aufmerksam

Kindermund: Ganz neu

Szenen aus meinem Alltag als Logopädin

Thema Gegensätze, ich stelle ein Beispiel vor:
„Wie ist die Oma? Alt ist die Oma.“
Kind: „Ja.“
Ich: „Wie ist das Baby?“
Kind: „Neu!“

Wir besprechen die Jahreszeiten.
Ein Hamburger Jung, ganz der Experte, zum Frühling:
„Es regnet, aber nicht so viel wie immer.“

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Warum ich meine Kirchengemeinde liebe

Heute nach dem Gottesdienst.

Während Christian* die Noten vom Bösendorfer sammelt, gehe ich zu ihm hinüber und frage ihn, ob er Zeit hat, uns am 35.89.2014 bei der Trauung musikalisch zu begleiten.
Daraufhin geht ein Strahlen über sein Gesicht, er versichert mir, dort keinesfalls vorzuhaben in den Urlaub zu fahren und gerne die Orgel und den Flügel für uns zu spielen. Voller Begeisterung beglückwünscht er mich zu dem anstehenden Ereignis, notiert es sich sofort im Taschenkalender, und schwärmt anschließend von Hochzeiten und wie gern er für uns das Musikalische übernimmt und wie gern er an die Hochzeit seiner Tochter im letzten Jahr denkt. Und was ich so vorhabe und wie man das instrumentieren könne und dass wir uns bald etwas Passendes dafür ausdenken sollten. Und wer sich noch so alles anbieten würde, zum Beispiel Louise* mit der Violine, und die bekäme doch sicher aus ihrem Orchester noch SpielerInnen dazu organisiert.
Da Christian voller Begeisterung mit der Planung loslegt und ich nicht zu meinem Verlobten zurückkehre (der bisher gemütlich in der Kirchenbank saß), schlendert er nun doch zu uns hinüber und wird von Christian mit großer innerer Anteilnahme beglückwünscht. Angesichts Christians Rührung (der als Wissenschaftler nun wirklich ein gestandener Mann ist, der stets die Ruhe weg hat), werde ich selbst ganz ergriffen.

Wir gehen Richtung Foyer.
Ich nähere mich zwei älteren Damen im Gespräch, warte kurz, bis sie ihre Aufmerksamkeit auf mich richten und begrüße sie: „Guten Morgen Ingrid*, guten Morgen Gertrud*, ich schleiche mich hier so an, weil ich ein Attentat auf euch vorhabe.“
Gertrud, lachend: „Na, Marie, das habe ich mir schon gedacht!“
Ich: „Ja, folgendes: Wir heiraten am 35.89.2014 und ich würde mich freuen, wenn ihr mir beim Sektempfang helft – als Braut kann ich ja schlecht selbst servieren.“ Dann erkläre ich kurz den Ablauf des Tages und werde herzlich von beiden mit Freude überschüttet:
Ingrid: „Ach, das ist aber schön! Wie freu ich mich da für euch! Wir haben hier auch geheiratet…“
Gertrud: „…und wir auch. Da war der Clubraum gerade fertig, aber da passten nur 40 Gäste rein…“
Ingrid: „- ach, aber wir hatten auch nur 40 Gäste und das ging doch alles gut….“
Beide schwelgen in Erinnerungen und freuen sich, wie gut Vergangenheit und nahe Zukunft zusammen passen. Dann werden sie praktisch:
Ingrid: „Ja, dann komme ich so gegen 13.00 Uhr, das schreib ich mir gleich auf. Und ach, die Ingelore* kannst du auch gleich fragen, ob sie mitmacht.“ (Besagte Ingelore hatte mich vor dem Gottesdienst bei der gleichen Bitte liebevoll gedrückt und versprochen, sollte sie nicht mit Ingrid auf Korsika sein, natürlich beim Servieren mitzumachen. Und wie gern sie das doch täte, wo sie sich doch so genau daran erinnert, wie sie damals die Woche vor ihrer Trauung die ganze Zeit Servietten gefaltet hat.)
Gertrud: „Ja, ich bin auch dabei. Was sagst du, Ingrid? 13.00 Uhr? Ist gut, notier ich mir.“
Beide kritzeln eifrig in ihre winzigen Taschenkalender und fühlen sich kein bißchen zu einem pflichtschuldigen Arbeitseinsatz genötigt.

Anschließend treffen wir im Gemeindesaal auf die anderen Gottesdienstbesucher, wo es zu Ehren eines Missionarspaares Dias von ihrer Arbeit, Franzbrötchen und Brezeln für alle (statt nur Kaffee wie sonst) gibt. Die beiden werden seit vielen Jahren von unserer Gemeinde unterstützt, nun sind sie im Rentenalter und immer noch viel im Einsatz. Während die Ehefrau des Missionars die Dias erläutert, zeigt mir Katja* das Fotoalbum ihrer Hochzeit aus dem letzten Jahr. Natürlich war ich bei der Trauung dabei, aber als angehende Braut hat Frau auf die Dekoration der Kirche und die nötigen „Umbaumaßnahmen“ in Gottesdienstraum und Foyer doch einen anderen Blick. So zeigt sie mir eifrig Bilder und wir tauschen uns sehr offen aus, wie viel Budget für welche Posten zu veranschlagen sind.
Beim Hinausgehen werde ich von Annika* umarmt, die ständig überall in der Welt unterwegs ist und gerade mit ihrem englischen Mann für eine Familienfeier nach Deutschland gekommen ist. Ihr erzähle ich kurz, dass ihr Vater mir letzten Sonntag ihr Hochzeitsalbum mitgebracht und gezeigt hat, damit wir uns besser vorstellen können, wie wir das Ganze planen. Daraufhin berichtet sie mir, was für großartige Ideen sie von einer anderen Hochzeit mitgenommen hat (leider war ihre eigene da schon vorbei…). Aber vielleicht ist es für uns das Richtige?

