aufmerksam, feminin, kreativ

Einfachen Adventskalender basteln: Mutmachende Botschaften für Kollegin und Freunde

Meine Kollegin ist Single und so langsam hat sie wirklich die Nase voll von Corona und dem eingeschränkten Sozialleben.
Daher bastle ich für sie einen Adventskalender, der sie hoffentlich aufmuntert und inspiriert:
Dazu suchte ich 24 Gebete, Ermutigungen und fröhliche Sprüche zusammen. Zugegebenermaßen entstand eine sehr wilde Mischung von Romanzitaten bis Meditation, aber damit hege ich die Hoffnung, dass etwas Passendes dabei ist.
Ich druckte die Zitate in verschiedenen Schriftarten auf buntes Papier und schnitt sie auseinander. Aus Motivpappe fertigte ich eine feste Hülle, ähnlich eines Briefumschlags, um die Zettelchen darin unterzubringen und schön zu überreichen. Jeden Tag kann sie eine mutmachende Botschaft nach dem Zufallsprinzip aus der Hülle ziehen.
Und wo ich gerade am Basteln bin, werde ich für meine drei Damen im Verlag (Zeitschriftenredaktion, Buchlektorat und Onlinemedien) auch gleich einen Adventskalender fabrizieren.
Normalerweise habe ich wenig Nerv, Weihnachtsgrüße zu gestalten, weil ich meine ganze Kraft auf ein gelungenes Adventsprogramm für die SeniorInnen fokussiere.
Aber als ich neulich feststellte, dass ich meine Partnerinnen im Verlag viel zu wenig lautstark wertschätze, kümmere ich mich mit meinen kleinen, bunten Sprüche-Kalender um eine schöne Überraschung.
Er lässt sich perfekt verschicken und der zeitliche Aufwand ist, verglichen mit anderen komplexen Adventskalendern, noch überschaubar.
Mal gucken, ob ich damit den passenden Nerv treffe…

Gern würde ich meine Sprüchesammlung hier als PDF im Download anbieten, aber wegen des strittigen Urheberrechts meiner diversen Quellen lasse ich es lieber bleiben.

aufmerksam

Fit und froh: Power für die Pause in Schule, Therapie und Gruppenstunden

Ob in der Gruppenstunde, der Therapiesitzung, der Reha oder in der Schule:
Regelmäßige Pausen sind wichtig für die Fitness und die Konzentration. Damit auch die Seele profitiert, habe ich „Fit und froh: Power für die Pause“ zusammengestellt. Die Aktionsblätter versammeln ein inspirierendes Zitat, meine Übungen aus dem Lachyoga sowie Lockerungsübungen. Ein anfeuernder Ruf und artikulatorische Übungen wie frische Zungenbrecher runden die Auszeit ab.

Kostenlos zum Herunterladen für Pädagoginnen, Therapeutinnen, Lehrerinnen und Eltern:
Fit und froh 1

Fit und froh 2

Fit und froh 3

Fit und froh 4

Fit und froh 5

aufmerksam, glaubhaft, Presse

Mein Gebet „Halte inne, meine Seele“ in der Zeitschrift „Lydia“

Lang erwartet bekam ich heute die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Lydia“ per Post.
Darin, direkt hinter dem Leitartikel: Mein Gebet „Halte inne, meine Seele“, ganzseitig mit einem stimmungsvollen Bild.

Halte inne, meine Seele,
der Boden, auf dem du stehst, ist heilig.
Gott ist hier – unsichtbar und unhörbar,
aber umso mächtiger.
Er umgibt dich.

Halte an, meine Seele,
wo eilst du hin?
Alles, was du brauchst, ist hier.
Du stehst auf heiligem Boden,
Gott wartet direkt neben dir.
Wohin rennst du?

