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Buchempfehlung: „Das Schönste kommt zum Schluss“ von Monica Mc Inerney

Neulich empfahl ich ein Buch als Urlaubslektüre, heute möchte ich einen weiteren Roman vorstellen. Er spielt zwar im Winter, da die Handlung in der sengenden Hitze Australiens dargestellt wird, passt es wiederum sehr gut in die Sommerferien.
„Das Schönste kommt zum Schluss“ heißt im englischen Original „Grüße von den Gillespies“, was deutlich besser zur Handlung passt. Angela Gillespie lebt mit ihrem Mann und dem jüngsten Sohn auf einer Farm im australischen Outback. Sie trägt zum Familieneinkommen bei, indem sie Gäste mit einem netten Zimmer, Verpflegung und einem abwechslungsreichen Programm versorgt. Jedes Jahr verschickt sie am ersten Dezember einen Weihnachtsbrief namens „Grüße von den Gillespies“. Nur dieses Mal weiß sie wirklich nicht, was sie schreiben soll: Die beiden ältesten Töchter, Zwillinge, leben in unruhigen Berufen und verbringen ihre Freizeit mit kurzfristigen Affären. Die mittlere Tochter ist völlig antriebs- und planlos, statt erwachsen zu werden und ein eigenes Leben zu beginnen. Der Sohn, ein Nachzügler, bricht ständig aus seinem Internat in der Stadt aus und unterhält sich durchgehend mit einem imaginären Freund, was die Familie wahlweise in den Wahnsinn treibt oder zutiefst beunruhigt. Der Familienvater ist so sehr in seine Ahnenforschung in Irland vertieft, dass seine Frau schon glaubt, er habe eine Liebesbeziehung mit seiner Chatbekanntschaft in Dublin. Angela selbst fühlt sich mit all den Konflikten und offenen Fragen allein gelassen. Die schwere Wirtschaftskrise in der Schafzucht hat die Familie in eine finanzielle Notlage gebracht, über die ihr Mann allerdings nicht sprechen möchte. Noch dazu kündigt sich seine entfernte, sehr anstrengende Tante zu einem sechswöchigen Besuch an, dem alle mit Grauen entgegen sehen. So sorgt Angela sich täglich um die gemeinsame Zukunft, was wirklich kein passendes Thema für einen Weihnachtsbrief an über hundert Personen ist.
Schließlich ist das primäre Ziel des jährlichen Schreibens, ein harmonisches, erlebnisreiches Jahr einer wunderbaren Familie darzustellen. Oder vorzuspiegeln, je nach dem…

Kurzentschlossen setzt Angela sich hin und schreibt sich die ganze Wahrheit von der Seele. Natürlich nicht, um sie per Mail zu versenden. Nur, um für eine halbe Stunde den Druck auf der Seele zu lockern. Und hoffentlich die bohrenden Kopfschmerzen auszublenden, die sie in den letzten Wochen an den Rand des Belastbarkeit führten. Im Outback gibt es keinen Arzt, so wurschtelt sie sich weiter durch. Und träumt in den wenigen ruhigen Minuten von einem früheren Verehrer in England und sein sicherlich wohlhabendes Leben voller kultureller Höhepunkte.
Als ihr Sohn sich verletzt und Angela quer durchs Land in die nächste Stadt düst, stellt ihre zu Hause gebliebene Familie fest, dass sie den Entwurf für den Weihnachtsbrief noch gar nicht versendet hat. Mit einem Klick der Maus saust die ungeschönte Wahrheit der Familie Gillespie rund um den Globus…

Ein tolles Buch, das zu Ehrlichkeit und innerfamiliären Gesprächen jenseits des Small-Talks einlädt. Die einzelnen Charaktere sind alle reichlich anstrengende Zeitgenossen, aber gerade dadurch wirkt der Roman authentisch. Und im Lauf der Handlung finden die Familienmitglieder jedeR für sich und miteinander zu mehr Reife und Miteinander.

