Gott ist bei euch!“
Jesaja 35, Vers 3-4

Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
2. Timotheus 1, Vers 7

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Engel im Einsatz

Vor kurzem wurde meine Kollegin mir zum Engel, und das war so:
Morgens früh war eine Lok auf der Strecke entgleist, die ich täglich zur Arbeit nehme. Trotzdem kam ich pünktlich in der Praxis an. Abends fragte ich meine Kollegin, als wir beide am Aufräumen waren, ob wir zusammen mit der S-Bahn fahren. Sie war jedoch mit dem Auto gekommen, sodass wir uns auf dem Parkdeck trennten. Ich spurtete zur S-Bahn, die in diesem Moment einfuhr, und sprang gerade noch hinein. Doch statt los zu fahren, kam eine Durchsage, dass die Bahn aufgrund der Bergungsarbeiten noch fünf Minuten warten müsse. Einige Zeit später folgte die Information, dass der Zugverkehr bis auf Weiteres komplett eingestellt sei und ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet würde. So strömten mehrere Hundert Menschen nach unten auf die Kreuzung, wo alle irritiert warteten. Nach kurzer Zeit wurde deutlich, dass die Busse noch lange brauchen würden, bis sie kämen – und dass längst nicht alle in die Busse passen würden. Ich ärgerte mich, dass ich nicht meine Kollegin gefragt hatte, ob sie mich im Auto mitnimmt – so hätten wir eine Runde schnacken können und ich hätte nicht draußen vor den Toren Hamburgs festgesessen.
Da es sehr kalt und windig war, hatte ich keine Lust, unnötig lange draußen im Dunkeln zu stehen und stellte mich in einer Drogerie unter. Während ich dort im Warmen stand und meine letzte Birne aß, betrat plötzlich meine Kollegin das Geschäft – ich dachte, sie sei längst auf der Autobahn. Beide waren wir ganz überrascht, uns zu sehen, weil wir von der jeweils anderen angenommen hatten, sie sei schon in der Stadt.
Sie erzählte, dass ihr Freund gerade angerufen habe, als sie losfahren wollte und ihr noch einige Einkäufe aufgetragen hatte. Zuerst wollte sie in die Drogerie und dann in den Supermarkt, änderte die Reihenfolge jedoch – wäre sie bei ihrem Plan geblieben, hätte wir uns nicht getroffen.
Wir waren beide ganz aus dem Häuschen, weil das Zeitfenster, in dem wir uns zufällig hätten treffen können, so klein war – und weil wir durch verschiedene Zufälle einander doch wieder über den Weg gelaufen waren. Hätte ich nicht in der Drogerie gestanden, sondern nebenan beim Bäcker, hätte ich sie verpasst.
Unendlich viele Möglichkeiten bestanden, und nur ein einziger „Zufall“ machte es möglich, dass ich an diesem Abend doch warm und zügig nach Hause kam.
Ich bin sehr sicher, dass Gott dafür gesorgt hat.

 

 

 

 

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Fernsehsendung zum Locked-In-Syndrom

Der WDR hat im letzten Jahr eine Sendung zum Thema „Wachkoma“ und „Locked-In“ gedreht, die heute auf 3sat ausgestrahlt wurde. Dabei wurde vorrangig die Fragestellung behandelt, ob es „austherapierte“ Patienten gibt, ob alle Wachkoma-Patienten korrekt als solche diagnostiziert sind und welches Potential das Gehirn trotz dieser Diagnose hat.

Bezüglich der Frage, woran man erkennt, wie weit der Wachkoma-Patient seine Umgebung wahrnimmt und wie intakt die kognitiven Prozesse trotz des Unfalls sind, wurden eine Reihe Patienten im Uniklinikum Lüttich eine Woche lang intensiv untersucht. Da im Kernspintomographen zwar Aktivität in einzelnen Regionen des Gehirns sichtbar gemacht werden kann, nicht jedoch die Reaktionen eines vollständig gelähmten Menschen auf Anfrage beurteilt werden können, stellte einer der Ärzte folgende Aufgabe:
„Ich stelle Ihnen eine Frage. Wenn Sie ’nein‘ antworten wollen, denken Sie daran, wie Sie Sport machen. Wenn Sie ‚ja‘ antworten wollen, denken Sie an (…)“
Dadurch werden bestimmte, lokalisierbare Regionen des Gehirns stimuliert (wie in diesem Beispiel die Bewegungsplanung und das geistige Erleben einer Bewegung), wodurch die Ansprechbarkeit und das Sprachverständnis des Patienten durch rot leuchtende Aktivität im entsprechenden Hirnareal eingeschätzt werden können.

Inwieweit ein Patient „austherapiert“ ist oder sein kann, ist derzeit vorrangig eine Frage der finanziellen Mittel der Krankenkasse bzw. deren Bereitschaft, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.
Andererseits weiß ich aus meinem Alltag, dass es mehr Spaß macht, einen Patienten zu therapieren, der aufgrund meiner Bemühungen Fortschritte zeigt, als einen Patienten zu behandeln, um den status quo zu halten. Beides erfordert Einsatz, aber nur das erste vermittelt den Eindruck, erfolgreich zu sein.
Und ich weiß, dass man als Therapeutin einen Patienten nach Jahren der Therapie „satt haben“ kann, dass einem die Ideen ausgehen, dass man trotz Dialog im Kollegenkreis auf der Stelle tritt – dies bedeutet jedoch nicht, dass für den Patienten nichts mehr getan werden kann: Es bedeutet, dass ich als Logopädin an meine Grenzen komme, weil ich tue was ich kann, aber weder Engel noch Heilige bin. Dann bietet sich ein Therapeutenwechsel an oder der Versuch eines neuen Behandlungskonzepts außerhalb der eigenen Praxis.
Nicht jedoch sollte an dieser Stelle der Patienten abgeschrieben und entlassen werden!
Die Frage nach dem Sinn der Therapie ist eine Frage nach dem ‚wie‘, nicht eine Frage nach dem ‚ob‘!