Halte durch, meine Seele,
Gott sorgt im Hintergrund für Veränderungen.
Er hat alles in der Hand, auch wenn dir
noch der Durchblick fehlt.
Du stehst auf heiligem Boden, egal,
wie die scheinbare Realität aussehen mag.

Halte inne, meine Seele.
Halte an, hier in seiner Gegenwart.
Halte durch, denn er trägt dich ans Ziel.

Amen

aufmerksam

Presse: Wo finde ich die Kraft, um andere zu trösten und zu leiten?

Als die erste Corona-Welle durch Deutschland rollte und besonders in den Senioren-Einrichtungen die Angst vor Ansteckung groß war, schrieb ich den Artikel „Kraft tanken, um im Alltag Kraft zu geben“. Jetzt ist der Text in der Fachzeitschrift „Aktivieren“ erschienen. Darin lud ich PflegerInnen und BetreuerInnen ein, sich mit essenziellen Lebensfragen auseinander zu setzen: Um angesichts der Bedrohung den Blick auf das Wesentliche zu lenken und gleichzeitig souverän mit den Befürchtungen der Senioren und Angehörigen umzugehen. Ich regte zu einer Suche nach Quellen der Hoffnung und Kraft an und bot Ideen zur Umsetzung. Zusätzlich stellte ich Fragen, um den Alltag auf Krisenfestigkeit abzuklopfen:

Welche Rollen habe ich?
Ehefrau, Freundin, Angestellte, Tochter, Schwester, Ehrenamtliche…
Welche Erwartungen werden an mich in den unterschiedlichen Rollen gestellt?
Wie viel Energie kosten sie mich? Bin ich zufrieden damit oder möchte ich manche Rollen aufgeben und dafür andere annehmen?

Wo tanke ich auf?
Und wo verliere ich die meiste Energie?
Wie sieht zwischen Ausbluten und Auftanken die Balance aus? Und was kann ich daran ändern?

Passen meine täglichen Aufgaben und meine Talente zusammen?
Wo möchte sich Potential entfalten, das bisher keinen Raum hat?
Welche Sehnsucht kann ich mir im Urlaub in Ruhe anschauen und überlegen, was ich damit machen will?

Welche Konflikte tauchen immer wieder auf?
Und welche schwelen unbenannt seit langer Zeit und rauben Energie?
Was ist mein Anteil daran?

Was ist mein Lebenstraum und wozu bin ich auf der Welt?
Lebe ich nur meinen Alltag oder gibt es etwas, das darüber hinaus weist und mir Sinn und Hoffnung gibt?

aufmerksam, glaubhaft

Mein Leben als Autorin: Wie die Wahrheit aussieht

August 2020, seit zehn Tagen haben wir in Hamburg Temperaturen über 30°C, und ich sitze mal wieder über dem Manuskript eines neuen Buchs.
Es ist mein fünftes Buchprojekt, nicht mitgerechnet den Jugendroman, den ich als Achtzehnjährige schrieb und seitdem nie gewagt habe, einen Blick hinein zu werfen. Zwei Fachbücher im Bereich Seniorenbetreuung habe ich veröffentlicht, ein drittes Fachbuch wird wegen schwieriger Rechtslage seitens einer esoterischen Gruppe wohl nie verlegt werden, und ein weiteres Buch ist hervorragend gelungen, aber leider viel zu dünn für den Druck.
In elf Zeitschriften-Ausgaben habe ich inzwischen meine Texte und Gebete veröffentlicht, sowohl in christlichen Verlagen als auch im Fachverlag für Seniorenbetreuung. Weitere Artikel liegen in den Redaktionen bereits bearbeitet und warten auf den Druck.
In zwei Kalendern sind meine Gebet ebenfalls zu lesen.

Diese Zahlen sammle ich gerade, da im Rahmen der Verlagsbewerbung für mein aktuelles Manuskript eine Liste der Veröffentlichungen erwartet wird. Also wühle ich mich durch meine Belegexemplare und bin mehr und mehr stolz, wie viel ich bereits geschafft habe.