aufmerksam, feminin

Buchempfehlung: „Mit einer Prise Glück und Liebe“ von Barbara O ´ Neal

Urlaubslektüre muss die Laune heben, lustig und spannend zugleich sein. Wenn der Roman nichts taugt, sind Tage am Strand oder lange Ausflüge gleich viel weniger erholsam. Daher teile ich gerne eine Empfehlung für einen Roman, den ich neulich las.
Er verbindet drei Generationen einer Familie, die sich gerade wieder zusammenrauft. Ramona Gallagher wurde mit fünfzehn während eines mittelmäßigen ersten Mals schwanger. Von der entsetzten Mutter weit weg zur Tante auf´s Land verfrachtet, lernt sie viel über sich und ihre Wünsche für´s Leben. Auch ein junger Mann im Plattenladen der Kleinstadt trägt dazu bei, dass sie sich weniger einsam fühlt.
Zwei Jahrzehnte später ist ihre Tochter, die sie trotz der Ablehnung ihrer Eltern geboren hat, mit einem Soldaten verheiratet. Mit heftigen Kriegsverletzungen liegt er nach einem Einsatz in Afghanistan im Krankenhaus und wartet darauf, zurück in die USA geflogen zu werden. Ihre Tochter, selbst hochschwanger, besucht ihren kaum wiederzuerkennenden Mann in Europa. Übrig bleibt die Enkelin aus einer ersten Ehe, die auf die Schnelle bei Ramona einquartiert wird. Ramona versucht gerade, ihre Bäckerei am Laufen zu halten, wobei diverse Tiefschläge ihre Zuversicht immer mehr untergraben. Plötzlich eine bockige, fremde Enkelin und ihren streunenden Hund zu beherbergen ist das Letzte, was sie sich momentan wünscht.

Und während alle Frauen der drei Generationen um ein glückliches Ende dieser Verkettung von Zufällen kämpfen, wachsen sie als Familie langsam zusammen. Und reifen jede für sich, indem sie alte Verletzungen langsam hinter sich lassen. Am Ende geht natürlich alles gut aus, und auch die Liebe kommt zu ihrem Auftritt: Plötzlich wohnt der Plattenladen-Mann in Ramonas Nachbarschaft und sorgt für wilde Hormontänze…

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Ausflüge rund um Hamburg: Lustig durch Lauenburg

Lauenburg eignet sich als Ausgangspunkt und Ziel einer Radtour hervorragend. Unter der Bedingung, dass das Rad außerhalb der Altstadt geparkt wird: Das Kopfsteinpflaster bricht (gefühlt) jede Speiche und jeden Knochen. Backsteinhäuser und Fachwerkkaten reihen sich entlang der alten Gassen eng aneinander. Töpfereien, Werkstätten und Cafés laden zum Eintreten ein.

Ganz offensichtlich wohnt hier „Lotta aus der Krachmacherstraße“, denn genauso hat Astrid Lindgren deren Zuhause in einer windschiefen, ansteigenden kleinen Straße beschrieben.

Die „Promenade“ an der Elbe ist ein buckliger Zementweg, weit entfernt von allem, was wir sonst unter Promenade verstehen. Dafür ist das Wasser der Elbe zum Reinfallen nah…

Eine Terrasse oberhalb des Stroms mit Bänken und Café gibt es dann doch jenseits des holprigen Wegs am Elbufer. Hier steht die Statue des „Rufers“, der, wenn ich mich richtig erinnere, damals das Boot am anderen Elbufer herbei gerufen hat.

Die sogenannte Askanierblick ist ein Aussichtspunkt am alten Rathaus und Schloss, von dem der Blick weit über das Urstromtal der Elbe schweift.

Natürlich gibt es auch eine wunderschöne Kirche, während eine andere Kapelle auf unserer Route entlang der Deiche mit vielen liebevollen Angeboten für Passanten zum Verweilen einlud.

Wir wechselten von Lauenburg aus die Elbseite: Von Schleswig-Holstein nach Niedersachsen. Dort radelten wir immer am Elbdeich entlang. Vorbei an einer Windmühle, vielen Schafen, blühenden Apfelbäumen, Kuh- und Schweineställen und diversen Reiterhöfen.

So folgten wir dem Strom Richtung Mündung, bis wir in Stöckte ankamen. Dort nahmen wir einen Schlenker entlang von Storchenwiesen, bis wir Winsen-Luhe erreichten und hier in den Regionalzug zurück nach Hamburg stiegen.
Wer gern radelt, fährt von Hamburg aus bis Büchen mit dem Zug. In Büchen beginnt die Tour am Elbe-Lübeck-Kanal entlang bis Lauenburg und von dort aus führt der Weg bis Lüneburg – oder in entgegen gesetzter Richtung.
Wer es gemütlicher mag, steigt in Büchen in den Zug Richtung Lüneburg um und verlässt die Bahn in Lauenburg.
Eis-Cafés und Konditoreien gibt es ebenso wie gelegentlich einen Supermarkt unterwegs entlang der Strecke, sodass niemand hungern und darben muss. Wobei unser mitgebrachtes Picknick auf dem Elbdeich definitiv ein Höhepunkt war. Neben dem Kuckuck, der uns während der 50 Kilometer entlang des Stroms beharrlich verfolgte….

