Heute habe ich im Gewächshaus sämtliche Karotten geerntet, die alle lecker schmecken, in Sachen Größe aber noch zulegen können. Wer weiß, vielleicht gehören Karotten ja einfach nicht unter Glas? Da seit dem Kauf des Sanierungsprojekts letztes Jahr keine Gemüsebeete angelegt wurden, hatte ich in diesem Jahr nur begrenzten Platz für den Anbau von Nahrungsmitteln. Und dafür, dass die Karotten extrem spät aufliefen und bis zum Schluss spillerig aussahen, ergab sich am Ende trotz des Standorts im Gewächshaus doch eine gute Ausbeute.
Danach suchte ich die Tomaten nach den Raupen der Gemüseeule ab, einem Falter, den man nicht kennt – es sei denn, sein Nachwuchs frisst Tomaten oder Chilis. Heute entdeckte ich leider keins der Mistviecher, konnte dafür aber 10 Tomaten mit in unsere Übergangsbehausung, die Garage, nehmen.
Die von mir angelegten Blumenbeete durchforstete ich nach Samen, um sie im kommenden Jahr direkt wieder aussäen zu können: Neben Saatgut der Spinnenblumen sammelte ich im Kräuterbeet Samen von Blutampfer, roter Melde und Muskatellersalbei.
Außerdem sortierte ich die Äpfel, die ich vorgestern geerntet hatte, sowohl sortenrein als auch nach Qualität: Um sie anschließend direkt in unseren begehbaren Kartoffelkeller einzulagern.
Während dessen war ich nicht nur dankbar, überhaupt Obst und Gemüse aus eigenem Anbau (bzw. von Freundinnen) zu haben, sondern sie auch sortieren zu können:
Weil meine Augen Schädlinge entdecken, meine Finger weiche Stellen erfühlen und mein Hirn diese Informationen verarbeiten kann. Und weil wir von den Vorbesitzern direkt einen Kartoffelkeller übernehmen konnten, der solide und nutzbar ist.
Damit bin ich nicht nur dankbar für meine eigenen Kompetenzen im theoretischen wie angewandten Bereich des Gartenbaus, sondern auch dafür, dass Mitmenschen mir Pflanzen geschenkt oder verkauft haben, die ich im nächsten Jahr weiter vermehren kann.