Aber auch Frust gehört zu meinem Alltag, wenn ein Verlag kommentarlos die bescheidenen Honorare kürzt und ich hinterher telefoniere, um die „coronabedingte Situation“ zu verstehen.

Durch das affenheiße Wetter kann ich die freien Tage von meinem Hauptberuf nicht mit Aktivitäten genießen, also arbeite ich stur im stickigen Arbeitszimmer an meinem fünften Buch. Es ist diesmal kein Fachbuch, sondern lädt dazu ein, Gott im Alltag zu erleben. Jede Form von religiösem Gelaber spare ich mir, es ist ein reiner Ideenpool: Herausfordernd, praktisch, fröhlich, alltagskompatibel, sofort umsetzbar.

Was tue ich als Autorin wirklich, statt mit Crémant und belgischen Pralinen in einem englischen Landhaus die Ideen fließen zu lassen?
– Vor Hitze pausiert die Arbeit am eigentlichen Buch. Ich formuliere eine Einleitung, denn auch, wenn das Buch ausschließlich aus Anleitungen zu einer praktischen Verbindung von Glaube und Alltag besteht: Eine Einleitung bereitet die LeserInnen darauf vor, was sie erwartet. Und ebenso, was sie nicht finden werden, das ist mindestens genauso wichtig!

– Ich fange mit der verhassten, verhassten, verhassten Verlagsbewerbung an. Habe ich schon erwähnt, dass ich Verlagsbewerbungen hasse?
Meine Güte, bin ich froh, wenn ich mit einem Verlag bereits so lange zusammenarbeite, dass ein Anruf oder eine Mail reicht und ich den LektorInnen mein neustes Werk kommentarlos an den Hals schicken darf. Okay, mit drei einleitenden Worten, aber mehr auch nicht!
Da ich bisher aber kein Buch in einem christlichen Verlag veröffentlicht habe, muss ich die mistige, mistige Fleißaufgabe des Exposés durchackern.
Exposés sind so blöd, weil ich kein Werbefuzzi bin und schwer ins Grübeln komme, wie ich meine Hauptaussage in zwei überzeugenden Sätzen formuliere und damit von jeder lesenden Person im Lektorat sofort verstanden werde. Typisch Frau: Mich zu verkaufen finde ich schwer.
Klar kenne ich meine Zielgruppe, schließlich hatte ich sie beim Schreiben die ganze Zeit vor Augen. Aber sie in Marketing-Sprech darzustellen, ist einfach etwas anderes.
Genauso wie alle anderen fucking Aufgaben von Konkurrenzanalyse und Verkaufsargumenten und USP (warum können wir letztere nicht endlich mal zusammenfassen?) und Marketingmaßnahmen und Autorenvita. Letztere ist nicht ganzzzzz so schlimm, aber selbst die Autorenvita soll schwungvoll und nicht völlig einfallslos klingen.

Aber da ich vom Exposéschreiben sowieso Kopfweh kriege, kann ich auch die Verlagsbewerbung beginnen, wenn es über 30°C sind und ich eh Kopfweh habe.

– Da das Exposé eine Gliederung beziehungsweise ein Inhaltsverzeichnis des Manuskripts zum aktuellen Stand erfordert, baue ich mein ganzes Buch um. In der Hoffnung, damit strukturell klarer aufgestellt zu sein. Anschließend flimmern mir die Augen vom vielen Scrollen durch Textseiten und ich frage mich, ob es jetzt ernsthaft besser ist. Auf den ersten Blick ja, aber inhaltlich und didaktisch? Wirklich?
Ich zweifle meine Strategie stark an, streiche mir den Schweiß von der Stirn, speichere und mache den Computer aus. Für heute ist es auch egal. Mehr geht bei der Hitze gerade nicht.