Weitere Ausflüge rund um Hamburg: Schwerin, Travemünde, Stadtpark Norderstedt, unterwegs in Ostholstein

 

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Reisebericht: Von Dublin zu den Powerscourt Gardens und Irlands höchstem Wasserfall

Willkommen in den Gärten von Powerscourt in den Wicklow Mountains nahe Dublin. Mit dem Bus fuhren wir von Dublin bequem bis ins Dorf Enniskerry und folgten den Wegweisern zum Anwesen. Zwischen Pferdekoppel und Golfplätzen zog sich die Allee, bis wir endlich das Herrenhaus entdeckten.

Im Haus selbst verdient sich die Besitzerfamilie eine goldene Nase: Ein hochpreisiges Café, geführt von Avoca, gruppiert sich mit mehreren Boutiquen für gehobene Lebensart um einen Lichthof. Ein winziges Puppenhaus-Museum hält den Anschein aufrecht, hier würde familienfreundliche Bildung betrieben. Der Fokus der BesucherInnen liegt damit eindeutig auf dem Park und den thematischen Gärten. Im Gegensatz zu Dublins Innenstadt, wo neben bepflanzten Rabatten jede Menge Osterglocken freiwillig blühten, ist hier im Frühjahr noch tote Hose. Ab Mai stelle ich mir das Areal wirklich schön vor, vorher ist es eher kahl.

 

Nachdem wir mit dem Spaziergang durch die Anlage schnell fertig waren, wollten wir zu Irlands höchstem Wasserfall spazieren, der sechs Kilometer außerhalb liegt, aber mit zum Besitz von Powerscourt gehört. Offiziell gibt es keinen Weg vom Herrenhaus zum Wasserfall, das Navi zeigte einen langen Umweg zurück ins Dorf und von dort aus zum Wasserfall an. Zum Glück fanden wir am Rand des Parks einen Privatweg, dem wir bis zu einem Tor folgten, über das wir kletterten, um unseren Weg auf Landstraßen fortzusetzen. Unterwegs stöberten wir endlich die lang vermissten irischen Schafe und ihre niedlichen Lämmer auf. Sie versteckten sich am einzigen regnerischen, windigen Tag unserer Reise in den Hecken entlang der Wiesen.

Määäääääh!

Als wir viele Kilometer entlang enger irischer Straße später am Wasserfall ankamen, hatte er eine unübersehbare amerikanische Infrastruktur: Dank eines Wendekreises konnte eine indische Familie im Taxi-Kleinbus direkt bis in den Sprühregen des Naturwunders fahren. Eine Runde Selfies für alle, und zurück in den Bus!

Obwohl wir der werten Familie Powerscourt schon Geld zum Betrachten ihrer nackten Beete in den Rachen geworfen hatten, durften wir am Tor vor dem Wasserfall noch einmal bezahlen. Wir fragen uns bis heute, wofür: Jedenfalls nicht für einen ausgeschilderten Fußweg vom Gelände des Anwesens bis zum Wasserfall. Dabei hatten sie offensichtlich genug Asphalt für jede Menge Parkplätze und amerikanische Zufahrten bis quasi in die stürzenden Wassermassen. Nur für das, was wirklich zählte, einen Wanderweg vom Anwesen zum Naturschauspiel, wurde kein Geld investiert. Vielleicht sind auch nur die Deutschen so doof, komplett öffentlich unterwegs zu sein und alles zu Fuß zu erkunden. Wer weiß?

 

Den sehr langen Fußweg zurück nach Enniskerry entlang schmaler, kurviger Straßen mit Autofahrern, die höllische Geschwindigkeiten liebten, bewältigten wir nur mit einer Menge Adrenalin und viel Gebet. Manchmal wussten wir wirklich nicht, ob uns hinter der nächsten Biegung ein rasender Ire tot fahren würde. Immerhin heiterten uns die wuscheligen Ponies wieder auf, die wir mit Gras fütterten und streichelten, bis der Puls wieder auf Normalhöhe war und wir uns zurück auf die schmale Piste trauten.

