aufmerksam, Gäste & Feste, kreativ

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

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In Kürze empfange ich das erste Mal einen Fotografen und eine Journalistin in unserem Wohnzimmer, wo der „Tisch des Monats Mai“ geshootet werden soll. Aktuell muss ich täglich meinen (sehr ästhetischen analogen) Kalender mit Tipp-Ex traktieren, weil sich allein innerhalb eines Tages sowohl berufliche als auch private Termine ständig ändern. Abends wundere ich mich oft, wo ich war und was ich getan habe, weil alles derzeit permanent der kurzfristigen Veränderung unterworfen ist.

 

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Halbfertige neue Stuhlhusse mit provisorischer Schleife

 

Wenn ich dann nicht dazu komme, meine Listen für die Shooting-Vorbereitung abzuarbeiten, macht sich langsam Ungeduld breit. Dafür läuft aktuell an vielen anderen Fronten alles super, sodass ich fest davon ausgehe, zeitlich einen passenden Endspurt hinzulegen.

Immerhin habe ich heute meine Blumenbestellung aufgegeben, sodass das Material für die Herzstücke der Gestaltung pünktlich vom Großmarkt kommt. Dafür warten diverse Näharbeiten noch darauf, ausgeführt zu werden. Ebenso gehören sehr, sehr viele Kleeblätter aus Dresdener Pappe geschnitten und ähnliche Späße….

 

DSC02199_v1Entwurf für Serviette und passenden Schmuck

Herausforderungen bringen uns voran, und ein Mai-Shooting im Februar ist relativ leicht zu lösen, solange ich stur meinen Plan abarbeite und einige Provisorien auf mich wirken lasse.
In diesem Zusammenhang halte ich analog zum Paradigma „Man kann nicht nicht kommunizieren“ von Watzlawick den Satz „Man kann nicht nicht wirken“ fest:
Alles wirkt, ob Menschen, Räume oder Atmosphäre. Die Frage ist nur, wie es sich darstellt und ob die erwünschte Aussage getroffen wird. Insofern schleiche ich um das Provisorium, das in Kürze der „Tisch des Monats Mai“ werden soll, herum und lasse das Setting im bisherigen Aufbau auf mich wirken.

 

Ein kleiner Gruß an die Link-Parties CreaDienstag und Meertjes Stuff, wo auch Unfertiges seinen Platz hat…

aufmerksam, feminin

Kleine Auszeit genießen

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Zeit für mich:
Mit frischem Obst, etwas Süßem und einer schönen Zeitschrift mache ich es mir gemütlich.
Als Freude für die Augen sind viele Grün- und Orange-Töne dabei, die es frisch und zusammen mit den Alstroemeria elegant wirken lassen.

 

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Zauberhafte Blumen gibt es auch bei Holunderblütchen.

aufmerksam, kreativ

Film „Pina – Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren“

Heute habe ich mir den Film „Pina“ von Wim Wenders angeschaut – und zwar im Kino „Magazin“ in dem wunderschönen Klinker-Ensemble „Fiefstücken“ in Winterhude.
Dieser Straßenzug ist eine echte Entdeckung und erinnert mich in seiner Geschlossenheit an die Gartenstadt Hellerau (auch wenn es architektonisch natürlich sehr unterschiedlich ist). Auch das alte Kino hat mir gut gefallen – generell bevorzuge ich inhabergeführte Geschäfte und Institutionen gegenüber Ladenketten bzw. großen Kinos wie Cinemaxx oder UCI.
Den Film als solchen fand ich durch die starke Emotionalität und das Fehlen konkreter Handlungsstränge als sehr intensiv und oft bedrückend. Über die Person Pina Bausch habe ich zwar einige Eindrücke mehr gewonnen, ein wirklich rundes Bild ergibt sich für mich aber weiterhin nicht. Meiner Wahrnehmung nach dominieren in dem Film die verzweifelten, unruhigen, einsamen und hoffnungslosen Darstellungen deutlich gegenüber den wenigen unbeschwerten, leichten Szenen. Von daher ist dies ein Film, den ich ausdrücklich Erwachsenen empfehle und davon abrate, ihn mit Kindern anzuschauen. Es werden viele Ausschnitte aus Pina Bauschs Choreographien, dargestellt von ihrer Kompagnie, gezeigt sowie durch Äußerungen einzelner Tänzer ergänzt. Für mich hat der Film die Eindrücke aus „Tanzträume – Jugendliche tanzen Kontakthof von Pina Bausch“ noch einmal neu belebt und zusammen gefasst.
Interessant fand ich, wie sie die Elemente der Natur einsetzte – so gab es verschiedene Szenen, in denen Erde eine wichtige Rolle spielte und die Tänzer anschließend verdreckt die Bühne verließen. In der Choreographie „Vollmond“ aus dem Jahr 2006 regnete es gleichmäßig auf die Bühne und auf das einzige dort vorhandene Bühnenbild – einen Meteoriten oder großen Felsen. Während des Tanzens wurde die Bühne durch den fallenden Regen langsam geflutet, sodass die Tänzer nicht mehr durch die Wasserlache tanzten, sondern darin schwammen und sich mit Eimern gegenseitig begossen. Obwohl die Kostüme sehr schlicht und einfach sind, dachte ich trotzdem immer wieder „Die arme Kostümbildnerin, ständig muss sie verdreckte Kleider reinigen und nasse trocknen!“ Daraufhin schüttelte ich über mich selbst den Kopf, weil ich mir mehr Gedanken über den Aufwand, alles wieder in Ordnung zu bringen, machte als die „Kunst“ auf mich wirken zu lassen.

Pina Bausch war definitiv eine große Künstlerin – ihre Persönlichkeit gibt mir allerdings viele Rätsel auf.

 

http://www.fiefstuecken.de/opencms/opencms/fiefstuecken/Historie/index.html

http://www.bildarchiv-hamburg.de/hamburg/winterhude/efeuweg/

http://www.pina-film.de/