– Noch eine super blöde Aufgabe, mit der ich mich herumschlage: Alle Verlage zusammenstellen, deren Programm zu meinem Buch passt. Und dabei von allen online die Kontaktdaten des Lektorats finden und eruieren, was sie im Exposé erwarten. Ha! Denn das Exposé schreibe ich nicht einmal für alle Verlage, nein, die kriegen alle ein individuelles. Ha! Macht das einen Spaß!

– So langsam frage ich mich, ob ich nicht doch einfach zum Manuskript zurückkehren soll. Große Ideen zum weiteren Inhalt habe ich nicht, aber überarbeiten geht immer: Irgendeine Ecke, die mehr nach Kladde als nach Buch aussieht, gibt es schließlich grundsätzlich bis kurz vor der Abgabe.

– Dann kümmere ich mich erstmal um eine Stärkung und koche etwas, das die Temperaturen in der Küche um weitere 3°C steigen lässt. Dabei passiert mir etwas absolut Blödes (irgendwas), das sich i-de-al als Einleitung für eine neue Anregung, Gott im Alltag zu erleben, eignet. Eigentlich könnte ich dem Buch auch den Arbeitstitel „Aus Scheiße Gold machen: Mit Gott im echten Leben unterwegs“ verpassen. Denn die Ideen, den Heiligen Geist mitten im Chaos einzuladen, kommen mir immer dann, wenn ich genau in diesem Chaos stecke.
Ha! Danke für das Missgeschick mit Erleuchtung, Jesus! Wenigstens um einige Zeilen wächst das Manuskript heute doch. Denn die Inspiration muss mich, bei aller Schreibdisziplin, einfach anspringen. Sonst wird der Inhalt öde und dröge, und das ist das Allerletzte, was ich meinen LeserInnen zumuten möchte.

– Dann grübele ich darüber, wann mein Manuskript so weit ist, dass ich es zusammen mit dem Exposé einsende. Dass das Exposé erstmal fertig gestellt werden muss, ist klar, aber wann bin ich mit dem Manuskript ausreichend zufrieden, dass ich es den Profis vorstelle? Einerseits habe ich echt keine Lust, dreistellige Stunden meines Lebens in ein Projekt zu investieren, von dem ich gar nicht weiß, ob es jemals gedruckt wird. Andererseits kann ich auch nicht aus Ungeduld ein halbgares Buch raus schicken, wenn ich genau eine Chance habe, damit im Lektorat einen Treffer zu landen. Dabei juckt es mich in den Fingern, endlich den nächsten Schritt zu gehen, statt einsam und heimlich im Arbeitszimmer damit festzusitzen…

– Ich lenke mich selbst damit ab, darüber zu sinnieren, wie gerne ich christliche Erotik-Thriller schreiben würde. Leider bin ich bloß absolut die Falsche für einen Roman, und Erotik-Thriller lese ich sowieso nicht, aber es wäre die i-de-a-le Nische auf dem Buchmarkt! Immerhin, tröste ich mich, ist das Schreiben von Praxisbüchern wesentlich klarer umrissen: Als Autorin brauche ich ein fundiertes Wissen, innovative Ideen, eine lockere Schreibe und wahnsinnig viel Disziplin. Hab ich alles. Dennoch: Christliche Erotik-Thriller, die gibt´s noch nicht. Die Marktlücke ist so einmalig, damit brauche ich noch nicht einmal mehr ein verhasstes Exposé zusammen zu frickeln!

– Irgendwann habe ich endgültig genug und ich gehe zum abendlichen Kontrastprogramm über:
Rufe eine Freundin an, schalte mit einem Roman auf dem Balkon ab, wo endlich erträgliche Temperaturen herrschen, oder mache kurzentschlossen einen Spaziergang ans Wasser. Eine völlig spaßbefreite Autorin schreibt keine mitreißenden Bücher, das ist wohl klar.