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Reisebericht: Dublin kulinarisch entdecken

Dublin ist die Hochburg der köstlichsten Sandwiches in allen Variationen. Und die Hochburg der krassesten Kuchen. Was sich wunderbar kombinieren lässt, wenn dem Magen dazwischen einige Stunden Pause gegeben werden…

Das beste Sandwich, das oben zur Hälfte abgebildet ist, aß ich bei „Brother Hubbard“ (153 Capel Street). Das Bistro serviert nahöstliche Küche, von der ich eher weniger mitbekam, aber gut. Leider war es in dem großen, verwinkelten Raum sehr laut. Wirklich sehr laut, selbst das Besteck aus der Küche hörte ich am anderen Ende des Bistros ohrenbetäubend klappern. In der Harrington Street gibt es eine weitere Filiale.
Weitere sehr gute Sandwiches bietet die Gastronomie in der „Dublin City Gallery The Hugh Lane“ an. The Hugh Lane ist Dublins Museum für moderne Kunst, sehr zu empfehlen. Das angegliederte Café ist klein und hell mit einem grünen Innenhof.

Ständig lauern unterwegs reizende Cafés mit den ausgefallensten Kuchenkreationen. Hier stützen große Bücherstapel im Schaufenster die Auslage, die aus einfachen Brettern besteht. Die Köstlichkeiten haben natürlich ihren Preis, drei Stück zum Mitnehmen und zu Hause teilen liegen schnell bei 11,- Euro.

Wer um derartige Versuchungen einen Bogen machen möchte: Überall in der Stadt eröffnen immer mehr Salat-Bars unter dem Namen „Chopped“. Diverse Salate mit vielen extra Zutaten und ausgefallenen Dressings stehen auf der Karte, ebenso können die BesucherInnen sich einen Salat selbst zusammenstellen. Große Portionen zu sehr fairen Preisen, gut zum Mitnehmen auf ein Picknick oder für ein unkompliziertes Abendessen in der Ferienwohnung.

In einem Pub aßen wir natürlich auch, dazu suchten wir uns mit dem „Stag´s Head“ (Dame Court) das traditionellste und berühmteste aus. Am späten Mittag aßen wir bei überraschend ruhiger und entspannender Atmosphäre. Hier fiel ich zum ersten Mal auf den Begriff „Bacon“ herein und nahm an, es würde sich um Speckstreifen handeln. Nein, es waren drei üppige Scheiben Kassler, die von Wirsingkohl flankiert wurden und unter sich einen Berg Kartoffelpüree versteckten.

Mehr Gaumenfreude in Form von Torten und Muffins bietet „Queen of Tarts“ in der Dame Street an. Hier kaufte ich auch das erste „Hot Cross Bun“, von dem ich in meinen schottischen Büchern schon jede Menge gelesen hatte. Es sind im Endeffekt Zimtbrötchen mit einem Kreuz aus Zuckerguss, um an dieser Stelle das Rätsel zu lösen…

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Reisebericht: Fröhliches Dublin im Frühling

Nach viel Sonne und farbenfrohen ersten Blüten in Dublin erwartete uns zurück zu Haus Schnee. Hätten wir das geahnt, wären wir noch dort geblieben…
So sortiere ich mit vielen Sommersprossen auf der Nase (die sich bei Weitem nicht mit denen meines Mannes vergleichen lassen) die Eindrücke und Fotos. Heute beginne ich die Reise-Tipps über Dublin mit Empfehlungen für die Innenstadt und umliegende Parks. In Kürze präsentiere ich Ausflugsideen und als dritten Beitrag Kulinarisches.

Gute Gründe für die Reise nach Dublin sind als erstes der fehlende Geldwechsel: Ganz ungewohnt, dass wir mit Euros bezahlen können…. Und natürlich, dass wir uns sofort und ohne viel Nachdenken mit allen unterhalten können, schließlich sind wir beide englisch-trainiert.