Mein Verlobter auf der Rückfahrt mit der U-Bahn: „Also ihr Baptisten habt schon eine ganz eigene Euphorie, wenn es um die Gemeinschaft geht. Bei uns Katholiken hätten sich auch alle gefreut, aber die Gemeinde hier sprudelt ja vor Begeisterung, bloß weil wir heiraten!“

Darum liebe ich meine Gemeinde:
Wir bilden ein großes Gefüge, in dem JedeR einen Platz findet. Demnächst gibt es wieder eine Gemeindeversammlung: Dann wird es um Finanzielles und die Pläne für das neue Jahr gehen. Die Wellen werden hochschlagen, es werden alle Plädoyers für ihren Standpunkt halten, es wird heftige Streitgespräche und herzliche Dankesreden geben. Eine schier endlose Reihe an Abstimmungen erfolgt ebenfalls. Das nennt man Basisdemokratie, und die ist uns Freikirchlern wichtig.
Zum Schluss werden wir hungrig und etwas sehr erschöpft zu einem verspäteten Mittagessen nach Hause gehen.
Doch letztlich zählt, dass wir uns im Herzen doch trotz der persönlichen Macken alle gern haben und wissen, dass DER, wegen dem wir uns in der Kirche versammeln, uns noch viel mehr liebt, als das Gemeindeglieder untereinander tun können.

 

*Alle Namen wie immer geändert.

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Das Für und Wider der „Hochzeitsbranche“

Sehr zwiespältig sehe ich auf all die Angebote, die einer Braut zur Verfügung stehen, um die Hochzeit zu planen. Einerseits finde ich es wichtig, von Profis Hinweise zu bekommen, die mir als Nicht-Eingeweihter fehlen. Meine eigenen Ideen und Vorstellungen sind wertvoll, damit es unsere Hochzeit wird und keine Kopie aus einem Hochzeitsmagazin. Dennoch gibt es viele Fragen, die ich gerne stelle beziehungsweise die mir gestellt werden, damit die Umsetzung klappt. Dass für einen außergewöhnlichen Tag besondere DienstleisterInnen kontaktiert werden, ist ebenfalls sinnvoll – wie viele und wie aufwendig diese arbeiten, bleibt die eigene Entscheidung.

Dass es jede Menge Frauen gibt, die mindestens tausend Euro in ein Kleid investieren, was sie genau einmal tragen (insofern ist der Begriff „Investition“ an dieser Stelle völlig lächerlich), ist mir bewusst. Dass all die schönen Ideen von professioneller Florsitik über „Sweet Tables“ und „Braut Partys“, mit einander addiert, ein stattliches Budget erfordern, ist naheliegend. Dass dieser Aufwand oft jedes Maß der Verhältnismäßigkeit sprengt, um „ein Mal im Leben Mittelpunkt des Interesses zu sein“, finde ich jedoch unglaublich. Unglaublich insofern, als dass es von der Emanzipation der Frau über Analphabetismus bis Atomreaktorunfälle hinreichend Zustände auf der Welt gibt, die wichtiger sind und unseren Einsatz verdienen.
Ganz im Ernst: Wie sähe die Welt aus, wenn all das Engagement eifriger Bräute statt in die Blumendeko in die Überwindung des Hungers eingesetzt würde?
Da wir trotz des weltweiten Elends unsere Hochzeit feiern wollen, versuche ich, möglichst ressourcenschonend und schlank in der Finanzierung zu planen:
Mein Kleid wird hier in Hamburg von einer Schneiderin angefertigt, mit der Zielsetzung, ein festliches Kleidungsstück für alle Gelegenheiten zu werden.
Die Ringe werden ebenfalls in Hamburg von einem Goldschmied hergestellt, der hundertprozentig ecofaires Gold benutzt – Omas Ring wird im Zuge dessen eingeschmolzen und mitverwendet. Somit handeln wir regional, ökologisch und von den Produktionsbedingungen fair.
Alle Einladungen basteln wir selbst, die Dekoration ebenfalls, pompöse Aktionen zur Aufwertung des eigenen Images‘ gibt es nicht.
So sollte frau denken, dass sich der Aufwand (insbesondere finanziell) im Rahmen hält.
Ha!
Was mich wirklich schockiert ist die Tatsache, dass wir uns jede Menge Raffinessen sparen (keine Feier auf dem Schloss, keine Livemusik, kein DJ, kein Servicepersonal, keine geliehenen flatternden Tauben, keine Limousine usw. usf.), so viel wie möglich selbst organisieren oder ehrenamtlich machen lassen und dennoch so viel Zeit, Energie und Geld (ver)brauchen.