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Presse: Quiz zum Dialekte-Raten

Mit den SeniorInnen in der Residenz spielte ich letztes Jahr ein Dialekte-Quiz. Dazu suchte ich mir diverse Äußerungen, Kosenamen und Schimpfworte aus ganz Deutschland zusammen und ließ die Damen und Herren sowohl die Bedeutung als auch die Herkunft erraten.
Da alle so einen Spaß hatten, fertigte ich aus den plattdeutschen Begriffen eine Wolke von Sprechblasen an und hängte sie in der Lobby an die goldene Wand:
Zum Rätseln für alle SeniorInnen, die nicht dabei gewesen waren. Und als Small-Talk-Thema für BesucherInnen, um den Gesprächseinstieg mit Oma und Opa zu erleichtern.

Leider fand die damalige Leitung des Hauses diese Installation völlig indiskutabel und entfernte sie umgehend. Da hatte ich bereits einen Fachartikel über den Spaß mit Dialekten geschrieben und musste für die passenden Pressefotos leider, leider das Schandbild noch einmal aufhängen….
Durch Corona verschob sich die Veröffentlichung, jetzt erschien mein Artikel „Deutschlandtour mit Eumel und Dösbaddel“ in der Zeitschrift „Aktivieren“.
Ein erster Einblick in das Dialekte-Quiz ist online hier zu lesen.

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Den Sommer ins Haus locken: Wanddekoration aus Stoff fertigen

Ich liebe es, unser Wohnzimmer neu zu dekorieren:
Die Birkenstämme in der Zimmerecke zu schmücken, ein neues Poster für den Bilderrahmen über der Teakbank auszusuchen und die Kissen in neue Hüllen zu kleiden.
Für die aktuelle Gestaltung wollte ich eine Tunika, die mir viel zu groß ist, aber aus wunderschön bedrucktem Leinen besteht, „verwursten“. Zuerst dachte ich an die klassische Wimpelkette, entschied mich dann aber für zwei andere Möglichkeiten.

Einen Teil des Stoffs verarbeitete ich zu einem kleinen Wandbehang, die bei den Hipstern in Wohnzeitschriften seit einiger Zeit die Zimmer schmücken.
Mit der Form war ich mir zuerst sehr unsicher, bis ich ein Rechteck mit schräger Kante schnitt und es mir gut gefiel. Ich faltete alle offenen Stoffkanten doppelt um und nähte sie fest, oben fertigte ich einen Tunnel an, durch den ich einen Draht zum Aufhängen schob. Hätte ich einen dünnen, entsprechend langen Bambusstab gehabt, wäre das eine sehr schöne Alternative gewesen.

Den anderen Teil des Stoffs spannte ich in einen runden Stickrahmen.
Der Aufwand liegt bei ca. drei Minuten, einfacher geht´s wirklich nicht. Ein Satinbändchen durch die Schraube zum Spannen ziehen, aufhängen, fertig.

Den Löwenanteil der Tunika benutzte ich, um ein Kissen für meinen Lesesessel daraus zu nähen.
Die Spitzenkante im Decolleté bildet einen traumhaften Akzent, sodass das Kissen wirkt, als stamme es aus einem schicken Inneneinrichtungsgeschäft.

Für das perfekte Sommergefühl fehlte nur noch ein neues Poster über dem Esstisch. Leider ist das Bild des schwarzen Retrievers zu groß für den Holzrahmen im Schlafzimmer und zu klein für diesen Rahmen im Wohnzimmer. Also drapierte ich künstliche Farne und Blätter um die Oberkante, damit der Druck nicht so verloren wirkt.
Fast könnten sich hier Hipster wohlfühlen…

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Mein zweites Buch ist unterwegs: Spaßoffensive für Senioren