Wir haben gleich nach Verlassen des Flughafens pro Person eine „leap card“ für 40,- Euro gekauft. Damit konnten wir sieben Tage lang so oft und so weit wie wir wollten alle Verkehrsmittel nutzen: Doppeldeckerbusse, Straßenbahn und die DART-Bahn. Wegen der grünen Farbe und dem Frosch darauf hieß sie intern nur „die Froschkarte“. Ob es sich finanziell ausgezahlt hat? Keine Ahnung, aber es war soooo bequem, überall einfach rein zu springen und nur die Karte an das Lesegerät zu halten, statt ständig nach Kleingeld zu kramen. Dabei sind die Preise im öffentlichen Nahverkehr wirklich, wirklich günstig.

Leider gibt es ständig Staus und die Busse kommen gefühlt grundsätzlich zu spät. Hier ein wunderbares Bild aus dem Doppeldeckerbus ins allgemeine Gerangel auf den Straßen…

Parks in Dublin

 

Der Phoenix-Park breitet sich auf einer riesigen Fläche aus, der Fahrradverleih am Eingang bietet definitiv das passende Fortbewegungsmittel an. Neben formalen Beeten zeigt der Park nach Nordwesten ein  immer natürlicheres und wilderes Bild. Und natürlich springen überall zahme graue Eichhörnchen herum sowie diverse, fast zahme Vögel. Einfach spazieren oder radeln und die Seele baumeln lassen… Eine Herde Damwild streift frei herum, wir trafen sie am Rand des Parks. Eintritt frei!

Einer von Dublins berühmtesten Türmen steht im Glasnevin Cemetry (Friedhof). Eine beeindruckende Versammlung eng stehender, sehr alter Grabsteine, aufgelockert von vielen Daffodils (Osterglocken). Wer den Friedhof durchquert, gelangt zum Botanischen Garten. Beides ohne Eintritt, aber etwas außerhalb!

Traumhafte, historische Gewächshäuser locken mit tropischen Temperaturen und exotischen Blumen. Aber auch wilde Blütenwiesen, Teiche und Wasserläufe sowie Bauerngärten laden zum Entdecken ein.

St. Stephen´s Green zieht großen Menschenmengen mit unglaublich niedlichen, zahmen Rotkehlchen, kunstvollen Blumenbeeten, romantischen Pavillons und einem Spielplatz an. Es ist DER Park in der Innenstadt. Leicht versetzt dahinter liegt der wesentlich ruhigere, da versteckte Iveagh Garden. Hinter efeubewachsenen Mauern öffnen sich Grotten, wachsen Palmen und bleibt viel Raum zum Atmen. Den Merrion Squre fanden wir im Frühling einfach nur langweilig, im Sommer soll es hier schöne Blumenrabatten geben.
Natürlich sind sämtliche Parks der Innenstadt öffentlich zugänglich.

Die Portiers vom „Merrion Hotel“, DAS beste Hotel am Platz, müssen ständig anpacken und besten Service liefern…

Einkaufen in Dublin
Supermärkte begleiten Touristen auf Schritt und Tritt, klassische Wochenmärkt gibt es dagegen wenig. Der „legendäre“ Farmersmarkt auf Howth verkaufte von eleganten Kuchen über Bratwürste bis indischen Schmuck alles außer bäuerliche Erzeugnisse. In Dublins Zentrum bieten sich wunderschöne Passagen und Einkaufscentren jenseits des Mainstreams an: Im Bild oben das Powerscourt Townhouse Shopping Centre im ehemaligen Stadtpalais der Familie Powerscourt (deren Landsitz ich noch vorstellen werde).
Die George Street Arcade ist wesentlich billiger (in jeder Hinsicht), hier stehen noch mehr Verkäuferinnen mit indischen Ohrringen und Stände mit Nüssen, die es sowieso ständig in Dublin gibt.

Überall öffnen Second-Hand-Geschäfte ihre Türen:
Die preisgünstigen nennen sich „Charity Shop“ und verkaufen Sachspenden zu Gunsten von Blinden, verlorenen Kindern, Krebsopfern, Herzkranken, alten Menschen und diversen anderen Betroffenen (steht jeweils auf dem Schild über dem Eingang). Hier gibt es leider vorrangig Ramsch, den ich bloß nicht haben wollte. Geschäfte mit der Bezeichnung „Vintage“ verkaufen wesentlich besser gepflegte Kleidungsstücke, allerdings zu Preisen, die ich bei Second-Hand nicht einsehe.
So bleiben Abstecher zu Marks & Spencer oder Dunnes, wo geschmackvolle und bezahlbare Schätze zum Stöbern einladen. M & S verkauft künstlerische Postkarten zu sehr freundlichen Preisen: Mitnehmen, zu Hause rahmen, fertig ist ein wunderschönes Erinnerungsstück! Auch hochwertig designtes Geschenkpapier, das in koffer-freundlichen gefalteten Bögen angeboten wird, hat das Talent zum Kunstdruck: Dem Rahmen entsprechend zurecht schneiden und neben die unikat-ähnliche Postkarte hängen: Große Kunst für kleines Geld!