Gut, dass nur einmal im Leben geheiratet wird (sollte ich je geschieden werden, würde ich mir eine zweite Hochzeit sparen, sollte es einen zweiten Mann geben), sonst gäbe es kaum Frauen, die Zeit und Geld zur Verbesserung der unwürdigen Zustände in dieser Welt übrig hätten.

 

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Dennoch schlägt mein Herz für Ästhetik: So schön sah unsere Kirche bei einer anderen Trauung aus…

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Unikat: Kissen in Rosétönen mit Flicken-Optik

 

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Wunderschöne Probestücke aus dem Innenausstattungsgeschäft habe ich zu einem Kissen aus verschiedensten Materialien und Mustern zusammengefügt. Als Basis dient ein roséfarbener Stoff mit Leinenstruktur aus einer Fasermischung, auf den ich gestreiftes Leinen, Baumwolle mit Toile-de-Jouy-Mustern sowie ein Stoffstück mit einer Rose aus Seidensamt applizierte.
Hier sind die Fotos „während des Geschehens“ zu sehen. Sobald ich Zeit und gutes Licht habe, ergänze ich Bilder vom fertigen Kissen.

 

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Mehr Kreatives ist bei RUMS , bei Art of 66 und bei French Country Cottage zu entdecken.

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Die Seele der Frau

 

Ruth ist vielleicht eine attraktive, starke Frau gewesen,
aber was Boas letzlich für sie einnimmt sind ihr beharrlicher Mut,
ihre Verletzlichkeit und ihr Vertrauen auf Gott.

Esther ist die mit Abstand schönste Frau im Land,
aber es sind ihre Tapferkeit und ihr überwältigend gutes Herz,
die den König bewegen, ihre Landsleute zu verschonen.

 

aus: Stacy Eldredge „Mehr als alles hüte dein Herz“, Brunnen Verlag

 

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Kindermund: Wie wertvoll ist ein Fisch?

Szenen aus meinem Alltag als Logopädin

Ein Siebenjähriger erzählt mir:“Ich bekomme Kampffische, die kosten fünf Euro zusammen. Da kostet dann ein Fisch zwei Euro und der andere drei Euro.“
Als ich ihm erklären wollte, dass beide Fische gleich viel kosten und wie ich ihm das vorrechnen kann, wurde er sehr ärgerlich…

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Frauen in Zahlen: Mehr Fairplay, bitte

Der folgende Text wurde zitiert aus der „Brigitte“, zu finden unter Infografiken.

Manchmal sagen Zahlen mehr als viele Worte. Wir haben einige interessante, verblüffende und auch ärgerliche Zahlen über Frauen gesammelt und verbildlicht (Grafiken siehe Link).
Klar ist: Es läuft noch einiges schief in der Welt.

Gewalt gegen Frauen
Jede dritte Frau ist einmal in ihrem Leben Opfer von psychischer, körperlicher oder sexualisierter Gewalt geworden.

Sexismus
Mindestens jede dritte Frau hat schon Sexismus erlebt. Aber nur jeder zehnte Mann hält Sexismus für ein Problem in der Gesellschaft.

Chancengleichheit
Die zehn besten Länder für Frauen
1. Island, 2. Finnland, 3. Norwegen, 4. Schweden, 6. Irland, 7. Neuseeland, 8. Dänemark, 9. Philippinen, 10. Schweiz, 13. Deutschland

Ernährung
In Entwicklungsländern werden rund 80% der Grundnahrungsmittel von Frauen produziert.
Aber nur 10% der Anbauflächen in Entwicklungsländern gehören Frauen.

Frauen im Vorstand
Es gibt 160 börsennotierte Unternehmen in Deutschland. Nur eines hat eine Frau als Vorstandsvorsitzende.

Die Gehaltserniedrigung
Frauen verdienen in Deutschland 22% weniger als Männer.

Haus?Frau!
Wer macht bei Ihnen zu Hause die Hausarbeit?
44%  überwiegend die Frau
30% halbe-halbe
23% ausschließlich die Frau
3% überwiegend der Mann

aufmerksam, kreativ

Unikat: Kissen mit Korallen

 

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Aus bedrucktem Leinen nähte ich ein Patchwork-Kissen. Die Stoffstücke dienten als Muster einer sehr exclusiven Interior-Marke, um anhand dessen in einem Raumausstattungsgeschäft Stoffe auszuwählen.
Aneinander genäht ergaben sie ein schönes kleines Kissen mit den Maßen 30 x 30cm. Um die Kanten der Soffe zu akzentuieren, nähte ich ein Kreuz aus dünnem schwarzen Satinband auf. Die Basis des Kissens fertigte ich ebenfalls aus hochwertigem Leinen mit schöner Struktur.

 

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Mehr Kreationen und Inspirationen sind heute zu finden bei RUMS und der Revival Link Party