Mein zweites Baby -äh, Buch- hat aktuell noch heftige Geburtsschwierigkeiten. Das Fruchtwasser ist seit Januar abgelaufen, der Muttermund sperrangelweit offen, aber das Baby leider noch nicht in Sicht. Wann es den Geburtskanal der Druckerei endlich betritt und noch endlicher verlässt, weiß grad kein Mensch. Aber die Werbung läuft wie geschmiert, in der aktuellen Fachzeitschrift „Aktivieren“ wurden meine „Gruppenspiele für gute Laune“ vorgestellt und im Verlagsprogramm sind sie direkt auf der zweiten Seite zu finden.
Wer sich also wirklich, wirklich lustige Spiele für bisher verkniffene oder schüchterne SeniorInnen wünscht: Sind auf dem Weg.
Zusammen mit Wahrnehmungsübungen für sämtliche Sinneskanäle, durchschnittlich zehn Spiele stelle ich in jedem Kapitel für alle fünf Sinneswahrnehmung einzeln dar. Schließlich lassen im Alter nicht nur Hören und Sehen nach, auch das Tasten, Riechen und Schmecken verändern sich. Obwohl die Aufgaben primär Spaß machen, sind sie ein sehr effektives, ganzheitliches Hirntraining – bei dem es nur Gewinner gibt.
Ein Kapitel für fröhliche Spiele zum Aufwärmen sowie eins voller Ideen für Abschiedsrituale runden den Spiralblock ab.
Wer dann seine SeniorInnen noch nicht gründlich aufgemischt hat, kann mit dem Kapitel „Bewegungsspiele“ die letzten Zaungäste aus der Lethargie locken.
Einfach aufklappen und loslegen!

Solange wir auf den finalen Moment der Geburt warten, schauen wir uns im neuen Verlagsprogramm um:
Auf der ersten Produktseite hat mein Erstgeborenes einen fulminanten Auftritt. Die Atemfreude, die einzigartige Atemgymnastik mit einem klaren Fokus auf Spaß und Genuss an der Bewegung. Also, das Zweitgeborene steckt fest, solange lade ich herzlich dazu ein, lustvoll zu atmen.

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Großzügig sein

Im November dachte ich mir für mein Montagnachmittag-Programm einen Sterne-basteln-Plan aus: Ich wollte eine abwechslungsreiche Kreativstunde mit bunten Sternen und fröhlichen SeniorInnen gestalten. Dazu durchsuchte ich diverse Bastelbücher nach Anleitungen zum Falten von einfachen, aber dennoch effektvollen Sternen. Schließlich sollten sie mit wenigen Handgriffen auch stark sehbehinderten SeniorInnen mit arthritischen Fingern gelingen. Das war ein Heidenaufwand, aber am Ende hatte ich eine schöne Auswahl zusammen und nach weiterem langen Suchen auch das passende Material aufgetrieben.
So wollte ich munter mit den Damen loslegen, als sich eine meldete und meinte, sie habe hier ein Papierkörbchen, dass sich ganz einfach anfertigen ließe und wirklich schnell gelinge. Sie wolle uns alle dazu anleiten. Jetzt, es ginge ganz fix.
Das bezweifelte ich zwar, aber wer bin ich, einer alten Dame zu sagen: „Nö, ich habe meine Kreativaktion didaktisch sinnvoll mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad aufgebaut und ich lasse mir von Ihnen nicht den geselligen Nachmittag zerschießen?“ Eben. Das tut man einfach nicht.
Also ließ ich sie machen, wusste allerdings selbst nicht, was genau sie vorhatte und gab mein Bestes, alle Anwesenden über das auf dem Laufenden zu halten, was sie tief gebeugt unter ihren steifen Fingern zusammen frickelte.


Am Ende fehlten mir zwanzig Minuten von gesamten sechzig, aber die Dame war glücklich, uns etwas beigebracht zu haben, und mein eigenes Programm änderte ich eben ab. Es war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, aber meine Güte, es kontrollierte ja niemand, wie viele verschiedene Faltsterne wir tatsächlich produziert hatten!