„Echte Kunst“ wird in vielen kleinen Galerien angeboten, die Preise muss man natürlich bezahlen wollen (oder eben nicht). Wer mag, stöbert hier nach handgemachten Geburtstagsgeschenken.

Überhaupt reihen sich sowohl in der Innenstadt als auch in den einzelnen Viertel viele kleine, inhabergeführte Geschäfte aneinander. Den Blumenläden gehört mein Herz natürlich immer besonders… Während Essengehen deutlich teurer ist als bei uns, herrschen in Dublin annährend ähnliche Preise.

Architektur und Kunst
Die typischen bunten Eingangstüren sind in Dublin legendär, neben historischen Bauten überraschen viele modern bemalte Häuser und kreativ gestaltete Wandgemälde. Eins meiner Highlights war das Museum für zeitgenössische Kunst City Gallery Hugh Lane. Besonders hatte ich mich auf das originale Atelier von Francis Bacon gefreut, aber es erinnerte primär an ein chaotisches, deprimierendes Rattennest.

Trinity College kann kostenlos besucht werden, wobei man nur um die Gebäude auf dem Campus herum schlendern kann. Europas größte und älteste historische Bibliothek, the „Long Room“, muss zusammen mit einem Blick in das legendäre „Book of Kells“ mit 15,- Euro bezahlt werden. Dublins größte Kirchen verlangen ebenso Eintritt wie das Castle, wir fanden die Preis übertrieben und das Innere dafür nicht interessant genug. Aber das kann JedeR selbst entscheiden…

In der Bibliothek des Trinity Colleges ist gerade eine Ausstellung über weibliche Autorinnen der letzten hundert Jahre zu besichtigen, ich habe mich dabei gut amüsiert. Allemal besser als beim Blick auf die unzähligen männlichen Marmorbüsten…

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Einmal zum Durchatmen ans Meer, bitte!

 

Es gibt eine Werbung, die auf eine Aussage baut, die ich vollkommen unterstütze: „Weg sein muss sein!“ Ja, bei mir muss „weg sein“ definitiv regelmäßig sein. Einfach nur hundertzwanzig Kilometer weit raus aus Hamburg reicht da schon völlig. In diesem Fall verschwand ich für ein verlängertes Wochenende nach Eckernförde. Es gibt definitiv spannendere Ziele, aber wer einfach nur draußen unterwegs sein möchte und gleichzeitig Lust auf einen Bummel durch viele kleine Geschäfte hat, ist hier richtig.

Mittwochs und Samstags ist rund um das Rathaus und die Nicolai-Kirche Wochenmarkt, selbst im Februar gibt es hier die volle Auswahl an Ständen: Ideal, um sich mit regionalen Nahrungsmitteln zu versorgen. Gleich um die Ecke, in der Sankt-Nicolai-Straße, liegt die Konditorei Heldt. Die Auslage der Köstlichkeiten erinnerte mich an Kindheitstage im Urlaub an der Nordsee, direkt fühlte ich mich in eine Konditorei damals zurück versetzt. Handwerklich und geschmacklich überzeugend, definitiv einen Versuch wert!

 


Die gesamte Innenstadt bietet viele inhabergeführte Geschäfte und Manufakturen wie die „Bonbonkocherei“ in der Frau-Clara-Straße. Etwas abseits in der Ottestraße / Ecke Gudewerdtstraße befindet sich das Second-Hand-Geschäft „Klamotte“, in der sich viele Schätze entdecken lassen.

 

 

Schätze lassen sich auch im „Tauschkasten“ mitnehmen, der am Grünen Haus hängt, das den „Eine-Welt-Laden“ beherbergt. Hier darf man sich heraus nehmen, was gefällt, und stattdessen eine andere Kleinigkeit zurücklassen. Zum Glück hatte ich noch das Tee-Ei in Form eines Seepferdchens im Rucksack, das neulich Inhalt des „Grabbelbüdels“ während einer meiner Veranstaltungen war. Es passte perfekt dorthin und war bereits kurz darauf, als ich auf dem Rückweg vorbei kam, verschwunden.

