aufmerksam, glaubhaft

Und immer wieder im Kreis: Warum eingefahrene Gewohnheiten keine neuen Lösungen bringen

Bei plötzlich sommerlich-warmen Temperaturen Anfang April saß ich auf dem Balkon, auf dem ich meine „Dreck-Tischdecke“ ausgebreitet hatte. Darauf standen diverse Holzkisten und -kränze, die ich mit hellgrünem Lack strich. Bis ich mit dem letzten Teil fertig war, konnte der erste Gegenstand schon fast den zweiten Anstrich vertragen, so schnell trockneten die Werkstücke.
Während ich eine Kiste grundierte, fiel mir ein Käfer auf einem der Holzkränze auf:
Immer und immer wieder lief er die komplette Länge des Kranzes rund herum ab, bis er wieder neben meinem Knie am Ausgangspunkt ankam. Dann reckte er sich in die Luft, klappte die Flügel auseinander und versuchte, abzuheben – ohne Erfolg. Es lag nicht an der feuchten Farbe, die war zum Glück trocken, sodass er sich ungehindert bewegen konnte.
Nur: Warum lief er immer weiter im Kreis?
Und warum startete er nicht zum Flug?

Mich erinnerte diese Beobachtung an uns Menschen:
Wie häufig tun wir wieder und wieder das Gleiche und hoffen irriger Weise darauf, dass es dieses Mal einen besseren Ausgang gibt?
Warum versteifen wir uns auf bestimmte Verhaltensweisen und wundern uns dann, dass uns das Ergebnis jedes Mal nicht befriedigt?
Interessanter Weise fällt uns an unseren Mitmenschen auf, wenn sie in bestimmte Gewohnheiten verfallen und wir nicht nachvollziehen können, warum sie sich auf bestimmte Verhaltensweisen festlegen. Bei uns selbst ist das etwas gaaanz Anderes! Niemals würden wir irrigerweise wieder und wieder das Selbe tun und dabei darauf hoffen, dass es jetzt klappt. Oder dass es jetzt einen Durchbruch ganz anderer Art geben könnte.
Oder?

Mir hat dieser kleiner Käfer jedenfalls einen Spiegel vorgehalten.
Und ich dachte:
Wie oft muss Gott sich wundern, dass ich ihm wieder und wieder die gleichen Sorgen klage, statt einerseits auf seine Hilfe zu vertrauen und andererseits einfach mal eine neue Richtung einzuschlagen, weg von dem ständigen Im-Kreis-laufen?
Wie gut, dass er mich dennoch liebt…

Buchtipp:
Wer sich nach mehr Freude und einem Glauben, der im Alltag praktisch wird, sehnt, schaue sich gern mein Mitmach-Buch „Wo die Freude wohnt“ an. Kreative Ideen, Gebete, Reflexionsübungen laden in die Räume der „Villa der Freude“ ein, wo mit Körper und Seele Gott erlebt werden kann.

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