Sechs Wochen später verstarb die Dame.
Und ich dachte mir, wie gut, dass ich ihr die Zeit gegeben habe, den anderen Damen etwas vorzuführen, was ihr wichtig war und Freude gemacht hat.
Niemand wird mich jemals fragen, ob mein Sterne-bastel-Nachmittag so gelang, wie ich es geplant hatte. Aber für diese Dame wird es, denke ich, einen großen Unterschied gemacht haben, ob ihr Wunsch sich erfüllt hat oder nicht.
Manchmal können wir einfach einen Schritt von unserem Ego zurücktreten und großzügig sein. Natürlich kann das auch daneben gehen, besonders, wenn es sich um Personen handelt, die wir nicht oder nur oberflächlich kennen. Aber wie schlimm kann´s schon kommen? Und wie wahrscheinlich ist es dagegen, dass wir jemandem eine Freude machen?

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Beten: Wie geht das eigentlich?

Neulich telefonierte ich mit einer Freundin, und wir kamen auf das Thema „Gebet“. Sie glaubt nicht an Gott und schien sich bisher auch überhaupt nicht dafür zu interessieren, wie ich meine Beziehung zu Gott praktisch im Alltag lebe. Aber jetzt stellte sie Fragen, und da sich bestimmt andere Menschen ähnliche Fragen stellen, möchte ich sie heute beantworten. Dabei hangle ich mich an den W-Fragen entlang: Wer, wo, wie, was, wann, wozu und so weiter.

Wer kann beten?
Gott ist nicht der Chef eines exklusiven Clubs, bei dem man Mitglied sein muss. Beten können alle, egal, ob sie überhaupt an Gott glauben, oder nicht. Für Gott zählt nur, dass wir uns an ihn wenden. Völlig egal, wenn wir seit Jahrzehnten nicht gebetet haben oder überhaupt noch nie, er ist immer an uns interessiert.

Wo können wir beten?
Zum Beten ist keine Kirche nötig. Wir können im Bett beten, auf dem Klo, im Bus, bei der Arbeit, überall – völlig egal.

Wie beten wir?
In Gedanken formulieren wir, was wir Gott sagen wollen: Wofür wir dankbar sind, was wir brauchen, wovor wir Angst haben, welche Hilfe wir uns wünschen. Wenn wir allein sind, können wir diese Gedanken laut aussprechen. Wenn wir mit anderen Menschen zusammen sind, reicht es, sie zu denken.
Wenn ich morgens U-Bahn fahre, bete ich im Stillen für die Menschen, die mir den Tag über begegnen und für meine Arbeit. Einmal saß mir ein farbiger Mann gegenüber, während ich innerlich betete, und spürte mein Gebet. Er fragte mich, ob ich an Gott glaube, und gab mir einen guten Gedanken mit auf den Weg. Krass, oder? Gebet bewegt Gott und die Welt, auch wenn es nur in unserem Kopf passiert.
Auch, wenn wir christliche Lieder singen, ist das eine Art Gebet.
Wer mag, kann Bibelverse auswendig lernen, wie den Psalm 23 oder das „Vater unser“. Das hilft in den Momenten, wenn wir zu müde, zu ängstlich oder zu verwirrt sind, um einen klaren Gedanken fassen zu können. Dann wirkt das Gebet wie eine Art beruhigender Meditation, die uns von Sorgen ablenkt und unseren Blick auf Gott fokussiert.