 

 

Wenn Dreimaster in der Kirche hängen, weiß ich, dass ich richtig bin: Nichts beweist so eindeutig, dass ich den Urlaub am Meer verbringe. Eine wunderschöne Kirche mit berührender Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.

 

 

Ein Tipp für einen Spaziergang oder eine Radtour nördlich der Innenstadt ins Grüne:
Wer der Straße „Vogelsang“ am Hafen entlang folgt, kommt kurz darauf über das „Jungmannufer“ in den Wald auf dem Louisenberg. Der Waldweg mündet auf eine Landstraße. Der Landstraße nach links knapp 200 Meter folgen und in den Feldweg Richtung Gut Hemmelmark einbiegen. Über die Hügelkuppe und auf der anderen Seite hinab bietet sich kurz darauf ein Blick auf das schöne Gut: Erst das Torhaus, dahinter die Wohngebäude.

 

Sollte hier jemals eine Wohnung frei werden, wende man sich bitte vertrauensvoll an mich… 😉

Zurück auf dem Feldweg der 90° Kurve folgen und entlang des Militärgeländes Richtung Campingplatz zum Meer hinunter fahren. Im Februar liegt der Campingplatz wie ausgestorben, sodass endlose, ungestörte Spaziergänge am Strand möglich sind. Nur unterbrochen von zauberhaften Schneeglöckchen.

 

 

Wer mag, schlägt sich querfeldein durch die Brombeeren und wirft einen Blick auf den Hemmelmarker See und die Rückseite des Gutshofs. Kurz darauf gewinnt der Weg an Höhe und führt auf ein Steilufer. Die umgefallenen Baumstämme am Strand bieten den idealen Picknickplatz.
Oben im Wald wird der Weg zu einem Trampelpfad über das Feld (sehr matschig!) und mündet in einen sandigen Trampelpfad an den Dünen. Angesichts des schönen Wetters und der zahlreichen Blickfänge entlang des Wegs verlor ich unterwegs die Orientierung und fand mich schlammbespritzt und müde im Nichts der winterlichen Landschaft wieder. Doch wie immer während des Wochenendes ergab sich auch in diesem Fall im passenden Moment Hilfe. Dank des freundlichen und attraktiven Radfahrers, der mir entgegen kam, schöpfte ich neuen Mut und fand bald über einen Feldweg nach Gut Hohenstein (auch sehr hübsch) und zurück auf die Landstraße „Waabser Chaussee“, die mich wieder nach Eckernförde führte.

 

 

Eine weitere Route, die definitiv besser zu Fuß als mit dem Rad erlebt werden sollte, führt südlich der Eckernförder Altstadt Richtung Altmark. Dazu der „Berliner Straße“ Richtung Kiel aus der Stadt folgen und am Waldrand in die Straße „Kiekut“ einbiegen. Am besten das Fahrrad direkt anschließen und den Waldweg Richtung Mövenberg entlang laufen. Ein durchmischter Buchenwald zieht sich oberhalb einer Steilküste entlang und mündet am Abhang auf den Strand. Zurück geht es entlang des Steinstrands oder auf einem befestigten Weg unter dem Steilufer.

 

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Ausflüge rund um Hamburg: Stippvisite in Schwerin

 

Kurz vor Weihnachten stahlen wir uns aus Hamburg davon – für einen Tagesausflug nach Schwerin.

 

 

Schwerin hat eine wunderschöne Altstadt sowie diverse prächtige historische Bauten, in denen die Ministerien der Landeshauptstadt untergebracht sind. Zahlreiche kleine Gassen sowie die vielen Seen rund um die Stadt sorgen für ein ganz besonderes Flair.

 

 

Auch Handwerk und kleine Manufakturen gibt es überraschend zahlreich: Töpfereien, eine Drechslerei, der Verkauf von Produkten aus einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, Blumenläden, handwerkliche Bäckereien und viele mehr. Auf dem Wochenmarkt besorgten wir frisch geräucherten Fisch.

 

 

Der Weihnachtsmarkt zog sich fast durch die ganze Altstadt, immer wieder stolperten wir über Plätze mit weiteren Buden.
Auf jeden Fall kommen wir im Frühsommer noch einmal wieder, vielleicht mit dem Fahrrad, um die Seen zu erkunden.