Was beten wir?
Wir können für jeden Bereich unseres Lebens beten: Beziehungen, Arbeit, Geld, Zukunftsfragen. Wir können Gott um Hilfe bitten, um einen klugen Hinweis, wir können ihm danken oder einfach beschreiben, wir wir uns fühlen.
Wenn wir gemeinsam mit anderen beten, tauschen wir uns vorher aus. Wir erzählen, was in unserem Leben gerade los ist, was uns freut, ärgert oder Sorgen bereitet. Alle in der Runde erzählen von sich, dann schließen wir die Augen und werden einen Moment still, um uns auf Gott zu konzentrieren und alle Ablenkungen auszublenden. Wenn wir für andere Menschen beten, tun wir das laut, damit sie unserem Gebet inhaltlich folgen und es im eigenen Herzen unterstützen können. Im Gebet versuchen wir uns auf das zu konzentrieren, was wir dieser Person aufgrund ihrer aktuellen Situation wünschen. Alle Interessen unseres Egos klammern wir aus und erzählen Gott, was wir uns wünschen, was er im Leben dieser Person tun soll. Christen nennen das „segnen“.
Das Gebet für andere ist immer positiv! Selbst, wenn eine Person gemobbt wird, beten wir nur dafür, dass sich der Konflikt bald auflöst und die gemeinen Personen erkennen, wie unfair ihr Verhalten ist. Im Gebet wird niemals etwas Böses ausgesprochen oder anderen gewünscht.

Wann beten wir?
Morgens beim Frühstück oder auf dem Weg zur Arbeit beten wir, um entspannt und konzentriert in den Tag zu starten. Wir wünschen unseren Kolleginnen, Kundinnen, Vorgesetzten alles denkbare Gute. Wir bitten Gott um Weisheit, damit wir kluge Entscheidungen treffen. Wir bitten ihn um Fairness und innere Ruhe in Konflikten. Wir können auch mitten in einer Teambesprechung beten oder in einer Gehaltsverhandlung. Den ganzen Tag über können wir uns immer wieder an ihn wenden oder gedanklich kurz durchschnaufen.
Abends danken wir Gott beim Abendessen oder im Bett für alle Momente, in denen er uns gehört und geholfen hat.

Wozu beten wir?
Kurz gesagt: Weil Gott allmächtig ist und wir nicht. Weil unser Blickfeld oft so begrenzt ist und Gott den absoluten Überblick hat, immer und überall. Weil er weiß, wie sich knifflige Situationen am Besten lösen lassen. Weil er weiß, was für uns das Richtige ist, auch wenn wir noch komplett auf dem Egotrip unterwegs sind. Weil sich unsere Ängste vor Gott beruhigen, wenn wir sie ihm hinhalten. Weil täglich so wahnsinnig viel Gutes passiert, das einfach kein Zufall sein kann: Es ist Gottes sichtbare Liebe in unserem Leben.

Zu wem beten wir?
Christen glauben, dass Gott eine Person als drei Varianten ist: Gott, Jesus und Heiliger Geist. Wenn wir beten, ist es für Gott völlig egal, ob wir ihn ansprechen oder Jesus oder den Heiligen Geist. Aber wir selbst haben unterschiedliche Bedürfnisse: Zu Gott beten viele, wenn es um kraftvolle Entscheidungen und mächtiges Eingreifen geht. Zu Jesus beten Menschen eher, wenn sie Trost suchen, ängstlich sind, sich schwach fühlen. Und der Heilige Geist wird meistens angesprochen, wenn wir uns übernatürliches Wirken wünschen: Veränderungen im Herzen von uns selbst und anderen.
Das sind allerdings nur Beispiele, jeder kann sich mit jedem Anliegen sowohl an Gott als auch an Jesus Christus und den Heiligen Geist wenden.

Warum beenden wir Gebete mit „Amen“?
„Amen“ bedeutet so viel wie „So sei es!“ Es ist eine Unterstreichung und Verstärkung dessen, was wir vorher gebetet haben. Wenn andere Menschen zu unserem Gebet „Amen“ sagen, bedeutet das „Ich bin deiner Meinung! Ich schließe mich deinem Gebet an!“ In Afrika und Amerika rufen viele, die einer betenden Person zuhören, zwischen durch „Amen!“ und „Hallelujah!“, um sie anzufeuern und zu unterstützen. Eine Art Cheerleading für Gott und die Menschen, für die wir beten.